Schwarzbuch: So werden unsere Steuern verschwendet

Jedes Jahr veröffentlicht der Bund der Steuerzahler das Schwarzbuch, in dem Fälle von Steuerverschwendung dokumentiert werden. Die teuersten und skurrilsten Fälle sehen Sie hier in unserer Bildergalerie.

In Hamburg-Eimsbüttel wurde ein Zaun um eine Hundewiese gebaut, um zu verhindern, dass die Tiere auf den Radweg laufen. Der erste Zaun war aber mit 50 Zentimetern Höhe "überraschenderweise" für die meisten Hunde nicht hoch genug. Zudem umschloss er nicht die gesamte Fläche, sodass Hunde einfach um ihn herumliefen (s. Bild) - ein neuer Zaun musste her. Kostenpunkt für beide Zäune insgesamt: knapp 20.000 Euro.
Die sogenannte Lahnufer-Toilette in Marburg kam die Stadt teuer zu stehen. Beim Bau der Toilette sollte das Abwasser in einen Abwasserkanal geleitet werden - es handelte sich allerdings um eine Regenwasserleitung, die direkt in die Lahn floss. Der Umbau kostete weitere 25.000 Euro. Dazu kommen die nicht bezifferten Schäden durch die Verschmutzung des Flusses.
Dieser speziell angefertigte "Krankenwagen für Wölfe" zum Transport verletzter Tiere kostete stolze 11.000 Euro. Der Anhänger wurde seit seiner Anschaffung aber kein einziges Mal genutzt.
Um die Taubenplage in Fulda in den Griff zu bekommen, sollte ein Taubenhaus gebaut werden. Da man aber in der Stadt keinen geeigneten Standort fand, wurde es am Rande der Innenstadt errichtet - für stolze 55.000 Euro. Tauben fühlen sich allerdings vor allem in Innenstädten wohl. Daher nisteten sich bisher kaum Vögel in dem Haus ein.
Bei Altbausanierungen kommt es häufig zu unerwarteten Kostensteigerungen. Besonders schlimm war es in zwei Fällen: Die Sanierung der ehemaligen Oberfinanzdirektion in Kiel kostet statt der geplanten 8,7 Millionen Euro bis heute über 38 Millionen. Ein Neubau mit gleicher Nutzfläche hätte etwa 29,5 Millionen gekostet. In ...
... Idar-Oberstein derweil hätten die Sanierungen eines Polizeigebäudes von 2014 bis 2016 laufen sollen und rund 3,1 Millionen Euro kosten. Mittlerweile ist die Fertigstellung für den Sommer 2019 geplant und soll insgesamt 6,9 Millionen Euro Steuergelder beanspruchen. Dazu kommen Miet- und Umbaukosten für Ausweichquartiere von mehr als 620.000 Euro. Ein Neubau hätte rund 6 Millionen gekostet.
Besonders teuer wird der Bau der Düsseldorfer U-Bahn-Strecke "Wehrhahnlinie". Statt ursprünglich 650 Millionen Euro wird das Projekt mittlerweile auf 929 Millionen beziffert. Laut dem Bund der Steuerzahler wurde das Projekt anfangs "schöngerechnet, damit Bürger und Politik zustimmen".