Der Chef der Hilfsorganisation Oxfam, Mark Goldring, wird unter dem Druck eines Sex-Skandals von seinem Posten zurücktreten. Die Ereignisse liegen acht Jahre zurück und passierten im Rahmen des verheerenden Erdbebens in Haiti.

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Als Konsequenz aus dem Sex-Skandal in seiner Organisation hat der Chef der Hilfsorganisation Oxfam in Großbritannien seinen Abschied angekündigt.

Am Jahresende tritt Goldring zurück

Zum Jahresende wolle er seinen Posten abgeben, schrieb Mark Goldring in einer Mitteilung, die am Mittwoch auf der Webseite der Organisation veröffentlicht wurde.

Er reagierte damit auf den Skandal um Sex-Orgien von Oxfam-Mitarbeitern mit Prostituierten in Haiti nach dem verheerenden Erdbeben im Jahr 2010.

Belästigung statt Hilfe im Erdbeben-Gebiet

Einem Bericht zufolge kam es dort zudem zu Belästigung und Einschüchterung durch Mitarbeiter, die den Menschen in dem Land helfen sollten.

Sieben Angestellte, darunter der Oxfam-Leiter für Haiti, mussten gehen.

Hilfsorganisationen verderben ihren Ruf

Im Tschad soll es zu ähnlichen Vorfällen gekommen sein. Berichte darüber Anfang dieses Jahres lösten eine ganze Reihe von Enthüllungen über Fehlverhalten auch bei anderen Hilfsorganisationen aus.

Er habe Schritte eingeleitet, dass Oxfam ein sicherer und respektvoller Ort für jeden sei, der mit der Organisation in Kontakt komme, schrieb Goldring.

Vertrauen ist verloren

Nun gelte es, das Vertrauen der Öffentlichkeit zurückgewinnen. Für diese Aufgabe brauche es einen neuen Chef.

Goldring, der seit 2013 an der Spitze von Oxfam in Großbritannien steht, war wegen eines schiefen Vergleichs in dem Skandal auch selbst heftig in die Kritik geraten.

Goldring: "Haben keine Babys in Bettchen ermordet"

Er hatte in einem Interview der Zeitung "The Guardian" gesagt, seine Organisation werde angegriffen, als ob sie "Babys in ihren Bettchen ermordet" hätte.

Kritiker warfen ihm vor, er spiele den Skandal herunter. "Ich war unter Stress", erklärte Goldring später sein Verhalten und entschuldigte sich.© dpa