Ausgestorben und wiederauferstanden: Der Lazarus-Effekt

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Beim Tasmanischen Tiger zweifeln die Forscher noch. Bei anderen Arten sind sie sich sicher: Sie sind gar nicht ausgestorben. Immer wieder werden Tierarten entdeckt, die es eigentlich gar nicht mehr geben dürfte. Die Wissenschafft spricht dann vom "Lazarus-Effekt". Viele dieser "Überlebenden", vom Kurznagelkänguru bis zum Antarktischen Seebären, wurden rein zufällig gefunden.

Galapagos-Seebär heißt dieses Tier, das ausschließlich auf den Galapagos-Inseln lebt und im 19. Jahrhundert als ausgestorben galt. 1932 wurden aber wieder einige Exemplare dieser Robbenart gesichtet. Die Männchen werden bis zu 1,50 Meter lang und 65 Kilogramm schwer.
Nach intensiver Jagd galt der Antarktische Seebär um 1830 schon als ausgerottet und wurde erst 100 Jahre später wiederentdeckt. Fast zwei Millionen Exemplare leben inzwischen wieder auf den Inseln rund um die Antarktis.
Das Parmawallaby zählt zu den kleinsten und leichtesten Känguru-Arten der Welt. Die Tiere bringen kaum fünf Kilogramm auf die Waage und wurden 1965 wiederentdeckt. Auch dank der Ausweitung ihres Lebensraums von Australien auf die zu Neuseeland gehörende Insel Kawau konnten sie überleben.
Auch das Kurznagelkänguru wurde beinahe komplett ausgerottet. Weidegebiete für Schafe nahm ihm den Lebensraum, von eingeschleppten Füchsen wurde es gejagt. Über 30 Jahre lang wurde das Tier nicht mehr gesichtet. Seit 1973 ist wieder eine kleine Population von rund 1.000 Exemplaren bekannt.
Das Fell der Rotschopf-Baumratte ist dicht, seidig-weich und auffällig rot. 2011 entdeckten Wissenschaftler zufällig ein Exemplar der Gattung. Die letzten - und bis dahin einzigen - Tiere dieser Art waren 100 Jahre zuvor gesichtet worden. Wirklich kein gutes Zeichen für ein so auffälliges Tier.
Diese Entdeckung machte die Wissenschaftler 2005 sprachlos. Auf einem Markt in Laos wurden - westlichen Forschern bis dato unbekannte - Felsenratten gegrillt zum Verzehr angeboten. Sie gehören einer Nagetiergruppe an, die vor elf Millionen Jahren ausgestorben sein sollte. 2006 konnte das erste lebende Exemplar nachgewiesen werden.
Da die dichten Wälder der Philippineninsel Cebus um 1890 immer stärker gerodet wurden, verschwand das Zuhause des Vierfarben-Mistelfressers. Bis dahin war er noch relativ häufig. Gerade einmal 100 Exemplare sind heute noch bekannt. Bis 1992 galt er sogar als ausgestorben.
Das Chaco-Pekari bewohnt die eher trockenen Regionen Boliviens, Paraguays und Argentiniens. Es zählt zu den Nabelschweinen und ist extrem selten. Vor den 1970er-Jahren wurde es gar nicht registriert. Bis dahin war es nur aus fossilen Funden bekannt.
Ein lohnender Schnappschuss: 10.000 Dollar wurden 2006 als Belohnung für ein Foto eines lebenden Elfenbeinspechts ausgesetzt. Seit 1996 gilt der schwarz-weiß-gemusterte Vogel mit der roten Haube und dem weißen Schnabel als ausgestorben. Trotz angeblicher Sichtungen befürchten Wissenschaftler weiterhin, dass die Spezies nicht überlebt hat.
Die Fläche der Karibikinsel Utila ist mit rund 42 Quadratkilometern nicht eben üppig. Der Utila-Leguan lebt nur hier, im örtlichen Mangrovenwald, der rund ein Viertel der Insel bedeckt. Über 100 Jahre lang suchten Wissenschaftler vergeblich nach einem Exemplar - während die Einheimischen ihn längst auf ihrem Speiseplan hatten.
Seit 70 Millionen Jahren ausgestorben: Bis 1938 war der Quastenflossler nur als Fossil bekannt. Der 1,5 Meter lange und 52 Kilogramm schwere Fisch landete bei Südafrika als Beifang im Netz und brachte die Fachwelt zum Staunen.
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