Dreieinhalb Jahre Haft - das Urteil im Prozess gegen Uli Hoeneß wegen Steuerhinterziehung schlägt ein wie ein Hammer. Stimmen, Reaktionen, Entwicklungen - mit unserem Liveticker verpassen Sie nichts zum Gerichtsverfahren des Jahres.

22:28 "Bild.de" meldet, dass Uli Hoeneß für den Freitag eine Pressekonferenz plant. Allgemein wird erwartet, dass er dort seinen Rücktritt von allen Ämtern beim FC Bayern verkündet. Der Verein hatte bereits erklärt, dass sich die Gremien am Freitag in einer Telefonkonferenz beraten wollten, wie sie weiter vorgehen. Mit einem Rücktritt könnte Hoeneß seiner Absetzung zuvorkommen und zumindest hier sein Gesicht wahren.

16:44 Der FC Bayern München hat sich jetzt auch geäußert und angekündigt, dass sich die Gremien des Vereins zu einer kurzfristigen Beratung "zeitnah, aber nicht vor Freitag" zusammensetzen werden. Das meldet die dpa. Präsidium, Verwaltungsbeirat und Aufsichtsrat werden dann beratschlagen, wie man mit dem Urteil umgehen soll und was für Konsequenzen gezogen werden müssen.

16:33 Hoeneß' Verteidiger-Team hat sich jetzt auch zu der Strategie für die Revision geäußert: Ihr Mandant dürfe nicht wie ein gewöhnlicher Steuersünder behandelt werden, dem erst die Steuerfahndung auf die Schliche gekommen sei. Die Selbstanzeige müsse - auch wenn sie nicht vollständig wirksam ist - deutlich stärker ins Gewicht fallen.

So könnte es nach einem Urteil für Uli Hoeneß weitergehen.

15:38 Die Gesamtsumme von Hoeneß' Steuerschuld ist tatsächlich noch einmal gestiegen: auf jetzt 28,46 Millionen Euro - wie der Richter in seiner Urteilsbegründung vorrechnete. Demnach hat die Finanzbeamtin den Solidaritätszuschlag nicht richtig einberechnet.

15:08 Die Vorsitzende des Bundestags-Rechtsausschusses, Renate Künast, hält das Urteil im Steuerprozess gegen Uli Hoeneß für richtig. "Die Haftstrafe ohne Bewährung war unausweichlich. Angesichts der riesigen Summen konnte das Gericht nicht anders entscheiden", sagte die Grünen-Politikerin am Donnerstag. Der Präsident des FC Bayern München war zuvor vom Münchner Landgericht wegen Steuerhinterziehung zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt worden. "Vor dem Gesetz sind alle gleich. Trotz des ungeheuren Rummels, das Gericht hat seine Aufgabe im Rechtsstaat erfüllt", sagte Künast.

14:48 Hoeneß-Verteidiger Hanns Feigen kündigte vor der Presse im Justizpalast in München an, in Revision zu gehen. Vor dem BGH müsse geklärt werden, inwiefern eine Selbstanzeige, die offenbar nicht gänzlich geglückt ist, in einem solchen Verfahren gewürdigt werden müsse, so Feigen.

14:45 Gerichtssprecherin Andrea Titz erklärt weiter: Bei der Höhe der Haftstrafe sei einerseits berücksichtigt worden, dass Hoeneß zur Aufklärung der Tat beigetragen habe. Der Aufklärungswille von Hoeneß sei jedoch unter äußerem Druck und nicht gänzlich aus freien Stücken entstanden, was wiederum strafverschärfend wirke.

14:43 Die Urteilsbegründung ist vorbei, Gerichtssprecherin Titz tritt vor die Presse und erklärt das Urteil: Demnach sei die Selbstanzeige unvollständig und daher unwirksam. Zudem sei die Selbstanzeige nicht knapp gescheitert, wie der Anwalt von Hoeneß argumentiert hatte.

14:34 Laut Richter Heindl sei ein Freispruch für Hoeneß zu keinem Zeitpunkt infrage gekommen. Das berichten mehrere Reporter vor Ort. Zudem sei die Selbstanzeige unwirksam gewesen. Demnach habe das Gericht erhebliche Zweifel daran, dass es ohne die Recherchen des "Stern"-Reporters zu einer Selbstanzeige gekommen wäre.

14:18 "N24" berichtet, dass Uli Hoeneß das Urteil ohne Regung und mit gesenktem Blick entgegengenommen habe. Hoeneß soll Richter Heindl während der Urteilsbegründung regungslos anstarren. Auch nach dem Urteil ist Hoeneß ein freier Mann, weil das Urteil noch nicht rechtskräftig ist. Zudem können beide Parteien innerhalb einer Woche in Revision gehen, nächste Instanz ist der Bundesgerichtshof in Karlsruhe.

14:10 Uli Hoeneß ist zu einer Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt worden. Das Landgericht München sprach den Präsidenten des FC Bayern München wegen Steuerhinterziehung in sieben Fällen schuldig. Das verkündete die Gerichtssprecherin Andrea Titz. Die Urteilsbegründung von Richter Rupert Heindl läuft derzeit noch.

Steuerexperte: Weiterführung seiner Bayern-Ämter ist ausgeschlossen.

13:45 Uli Hoeneß ist nach der Mittagspause offenbar mit seinem Anwalt bereits auf dem Weg in das Gericht. Die Urteilsverkündung findet offenbar ab 14:00 Uhr statt.

13:15 Gegen 14:00 Uhr wird das Urteil gegen Hoeneß erwartet. Er selbst hat sich am Ende der Verhandlung übrigens nicht mehr ausführlich geäußert und sich dem Plädoyer seines Anwalts angeschlossen. "Ich habe dem Vortrag von meinem Verteidiger nichts hinzuzufügen. Er hat alles gesagt, was ich nicht besser hätte formulieren können." Anschließend legte Hoeneß seiner Frau Susi die Hand auf den Arm und verließ den Saal 134 im Münchner Justizpalast.

11:45 Noch einmal eine kurze Zusammenfassung der Geschehnisse des Vormittags: Die Verteidigung fordert höchstens eine Bewährungsstrafe und die Aussetzung des Haftbefehls gegen den Präsidenten des FC Bayern München. "Die Tat wird überlagert von einer vollständigen Rückkehr zur Steuerehrlichkeit", sagte Anwalt Hanns Feigen. "Die Stunde Null dieses Verfahrens ist der 17. Januar 2013. Das war die Rückkehr des Herrn Hoeneß zur Steuerehrlichkeit." Es gebe bisher keine Urteile, wie mit einer solchen fehlgeschlagenen Selbstanzeige umzugehen sei.

Zuvor hatte die Anklage für eine Haftstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten plädiert. Es handele sich um einen besonders schweren Fall von Steuerhinterziehung, sagte Staatsanwalt Achim von Engel. "Eine wirksame Selbstanzeige, die die Verfolgung verhindern würde, liegt nicht vor."

Steckt hinter den wilden Spekulationen von Hoeneß wirklich eine Sucht?

Das Urteil werde nicht vor 14.00 Uhr fallen, sagte Gerichtssprecherin Andrea Titz.

11:18 Das Gericht zieht sich zur Beratung zurück. Wir bleiben für Sie natürlich dran und melden uns, sobald sich wieder etwas tut.

11:11 Gerichtssprecherin Andrea Titz spricht nun über die Plädoyers: Die Staatsanwaltschaft hält die Selbstanzeige für nicht vollständig und damit für nicht wirksam, die Verteidigung spricht davon, dass die Wirksamkeit der Selbstanzeige - wenn überhaupt - nur ganz knapp verfehlt wurde. Insgesamt forderte die Verteidigung keine konkrete Höhe der Strafe, plädierte aber dafür, dass maximal eine Bewährungsstrafe verhängt werden solle. Eine Einstellung des Verfahrens wurde offenbar nicht gefordert. Laut Titz sei mit einem Urteil nicht vor 14:00 Uhr zu rechnen.

10:56 Feigen sagt in seinem Plädoyer laut "Focus Online", dass es "einen Fall wie Hoeneß noch nie vor Gericht gegeben" habe. Anschließend argumentiert er, dass sich Hoeneß nicht nur freiwillig gemeldet habe, sondern dass "eine wirksame Selbstanzeige nur knapp verfehlt" worden sei. Generell gelte: Hoeneß wollte zur Steuerehrlichkeit zurückkehren. Klingt nach der Maximalforderung einer Einstellung des Verfahrens.

10:52 Laut "Bild.de" hat Hoeneß die Haftforderung mit versteinerter Miene aufgenommen. Die Höhe von fünf Jahren und sechs Monaten Haftstrafe scheint ihn demnach jedoch zu schockieren.

10:45 Eine erste Einschätzung nach der saftigen Strafforderung des Staatsanwalts: Eine Bewährungsstrafe scheint nun ausgeschlossen, da der Richter die Forderung des Staatsanwalts kaum um mehr als die Hälfte drücken können wird - wenn auch er Hoeneß für schuldig hält. Die letzte Chance ist damit, dass Richter Heindl der Verteidigung folgt, die Selbstanzeige als wirksam akzeptiert und Hoeneß straffrei davonkommt.

10:42 Hier noch einmal die Position von Staatsanwalt von Engel: "Eine wirksame Selbstanzeige, die die Verfolgung verhindern würde, liegt nicht vor." Eine Selbstanzeige müsse zumindest so viele Angaben erhalten wie eine Steuererklärung. "Das ist bis heute nicht der Fall", betonte von Engel. Für Hoeneß spreche zwar, dass er ein Geständnis abgelegt habe, nicht vorbestraft sei und unter einer großen psychischen Belastung stehe. Der Prozess habe einen "gewaltigen medialen Wirbelsturm" ausgelöst, Hoeneß habe öffentlich am Pranger gestanden. Gewichtige Milderungsgründe, die eine Bewährungsstrafe rechtfertigen würden, seien das aber nicht.

10:39 Laut Anwalt Feigen gebe es in der Selbstanzeige zwar Probleme in Bezug auf einzelne Jahre. Aber man komme mit den Zahlen aus der Selbstanzeige auf eine Hinterziehungssumme von knapp 30 Millionen Euro. Das berichtet "Focus Online". Die "AZ" schreibt, dass die Verteidigung zudem argumentiert, dass die Tat bei Abgabe der Selbstanzeige noch nicht entdeckt war.

10:31 Nun ist die Verteidigung mit ihrem Plädoyer an der Reihe. Sie wird auf eine wirksame Selbstanzeige setzen, die strafbefreiend wirken würde.

Staatsanwalt fordert fünf Jahre und sechs Monate für Uli Hoeneß

10:23 Die Anklage fordert eine Haftstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten für Uli Hoeneß. Das sagte Staatsanwalt Achim von Engel, der offenbar keine großen Milderungsgründe sieht.

10:19 Nach dem Staatsanwalt ist die Verteidigung mit ihren Plädoyers dran. Anwalt Feigen wird wohl darauf plädieren, dass die Selbstanzeige doch wirksam ist.

10:15 Die "AZ" berichtet, dass der Staatsanwalt die Selbstanzeige für unvollständig und damit für unwirksam halte. Der Angeklagte habe weitere Unterlagen auch nach Aufforderung nicht geliefert, sagt von Engel demnach in seinem Plädoyer.

10:12 Dem "Münchner Merkur" zufolge wirft Staatsanwalt von Engel Hoeneß vor, erst nach den Gerüchten über einen Zeitungsbericht im "Stern" mit seiner Selbstanzeige aktiv geworden zu sein. Damit will von Engel offenbar darlegen, dass der Angeklagte sich nicht aus freien Stücken selbst angezeigt habe. Hoeneß sei während des Plädoyers ruhig, heißt es weiter.

10:00 Laut "Focus Online" hat Staatsanwalt Achim von Engel mit seinem Plädoyer begonnen, nachdem Richter Heindl die Beweisaufnahme geschlossen hat. Soweit läuft also alles wie erwartet. Die Richtung von von Engel scheint klar: Der Staatsanwalt hält die Selbstanzeige von Hoeneß für unwirksam.

09:50 Gerichtssprecherin Andrea Titz sagte vor Sitzungsbeginn über ein mögliches Urteil am heutigen Tag: "Sollten keine weiteren Beweisanträge gestellt werden, ist das durchaus im Bereich des Möglichen. Im Moment sieht es so aus, als könnte das Urteil noch heute gesprochen werden."

09:39 Hoeneß ist mittlerweile im Gerichtssaal, der Prozess beginnt. Am Vormittag soll die Beweisaufnahme abgeschlossen werden, danach folgen die Plädoyers der Staatsanwaltschaft und der Verteidiger. Anschließend zieht sich das Gericht wohl zur Beratung zurück und fällt ein Urteil. Dieses dürfte am Nachmittag verkündet werden.