Gibt es Leben an anderen Orten als der Erde? Seit der Antike beschäftigen sich Menschen mit dieser Frage. Meist finden Science-Fiction-Autoren und Verschwörungstheoretiker erstaunliche Antworten. Doch wie weit ist die Forschung? Auf welchen Planeten ist die Wahrscheinlichkeit für extraterrestrisches Leben am höchsten?

Das Weltall hat unfassbar riesige Ausmaße, es gibt allein 300 Milliarden Sterne in der Milchstraße. Deshalb erscheint es wahrscheinlich, dass auf anderen Planeten des Sonnensystems Leben existiert oder existiert hat. Wissenschaftler beschäftigen sich intensiv mit dieser Frage.

Wasser auf einem Saturnmond?

Auf Planeten, die der Sonne sehr nahe oder von der Sonne sehr weit entfernt sind, schließen Forscher Leben aus. Dort sind die Temperaturen entweder zu hoch oder zu niedrig. Theoretisch für möglich halten Astronomen außerirdisches Leben hingegen auf den Planeten Venus und Mars und auf Monden des Jupiter und des Saturn.

Die lebensfreundlichsten Bedingungen bieten bisherigen Forschungen zufolge die Saturnmonde Titan und Enceladus. Beim ersten könnte die Atmosphäre jener der Ur-Erde entsprechen, beim zweiten gibt es Hinweise auf flüssiges Wasser.

Es ist schwierig, in entfernten Planetensystemen nach etwas zu suchen, was man nicht kennt und dessen Beschaffenheit womöglich anders ist, als das, was uns bekannt ist.

Deshalb konzentrieren sich Forscher auf Stellen im Weltall, die der Erde ähneln, auf Sterne, die ebenfalls über eine habitable, also bewohnbaren Zone verfügen. Das ist der Abstand eines Planeten oder Mondes von der Sonne oder seinem Planeten, der nötig ist, damit Wasser dauerhaft in flüssiger Form existiert.

Mehrfach hätte sich die Menschheit aus Versehen fast selbst vernichtet.

Denn ohne Wasser und relativ konstante Temperaturen ist ein Leben auf einem Planeten oder Mond nicht möglich.

Spektren sind Anzeiger für Leben

Die Forscher wissen allerdings nicht genau, was sie finden könnten. Im Mittelpunkt stehen drei mögliche Arten von Leben außerhalb unseres Planeten: Lebensformen, die denen auf der Erde ähneln, komplett fremdartige und unbekannte Lebensformen sowie Mikroorganismen.

Könnten Forscher mit einem Weltraumteleskop auch in sehr, sehr großer Entfernung Leben im Weltall entdecken? Ja, denn dank einer Voyager-I-Mission wissen sie bereits, wie die Erde aus einer Entfernung von sechseinhalb Milliarden Kilometern aussieht: Sie ist ein kleiner blauer Punkt inmitten eines Lichtballs und lässt sich so einer sogenannten Spektralklasse zuordnen.

In einem Spektrum kommt die Oberflächenbeschaffenheit zum Vorschein, das Vorkommen von Gasen in der eigenen Atmosphäre. Im Spektrum der Erde sind Sauerstoff, Wasserdampf, Kohlendioxid, Methan und Ozon sehr präsent.

Exoplaneten mit Lebenswelten?

In 500 Lichtjahren Entfernung von der Erde befindet sich der 2014 entdeckte Zwergstern Kepler-186. Um ihn herum kreisen fünf Monde: Kepler-186a bis 186f. Laut Theorien der Nasa könnte sich auf dem Expoplaneten Kepler-186f am ehesten Leben entwickeln.

Sind wir allein im Universum? So wollen Forscher Leben im All entdecken.

Er ist der Erde sehr ähnlich und verfügt ebenfalls über eine habitable Zone. Seine biochemischen Prozesse könnten gerade erst am Anfang stehen. Allerdings bezieht er von seinem Zentralgestirn nur ein Drittel der Energie, die die Erde von der Sonne aufnimmt.

Die Suche nach extraterrestrischem Leben geht weiter. Allein das Kepler-Teleskop hat bereits 1.800 Exoplaneten mit dem Potenzial zu biochemischen Prozessen entdeckt.

Leben außerhalb der Erde und außerhalb des Sonnensystems halten Forscher damit für wahrscheinlich. Ob dieses außerirdische Leben auch intelligent sein könnte, ist eine ganz andere Frage.

Einen wissenschaftlichen Beweis dafür gibt es zwar bisher nicht. Das hindert aber Alien-Gläubige nicht, an ihren Theorien festzuhalten: Die einen behaupten, die Erde sei bereits in den Händen von Außerirdischen.

Die anderen sind sicher, dass Regierungen die wahren Forschungsergebnisse verheimlichen – und damit auch die Existenz von Außerirdischen.

Auf Druck einer Petition veröffentlichte das Weiße Haus 2011 sogar eine Erklärung: Es gebe bisher keine Hinweise auf die Existenz von Leben außerhalb der Erde.