Geheimratsecken sind oft erste Anzeichen für eine Glatzenbildung. Dagegen anzukommen ist schwer, da sie erblich bedingt sind. Aber wessen Gene sind eigentlich dafür verantwortlich?

Wer in seine Suchmaschine "Geheimratsecken" eingibt, wird mit Bildern von Models und Schauspielern bombardiert.

Mit Stolz präsentieren sie die lichten Stellen, gegen die Männer sonst mit Hausmitteln,Tinkturen, Tabletten und Haartransplantationen ankämpfen.

Sogar Gaius Iulius Caesar wurde in der Antike als erhabener Feldherr mit Geheimratsecken dargestellt. Damals wie heute vermitteln Sie Würde und ehrenvolles Alter.

Sie sind aber auch die ersten Anzeichen für eine Glatzenbildung und daher gerade im jungen Alter ungern gesehen. Umso interessanter ist es also gerade für junge Männer, einen Blick in die Zukunft zu wagen.

Dank Vererbungslehre ist das heute auch kein Problem mehr. Die Frage ist nur: wer vererbt mir die Geheimratsecken?

Mediziner klärt über Mythen zu Geschlechtshormon Testosteron auf.

Spurensuche im Gencocktail

Der Gencode eines Menschen ist eine komplexe Mischung aus den Erbanlagen von Mutter und Vater. Bestimmte Gene für bestimmte Körpermerkmale ausfindig zu machen, gestaltet sich häufig schwierig.

Trotzdem gibt es Anhaltspunkte, wer den erblich bedingten Haarausfall an seinen Sohn weitergibt.

Wer nun ängstlich auf die Glatze des Vaters starrt, muss nicht unbedingt in Panik verfallen. Die Merkmale kommen wohl eher von mütterlicher Seite.

Wie eine Studie der Rheinischen Friedrich-Wilhelms Universität Bonn schon 2005 herausfand, spielen die männlichen Geschlechtshormone eine entscheidende Rolle beim Haarausfall von Männern.

Demnach können bestimmte Veränderungen in der genetischen Bauanleitung des Androgen-Rezeptors eine frühe Glatzenbildung zur Folge haben. Androgene sind die Hormone, die für die Entwicklung des männlichen Geschlechts eine wichtige Rolle spielen.

Keine eindeutige Zukunftsaussage

Das betroffene Gen liegt jedoch auf dem X-Chromosom. Im Klartext bedeutet das: Um zu erfahren, ob Sie Geheimratsecken bekommen oder nicht, sollten Sie Ihren Großvater mütterlicherseits betrachten.

Doch ganz so einfach ist es bei der Vererbung auch nicht. Auch beim Haarausfall wirkt eine Vielzahl an Genen mit. Der Großvater gibt also lediglich einen Anhaltspunkt, keine eindeutige Prophezeiung.

Es gibt Hinweise auf weitere Gene, die unabhängig vom elterlichen Geschlecht vererbt werden. Es kann also auch sein, dass die Veranlagung direkt vom Vater auf den Sohn vererbt wird.

Liegen die Erbanlagen ungünstig, ist auch kaum gegen den Haarausfall anzukommen. Nur wenige Medikamente können den Prozess aufhalten. Ein Ausweg kann heute eine Haartransplantation sein.

Noch besser ist es wohl, sich mit dem verschwindenden Haaransatz abzufinden und nicht sein Selbstwertgefühl davon abhängig zu machen. Schließlich gelten Stars wie Jude Law und Bruce Willis auch ohne volle Mähne als attraktiv.