Am Samstag durfte Uli Hoeneß zum ersten Mal die JVA Landsberg verlassen. Warum der Ex-Präsident des FC Bayern München bereits dreieinhalb Monate nach Antritt des Strafvollzugs in Genuss mehrerer Stunden in Freiheit kam, ist nun klar. Der 62-Jährige hat seine Steuerschulden beim Finanzamt beglichen.

Wie "süddeutsche.de" berichtet, sind auf dem Konto des Finanzamts Miesbach in den vergangenen Monaten - verteilt auf zwei Zahlungen - rund 30 Millionen Euro eingegangen. Es ist die Summe, die Uli Hoeneß den bayerischen Behörden noch geschuldet hatte.

Die genaue Höhe von Uli Hoeneß' Steuerschuld hatte das Finanzamt stets unter Verschluss gehalten. Bei der Urteilsbegründung hatte Richter Rupert Heindl von 28,5 Millionen Euro gesprochen. Hinzu kommen Verzugszinsen von sechs Prozent pro Jahr. Hoeneß schuldete dem Finanzamt also rund 40 Millionen Euro.

Zehn Millionen hat der Ex-Präsident des FC Bayern München bereits anlässlich seiner Selbstanzeige im Jahr 2013 beglichen. Nun sind die restlichen 30 Millionen getilgt. Laut "süddeutsche.de" war das eine entscheidende Voraussetzung dafür, dass Hoeneß bereits nach dreieinhalb Monaten die Justizvollzugsanstalt Landsberg das erste Mal verlassen durfte.

Erster Tag in Freihheit

Hoeneß war am Samstag von seiner Familie abgeholt worden und hatte ein paar Stunden in Freihheit verbracht. Das hatte Hoeneß' Anwalt Tobias Pretsch mitgeteilt. Für einen Ausflug nach Bad Wiessee am Tegernsee, wo Hoeneß mit seiner Familie wohnt, habe die Zeit allerdings nicht gerreicht. Bereits am Nachmittag musste sich Hoeneß wieder in der JVA Landsberg einfinden.

Der Ausgang ist ein Hinweis darauf, dass Hoeneß schon bald Freigänger werden könnte. Wann das der Fall sein wird - darüber schweigen sich die Behörden bislang aus. Freigänger können tagsüber außerhalb des Gefängnisses arbeiten und müssen nur zum Schlafen hinter Gitter. Es wird bereits spekuliert, dass Hoeneß möglicherweise wieder beim FC Bayern unterkommt. (ska)