Unmittelbar vor der nächsten Verhandlungsrunde für den öffentlichen Dienst haben die Gewerkschaften am Freitag in mehreren Städten und Gemeinden erneut Warnstreiks begonnen. Bundesweit waren erneut hunderttausende Pendler von Streikmaßnahmen betroffen. Hinzu kamen vielerorts erhebliche Einschränkungen bei der Kinderbetreuung.

In Frankfurt am Main blieben alle U- und Straßenbahnlinien stehen, dazu gab es Arbeitsniederlegungen bei der Stadtentwässerung und in mehreren Krankenhäusern der öffentlichen Hand. In Leipzig war ebenfalls der öffentliche Personennahverkehr von den Warnstreiks betroffen.

Dazu blieben 24 Kitas und Horte vollständig geschlossen, in einer Reihe weiterer Einrichtungen für Kinder konnte nur ein eingeschränkter Dienst angeboten werden.

Verhandlungen gehen am Sonntag weiter

Auch in Mainz kam es zu erheblichen Behinderungen im Nahverkehr und Streiks von Erziehern. In Bochum blieben sämtliche Busse und Bahnen der örtlichen Bogestra ganztags stehen. Regulär hat das Unternehmen pro Tag 400.000 Fahrgäste.

Die Tarifverhandlungen für die 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen sollen am Sonntag und Montag in Potsdam fortgesetzt werden. In beiden bisherigen Verhandlungsrunden legten die Arbeitgeber noch kein Angebot vor.

Die Gewerkschaften fordern ein Gehaltsplus von sechs Prozent, mindestens aber 200 Euro monatlich mehr. Verdi-Chef Frank Bsirske forderte einen Durchbruch in der nächsten Verhandlungsrunde.



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