In Mexiko bebt die Erde: Mindestens 224 Menschen kommen ums Leben. Allein in einer Schule in Mexiko-Stadt sterben mehr als 20 Kinder. Solche Katastrophen lassen sich nicht voraussagen, doch wie entsteht ein Erdbeben und wie wird seine Stärke gemessen? Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Erdbeben in Mexiko-Stadt: alle News und Infos

Wie entsteht ein Erdbeben?

Die Erde besitzt im Inneren einen flüssigen Kern. An der Oberfläche ist er zur festen aber dünnen Erdkruste ausgeformt, auf der wir leben.

Diese Kruste ist im Verlauf der Erdgeschichte in verschieden große sogenannte tektonische Platten zerbrochen, die auf einem See aus flüssigem Gestein schwimmen und so ständig in Bewegung sind.

An den Grenzen der Platten bauen sich so immer wieder Spannungen auf, da sich die Platten immer wieder verhaken und verkanten. Löst sich diese Spannung schlagartig, spricht man von einem tektonischen Erdbeben.

Wo kommt es häufig zu Erdbeben?

Solidarität in Mexiko-Stadt ist groß - Verzweifelte Suche nach Überlebenden.


Gehäuft treten Erdbeben am sogenannten pazifischen Feuerring, dem "Ring of Fire" auf. Das ist eine hufeisenförmige Zone entlang der Küsten des Pazifischen Ozeans. Dieses Gebiet wird häufig von Erdbeben und Vulkanausbrüchen heimgesucht.

Hier treffen verschiedene Platten der Erdkruste aufeinander. Es kommt zu tektonischen Verschiebungen und Verwerfungen. Entlang dieses mehr als 40.000 Kilometer langen Gürtels liegt ein großer Teil der aktiven Vulkane der Erde.

Er reicht von der süd- und nordamerikanischen Westküste über die nord-pazifischen Inselgruppen der Aleuten und Kurilen nach Japan und weiter über die Philippinen, den Ostrand Indonesien, verschiedene Südsee-Inselstaaten bis Neuseeland und zur Antarktis.

Doch auch in Deutschland und Europa kommt es immer wieder zu Erderschütterungen. Viele davon werden nur durch technische Geräte aufgezeichnet, andere – wie beispielsweise die verheerenden Erdbeben in Italien – fordern Menschenleben und verursachen schwere Schäden.

Wie wird die Stärke eines Erdbebens gemessen?

Die Stärke von Erdbeben wird mit Seismographen gemessen. Die Geräte zeichnen die Stärke von Bodenbewegungen auf, die sogenannte Magnitude.

Weltweit kommen jährlich etwa 100.000 Beben der Stärke 3 vor. Rund 1.600 haben die Stärken 5 oder 6. Ein Großbeben hat mindestens den Wert 8 und tritt etwa einmal im Jahr auf.

Das heftigste bisher auf der Erde gemessene Beben hatte eine Magnitude von 9,5 und ereignete sich 1960 in Chile.

Erdbeben können je nach Dauer, Bodenbeschaffenheit und Bauweise in der Region unterschiedliche Auswirkungen haben. Häufig gilt:

  • Stärke 1-2: schwaches Beben, nur durch Instrumente nachzuweisen
  • Stärke 3: Nur in der Nähe des Epizentrums zu spüren
  • Stärke 4-5: 30 Kilometer um das Zentrum spürbar, leichte Schäden
  • Stärke 6: Tote und schwere Schäden in dicht besiedelten Regionen
  • Stärke 7: In weiten Gebieten stürzen Häuser ein, viele Tote
  • Stärke 8: Verwüstung im Umkreis Hunderter Kilometer, sehr viele Tote

Die Intensität des Bebens nimmt dabei nicht gleichmäßig nach oben zu - mit jedem Stärke-Punkt Unterschied steigt die Erschütterungsenergie vielmehr um über das 30-fache. Ein Beben der Stärke 6 setzt rund 1.000 Mal so viel Energie frei wie ein Beben der Stärke 4.

Früher wurde die Erdbebenstärke nach der sogenannten Richterskala bestimmt. Der amerikanische Geophysiker Charles Francis Richter hatte die Skala 1935 speziell für Kalifornien ausgearbeitet, wo es entlang des Sankt-Andreas-Grabens häufiger zu Erdstößen kommt.

Die klassische Richterskala gilt jedoch bei großen Beben als nicht besonders genau. Erdbebenforscher verwenden deshalb heute modernere Magnituden-Skalen.

Welche Gefahren gehen von einem Erdbeben aus?

Die Bilder nach dem Erdbeben machen Ausmaß der Katastrophe deutlich.


Die direkten Gefahren eines Erdbebens liegen in der Zerstörungskraft, welche Erderschütterungen menschliche Infrastruktur haben. So können Gebäude einstürzen, Gas- und Wasserleitungen durch die enorme Bodenbewegung bersten und so zu großen Feuern und sogar Überflutungen führen.

Auch Erdrutsche und selbst eine Verflüssigung des Bodens wurden während Erdbeben beobachtet.

Eine weitere Gefahr liegt im möglichen Auftreten von Flutwellen – sogenannten Tsunamis.

Diese Wellen entstehen, wenn die Erde unter dem Ozean bebt und sich so die gesamte darüber liegende Wassersäule bewegt. Dadurch entstehen Wellen mit enormer Zerstörungskraft, wenn sie auf die Küste treffen.

Wie sollte ich mich im Falle eines Erdbebens verhalten?

Erdbeben lassen sich nicht voraussagen, sie treten plötzlich auf. Im Fall des Falles raten Experten zu folgendem Verhalten:

Bleiben Sie ruhig und befolgen Sie die nachfolgenden Regeln.

In Gebäuden: Bleiben Sie im Haus, solange die Erschütterungen anhalten. Suchen Sie sofort Schutz unter einem stabilen Tisch oder im Türrahmen.

Meiden Sie Regale und schwere Einrichtungsgegenstände, diese könnten umkippen.

Meiden Sie Fenster und große Glasflächen, diese könnten bersten. Nutzen Sie keine Fahrstühle.

Im Freien: Suchen Sie eine freie Fläche auf. Meiden Sie große Gebäude, da sich Trümmer und Glas von ihnen lösen könnten.

Achten Sie nach dem Beben auf Gasgeruch, meist brechen die Leitungen unter der großen Belastung.

Meiden Sie elektrische Oberleitungen, diese könnten durch die Erschütterungen reißen.

An der Küste: Suchen Sie sofort einen höher gelegenen Ort oder Hügel auf. Entfernen Sie sich von der Küste. Es könnte Tsunami-Gefahr bestehen.

Diese Wellen können auch lange nach Abklingen des Erdbebens noch an der Küste eintreffen und eine enorme Zerstörungskraft entfalten.

Nach Abklingen des Bebens: Schalten Sie Fernseher oder Radio ein. Hier erhalten Sie aktuelle Informationen von den Behörden und Rettungskräften.

Leisten Sie den Anweisungen Folge. Leisten Sie Erste Hilfe bei Verletzten, helfen Sie möglichen Verschütteten. Begeben Sie sich dabei nicht in eigene Gefahr.

Rechnen Sie mit Nachbeben oder an der Küste mit einer Tsunamiwarnung.

mit Material der dpa