Man liegt im Bett und ist gerade dabei einzuschlafen, plötzlich zucken die Muskeln: Ein alltägliches Phänomen, für das noch keine endgültige Erklärung vorliegt. Schlafforscher vermuten einen Kampf im Gehirn als Auslöser der Zuckungen.

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Ein kurzes Zucken beim Einschlafen: Manche wachen davon wieder auf, manche schlafen einfach weiter.

Das alltägliche Phänomen kann in Verbindung mit dem Gefühl des Fallens auftauchen, oder unbemerkt vorübergehen. Was aber sorgt für die weit verbreitete Muskelzuckung?

Kampf zwischen Einschlafen und Wachbleiben

Die Einschlafzuckung ist etwas völlig Normales und kein Anlass für Bedenken - deshalb sind die Hintergründe des Zuckens bis heute auch noch nicht umfassend untersucht worden. Vermutungen, was der Auslöser ist, gibt es trotzdem.

Der Schlafforscher Dr. Carl Bazil, Direktor des "Sleep Disorder Center" in New York, sagte dem Magazin "The Cut", dass wahrscheinlich zwei Mechanismen im Gehirn gegeneinander kämpfen - der Mechanismus, der wach hält und jener, der zum Einschlafen anregt.

Während dieses Übergangsstadiums gewinnt normalerweise der Einschlafmechanismus gegen das Wachbleiben. Beim Einschlafen erschlaffen die Muskeln. Der Part des Gehirns, der zum Wachbleiben animiert, könnte dem Erschlaffen allerdings noch entgegenwirken, wodurch es zu der Zuckung kommt.

Ein evolutionärer Reflex?

Ähnlichkeiten weist das mit dem ruckartigen Aufwachen auf, wenn man beispielsweise im Zug sitzend einschläft. Die Muskeln entspannen sich, der Kopf sackt ab, ein Zucken wirkt dagegen und man ist wieder wach.

Möglicherweise, so Dr. Bazil, sei dies aber ein anderer Prozess - ein evolutionärer Reflex, der schon unsere Vorfahren vor dem Fall aus den Bäumen bewahrte, als diese noch dort lebten und schliefen. Bei heutigen Affen-Arten lässt sich der Reflex, eine Art Schutzfunktion gegen das Abrutschen vom Ast, ebenfalls beobachten.

Gefährlich oder nicht?

Während Forscher noch verschiedene Hypothesen diskutieren, was genau die Einschlafzuckung auslöst, sind sie sich zumindest darüber einig, dass keine Gefahr besteht.

Die harmlose Einschlafzuckung nennt man wissenschaftlich "Myoklonie", aber unter diesen Namen fallen auch andere Muskelzuckungen wie die Symptome von neurologischen Erkrankungen - etwa Multiple Sklerose und Parkinson.

Nur bei stärkeren Zuckungen über einen längeren Zeitraum hinweg, sollte man dies von einem Arzt neurologisch überprüfen lassen.

Die Informationen in diesem Artikel ersetzen keine persönliche Beratung und Behandlung durch einen Arzt.

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