Fast jeder Mensch hat es schon einmal erlebt. Beim Lesen im Auto, auf einem schaukeligen Schiff oder beim Rückwärtsfahren im Zug wird vielen Menschen übel. Wir verraten, warum das so ist und was Sie dagegen tun können.

Wer für die lange Urlaubsfahrt den Kindern schon einmal einen Comic gegen die Langeweile in die Hand gedrückt hat, kennt das Problem.

Und auch wer auf den Rücksitzen im Auto bei ruckeliger Fahrt versucht, eine WhatsApp-Nachricht zu tippen oder ein gutes Buch zu lesen, weiß, dass das nicht lange gut geht.

Lesen im Auto geht bei den meisten Menschen einher mit Übelkeit. Die Gründe für diese Reiseübelkeit liegen vermutlich tief in der Evolutionsgeschichte.

Ein Zusammenspiel der Wahrnehmungsorgane

Drei Faktoren bestimmen, wie wir unsere Sinneseindrücke verarbeiten. Der Gleichgewichtssinn im Innenohr nimmt Kurven wahr, genauso wie Anstiege oder Absenkungen. Der Körper registriert dabei zusätzlich Muskel- und Gelenkbewegungen.

Die Augen registrieren, wohin sie gehen oder fahren, ob Sie sich auf oder ab bewegen.

Wenn sich ein Mensch gehend fortbewegt, stimmen alle Eindrücke überein. Die Muskeln melden die Gehbewegung und das Innenohr bestätigt: Es geht nach vorn. Die Augen erkennen ebenfalls die langsame und gleichmäßige Bewegung.

Wenn diese Informationen allerdings nicht übereinstimmen, kommt unser Gehirn durcheinander. Es reagiert mit dem Gefühl von Schwindel.

Deswegen sollten Sie Ihre Badekleidung immer sofort wechseln.

Gehirn assoziert das Gefühl vermutlich mit Gift

Genau das passiert beim Lesen im Auto. Der Gleichgewichtssinn besteht aus knöchernen Gängen, die mit Flüssigkeit gefüllt sind.

Wenn sich der Körper bewegt, bewegt sich auch die Flüssigkeit, wodurch bestimmte Nervenzellen angeregt werden, welche die Reize an das Gehirn weitergeben.

Meldet dieser Sinn nun durchs Fahren Bewegung, bekommt das auch unser Gehirn mit. Die Augen melden derweil aber Stillstand, weil sie mit beim Lesen auf das ruhende Buch blicken.

Da es in den Frühzeiten der menschlichen Entwicklung noch keine schnellen Fortbewegungsmittel gab, assoziiert unser Gehirn den verwirrenden Zustand vermutlich mit dem, was schon in der Steinzeit so ein Gefühl auslösen konnte: Gift. Deshalb gibt er das Signal: "Raus damit".

Übelkeit macht sich breit und im schlimmsten Fall muss man sich übergeben.

Tabletten sind nicht notwendig

Deshalb wird manchen Menschen auch auf schaukelnden Schiffen oder beim Rückwärtsfahren im Zug schlecht. Seh- und Gleichgewichtssinn stimmen auch hier nicht überein. Im Auto kann man das Problem aber zum Glück leicht umgehen.

Wenn Sie das Buch aus der Hand legen und sich auf die Bewegung in der Umgebung konzentrieren, fühlen Sie sich meist schnell wieder besser. Tabletten sind oft nicht notwendig.

Säuglinge haben übrigens kein Problem mit Reiseübelkeit. Vermutlich ist das Gehirn hier noch nicht weit genug entwickelt.

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