Muss die Bibel umgeschrieben werden? Kurz vor Ostern haben Wissenschaftler der Harvard Universität die Echtheit eines umstrittenen Papyrus-Fragments bestätigt. Daraus geht ein brisantes Detail aus Jesus' Privatleben hervor.

Ein vier mal acht Zentimeter kleines Papyrus-Fragment sorgt derzeit für Furore. Bereits 2012 präsentierten US-Wissenschaftler das Dokument der Öffentlichkeit. Aus dem als "Evangelium der Frau Jesu" benannten Schriftstück geht hervor, dass Jesus offenbar mit einer Frau zusammengelebt hat. In koptischer Sprache heißt es darauf: "Jesus sagte ihnen: 'Meine Frau ...'" und "sie wird in der Lage sein, meine Jüngerin zu sein".

Lange wurde die Echtheit des Schriftstücks angezweifelt, nun hat der Historiker an der Harvard Universität Karen L. King, die Originalität bestätigt. In einer Pressemitteilung schreibt der Professor: "Viele wissenschaftliche Indikatoren sprechen dafür, dass das Fragment zwischen dem sechsten und neunten Jahrhundert nach Christus verfasst wurde." Wissenschaftler hätten demnach das Schreibblatt, die Tinte, die Handschrift und die Grammatik analysiert.

Radiokarbon-Tests an der Harvard-Universität und dem Institut für Technologie in Massachusetts (MIT) weisen auf eine Entstehung zwischen 659 und 859 nach Christus hin. King stellt aber klar: Ein Beweis, dass Jesus verheiratet war, liefere das Dokument nicht. Vielmehr zeige es, dass die Christen damals über diese Möglichkeit diskutiert hätten.

"Das Fragment zeigt eindeutig, welche Rolle die Spekulationen über den Familienstatus von Jesus aus einer historischen Perspektive in den frühchristlichen Kontroversen über Ehe, Zölibat und Familie gespielt haben", so King. (kom)

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