Ob mit Anfang 20 oder erst im hohen Alter – graue Haare bekommen wir eigentlich alle einmal. Wann es aber so weit ist, liegt nicht nur an unseren Genen, erklärt ein Haarexperte, auch unser Lebensstil spielt eine Rolle.

Mehr Alltagsfragen finden Sie hier

Verantwortlich für unsere Haarfarbe sind Zellen im Bereich der Haarwurzeln, die Melanozyten. Sie produzieren Farbpigmente. Wenn man älter wird, lässt dieser Prozess immer mehr nach. Die Zellen stellen weniger Farbe her, nachwachsende Haare sind weiß.

Bis gar keine pigmentierten Haare mehr vorhanden sind, dauert es meist einige Jahre. In der Zwischenzeit mischen sich die weißen mit den noch farbigen (z. B. braunen) Haaren auf dem Kopf – zusammen erscheinen sie dann gräulich.

Stress fördert das Entstehen grauer Haare

Die Hauptursache für ein frühes Ergrauen ist die genetische Veranlagung, erklärt Dr. med. Frank-Matthias Schaart, Dermatologe und Haarexperte aus Hamburg, im Gespräch mit unserer Redaktion.

"Aber auch extremer Stress kann dazu führen, dass die Haare schneller grau werden", sagt der Mediziner. Denn Stress kann den ganzen Organismus schädigen, auch die Prozesse im Bereich der Haarwurzeln. Das bedeutet: Die Pigmentierung der Haare funktioniert nicht mehr richtig und sie verlieren ihre Farbe früher.

Gesunde Ernährung soll helfen

Durch die richtige Ernährung ist es eventuell möglich, diesen Prozess positiv zu beeinflussen. Bis jetzt ist das aber noch nicht wissenschaftlich bewiesen.

"Man kann sich allerdings vorstellen, dass diese schädlichen Prozesse im Bereich der Haarwurzeln durch gesunde Ernährung unterdrückt werden und man so dem frühzeitigen Ergrauen oder Weißwerden der Haare in gewisser Weise vorbeugen kann", sagt Schaart.

Denn wer viel Obst und Gemüse isst, nimmt über die Nahrung viele sogenannte Radikalfänger zu sich. Sie helfen den Zellen, im Gleichgewicht zu bleiben und machen sie weniger angreifbar.

Grundsätzlich sollte man versuchen, stressige Situationen zu vermeiden und den Körper nicht mit Giften, wie etwa durchs Rauchen oder intensiven Alkoholgenuss zu belasten. Autogenes Training und ausreichend Schlaf helfen zudem, gelassen zu bleiben. Das hält auch optisch jung.

Verwendete Quellen:

  • Interview mit Dr. med. Frank-Matthias Schaart, Dermatologe aus Hamburg
  • Praxistipps Focus: Gut zu wissen: Was hilft gegen graue Haare?
  • https://praxistipps.focus.de/gut-zu-wissen-was-hilft-gegen-graue-haare_97572
Bildergalerie starten

Wetten, dass auch Sie diese Beauty-Produkte falsch verwenden?

Es ist schon erstaunlich, wie viel Zeit man mit Schminken und Stylen vor dem Spiegel verbringt. Und trotzdem existieren viele Irrtümer in der täglichen Beauty-Routine. Welche, das verrät die Galerie.