In der japanischen Millionenstadt Fukuoka hat sich kürzlich ein gefährliches Naturspektakel ereignet: Teile einer belebten Straße wurden von einem gigantischen Loch verschluckt. Doch wie kann es zu einer solchen Katastrophe überhaupt kommen?

Schaut man sich die Bilder an, die Anfang November um die Welt gingen, wird schnell klar: Es grenzt an ein Wunder, dass es in Fukuoka keine Verletzten gab, als 25 Meter Straße in einem riesigen Krater verschwanden. Das Unglück ereignete sich glücklicherweise in den frühen Morgenstunden, als in der Metropole mit 1,5 Millionen Einwohnern kaum jemand unterwegs war.

Die Vorstellung, dass plötzlich die Erde absackt und einen Teil ihrer Umgebung mit sich in die Tiefe reißt, ist schockierend. Allerdings sind solche Ereignisse nicht so selten, wie man meinen könnte. Bereits 2014 kam es zu einem ähnlichen Fall - in derselben Stadt.

Wie kann es zu so etwas kommen?

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Die Liste dieser Ereignisse ist lang und weltumspannend. Erst im Mai hatte ein 200 Meter langer Krater an der berühmten Ponte Vecchio in Florenz mehr als 20 Autos in ein Loch aus Schlamm und Asphalt gerissen. Ein Leck in einem Wasserrohr unter der Straße soll für diese Katastrophe verantwortlich gewesen sein.

Auch Deutschland blieb in der Vergangenheit nicht verschont vor plötzlich klaffenden Löchern im Boden: Im Ruhrgebiet stürzen sogar regelmäßig vergessene oder übersehene Bergbauschächte und Kohlestollen ein und sorgen dafür, dass die Erde unter der Last von Bahngleisen und U-Bahn-Zügen nachgibt.

Einer der spektakulärsten und dramatischsten Vorfälle ereignete sich in Köln: Im März 2009 stürzte das Historische Archiv in der Karnevalshochburg ein. Es versank in einer U-Bahn-Baustelle am Waidmarkt. Der Grund dafür ist bis heute nicht eindeutig geklärt, vermehrt nannten Experten im Laufe der Ermittlungen aber gravierende Mängel bei den Bauarbeiten als mögliche Ursache.

Aus anderen Ländern wie den USA, China oder auch Guatemala gibt es ebenfalls Meldungen über riesige Erdlöcher und Krater in den Straßen – auch hier sind oftmals U-Bahn-Arbeiten oder der Ausbau von Abwasserkanälen die Ursache.

Identisch verhielt es sich im aktuellen Fall in Japan: Die Verkehrsbehörde von Fukuoka gab nach dem Unglück bekannt, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Erdloch und Erweiterungsarbeiten der U-Bahn geben könnte. Das würde die geografische Nähe des Unglücks zum Hakata-Bahnhof erklären, einem der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte der Region.

Welche physikalischen Vorgänge sind dafür nötig?

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Bohrungen für Tunnelsysteme oder Kanäle können einen großen Einfluss auf die Beschaffenheit des Erdreichs haben. Entstehen dadurch zu viele Hohlräume unter einer Erde, die hohem Druck und schwerer Belastung ausgesetzt sind, kann es durchaus passieren, dass sich die Oberfläche absenkt und ein tiefer Krater entsteht. Derartige Löcher werden also in aller Regel von Menschenhand verursacht.

Doch nicht immer sind Menschen die Schuldigen für Erdlöcher. Manchmal leistet die Natur selbst die Vorarbeit für ein solches Spektakel. So geschehen ist das beispielsweise auf der Schwäbischen Alb oder in Thüringen. Das Grundgestein besteht dort hauptsächlich aus Kalk und Gips. Sickert leicht saures Regenwasser in die Spalten des Bodens, frisst dies ein regelrechtes Tunnelsystem in den Untergrund. Dieses Phänomen kann ebenfalls zu den gefährlichen Einstürzen führen.

Gelegentlich bringen solche Ereignisse sogar etwas Gutes mit sich: So entstand 1913 der im nördlichen Nordrhein-Westfalen gelegene Erdfallsee im "Naturschutzgebiet Heiliges Meer – Heupen". Das Gewässer dient seit langer Zeit als Biotop für viele schützenswerte Pflanzen.

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