Rene Benko übernimmt angeblich alle Anteile von Karstadt und wird neuer Eigentümer der angeschlagenen Warenhauskette. Nicolas Berggruen, der bisherige Eigner, zieht sich vollständig zurück. 17.000 Mitarbeiter bangen nun um ihre Jobs.

Ist das die letzte Chance für Karstadt? Der österreichische Immobillien-Investor Rene Benko und seine Signa-Gruppe übernehmen laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Spiegel" alle Anteile der angeschlagenen Warenhauskette Karstadt. Das Magazin beruft sich dabei auf Verhandlungskreise.

In der kommenden Woche soll der neue Eigentümer demnach 83 Filialen und die Karstadt Warenhaus GmbH komplett übernehmen. Das Unternehmen hüllt sich derzeit in Schweigen. Eine offizielle Bestätigung des Berichts steht noch aus. Weder von der Signa-Gruppe noch vonseiten Berggruens war auf dpa-Anfrage eine offizielle Stellungnahme zu erhalten.

Für die 17.000 Beschäftigten der angeschlagenen Warenhauskette brechen nun offenbar ungewisse Zeiten an. Dem Bericht zufolge soll die Übernahme bereits zum Anfang der kommenden Woche erfolgen. Berggruen ziehe sich vollständig bei Karstadt zurück, hieß es. Geld solle bei der Transaktion nicht fließen.

Die Gewerkschaft Verdi hatte am Donnerstag erklärt, angesichts mehrfacher Spekulationen über einen bevorstehenden Eigentümerwechsel bei Karstadt müsse es eine klare Zukunftsperspektive für die Beschäftigten geben. Das könne aber nur mit Investitionen in ausreichender Höhe funktionieren. In der kommenden Woche will der Karstadt-Aufsichtsrat über einen neuen Sanierungsplan beraten, der nach den Worten der Konzernführung "keine Tabus" mehr kennen soll.

Der deutsch-amerikanische Milliardär Nicolas Berggruen hatte den in Finanznot geratenen Konzern mit damals noch 120 Standorten und 25.000 Beschäftigten im Oktober 2010 für einen symbolischen Euro übernommen. Zuvor hatte Karstadt ein Insolvenzverfahren eingeleitet.

Der Oberste Gerichtshof (OGH) in Wien bestätigte indes vergangenen Montag ein Urteil gegen Benko und seinen Steuerberater Michael Passer. Benko und sein Steuerberater waren im Korruptionsverfahren im August 2013 in zweiter Instanz rechtskräftig zu einer Strafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt worden. Ihnen wurde vorgeworfen, in einem Steuerverfahren in Italien interveniert zu haben. Laut den Urteilen wollte Benko über den damaligen kroatischen Ministerpräsidenten Ivo Sanader einen beschleunigten - und positiven - Abschluss des Steuerverfahrens erwirken. Sanader wurden im Ausgleich 150.000 Euro versprochen. (kom/ank/dpa)