Dreieinhalb Jahre Haft ohne Bewährung: Diese Strafe muss Steuersünder Uli Hoeneß in der JVA Landsberg seit dem 2. Juni dieses Jahres absitzen. Wie zwei unterschiedliche Medien berichten, soll sich der Gefängnisalltag des ehemaligen Bayern-Präsidenten deutlich von dem der anderen Häftlinge unterscheiden. Hoeneß habe momentan sogar einen Fernseher - und könne so die WM 2014 verfolgen.

"Er wird königlich behandelt und hat keinerlei Kontakt zu normalen Insassen", zitiert die "tz" eine anonyme Quelle mit dem geänderten Namen Robert F.

Biograf Patrick Strasser über Hoeneß' kommende Jahre im Gefängnis.

Bereits vor zwei Wochen berichtete die "Abendzeitung", dass Hoeneß nicht bei den übrigen Häftlingen sitze, sondern sich in der Krankenstation der JVA Landsberg befinde. Er sei der Zeitung zufolge seit seinem Haftantritt krankgeschrieben.

Flachbild-Fernseher in Zelle der Krankenstation

Für Hoeneß soll die Krankschreibung große Vorteile haben: Nach Informationen der "tz" sei die Zelle auf der Krankenstation etwa 32 Quadratmeter groß. Das entspreche einer Zelle für vier Häftlinge. Zudem gebe es dort warmes Wasser und verstellbare Betten. Und: Hoeneß könne sämtliche Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft verfolgen. "Im Raum steht ein 21 Zoll großer Flachbild-Monitor", soll Robert F. der "tz" gesagt haben. Dieser laufe "rund um die Uhr". Die Bundesliga-Spiele der neuen Saison werde Hoeneß aber nicht live verfolgen können. Wie die "Abendzeitung" schreibt, verfügen zwar alle Apparate über einen Kabelanschluss, Pay-TV sei aber nicht zu empfangen.

Laut Robert F. haben auf der Krankenstation sämtliche Betten einen Plastiküberzug und eine ordentliche Matratze. Zudem verfüge Hoeneß dort über ein eigenes WC. "Das gibt es in normalen Vier-Mann-Zellen nicht. Dort ist eine Kabine mit im Raum eingebaut."

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Bilder aus der JVA Landsberg

Hier muss Hoeneß seine Gefängnisstrafe absitzen. Bilder aus der JVA Landsberg.

Hoeneß soll in der Zelle der Krankenstation mit einem verurteilten Arzt untergebracht sein. Der ehemalige Gynäkologe Christian K. sei der einzige Häftling, mit dem Hoeneß intensiven Kontakt habe - von den übrigen Insassen sei Hoeneß weitestgehend abgeschottet, beschreibt Robert F. "Er isst auch alleine – nicht im Speisesaal wie alle, sondern auch im Spital."

Stimmung richtet sich gegen Uli Hoeneß

Auch der Hofgang soll bei Hoeneß nach Angaben von Robert F. anders ablaufen als bei den übrigen Häftlingen: "Hoeneß hat Einzelhofgang und wird von einem speziell für ihn abgestellten Beamten begleitet." Aufgrund der bevorzugten Behandlungen richte sich die Stimmung bei den Insassen der JVA mittlerweile gegen den ehemaligen Präsidenten des FC Bayern München.

Robert F. vermutet, dass Hoeneß, sobald er nicht mehr krankgeschrieben ist, auf der Krankenstation als Hausarbeiter tätig sein werde. Dann würde Hoeneß das Essen für die anderen Patienten holen, die Arztpraxis sauber machen, das Besteck desinfizieren und die Böden wischen.