Frankfurt/München (dpa) - Passagiere der Lufthansa müssen sich am Mittwoch auf einen weiteren Streik der Piloten einrichten.

Zwischen 10.00 und 18.00 Uhr sollen am zweitgrößten Lufthansa-Drehkreuz in München keine Flieger mehr abheben, wie die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Damit solle ein neuer Tarifvertrag zur sogenannten Übergangsversorgung im Vorruhestand für die rund 5400 Lufthansa-Piloten erreicht werden.

Lufthansa reagierte mit "völligem Unverständnis" auf die Streikankündigung, wie eine Sprecherin sagte. Der Arbeitskampf treffe erneut unbeteiligte Fluggäste und sei gezielt auf das nahende Ferienende im Bundesland Bayern gerichtet. Lufthansa konzentriere sich nun darauf, die Passagiere bestmöglich zu informieren und zu betreuen.

Am Münchner Flughafen werden massive Auswirkungen der mittlerweile vierten Welle des Pilotenstreiks erwartet. Im genannten Zeitraum gibt es in München rund 160 Lufthansa-Abflüge, wie eine Sprecherin der Fluggesellschaft in München sagte.

Der Flugplan weist Verbindungen zu zahlreichen deutschen und europäischen Flughäfen wie auch zu vereinzelten Überseezielen aus. Auch Starts und Landungen von Lufthansa-Maschinen an anderen Flughäfen könnten von dem Streik betroffen sein. Das Unternehmen arbeite an einem Sonderflugplan, sagte die Sprecherin.

Zuletzt hatten die Piloten in der vergangenen Woche am Frankfurter Flughafen in einem sechsstündigen Streik 218 Flüge ausfallen lassen. Vorausgegangen war ein dreitägiger Vollstreik im April und Arbeitsniederlegungen bei der Lufthansa-Tochter Germanwings, deren Piloten ebenfalls unter den Konzerntarifvertrag fallen.

Hintergrund ist ein seit langem schwelender Tarifkonflikt bei Europas größtem Luftverkehrskonzern. Im Kern geht es um die Übergangsversorgung, die Lufthansa-Piloten bislang in ihrem Vorruhestand erhalten. Im Schnitt gehen Lufthansa-Kapitäne derzeit mit knapp 59 Jahren in den vom Unternehmen bezahlten Vorruhestand. Lufthansa will das durchschnittliche Eintrittsalter schrittweise auf 61 Jahre erhöhen. Beide Seiten hatten sich gegenseitig für das Scheitern der bisherigen Verhandlungen verantwortlich gemacht und behaupten ihrerseits, zu einer Einigung bereit zu sein.

Umstritten sind auch Gehaltssteigerungen der Piloten sowie die Pläne des Unternehmens zum Ausbau von Billigflugangeboten.