Der saudische Prinz scheint anders zu sein als die schwerreichen Saudi-Prinzen, die durch Öl zu Milliardären wurden. Seine 21,5 Mrd. Dollar verdiente der Neffe des Königs von Saudi-Arabien und Enkel des Landesgründers mit seinem Investmentunternehmen Kingdom Holding Co.. Im großen Stil beteiligt sich Alwaleed an Unternehmen wie Priceline.com, Amazon.com, ebay, Procter & Gamble, McDonald's und AOL.

Prinz Alwaleed bin Talal bin Abdulaziz wurde 1967 geboren und verbrachte seine Studienzeit in den USA. Nach seinem Abschluss an dem kalifornischen Menlo College kehrte er nach Saudi-Arabien zurück, wo er seine ersten Versuche an der Börse startete, die mit Hilfe seines Vaters finanziert wurden. Da diese nicht von Erfolg gekrönt waren, konzentrierte er sich auf die Zusammenarbeit mit ausländischen Bauunternehmen, die in Saudi-Arabien tätig waren. Diese mehr oder weniger seriösen Geschäfte brachten ihm mehrere hundert Mio. Dollar ein. Alwaleed investierte daraufhin in saudi-arabische Immobilien und Aktien und übernahm schließlich die Mehrheit an einer einheimischen Bank, die er durch zahlreiche Fusionen zum größten Finanzinstitut des Mittleren Ostens aufbaute. Als während des Golfkrieges 1991 die größte Bank der USA, die Citicorp, finanzielle Schwierigkeiten kam, kaufte die Kingdom Holding einen Anteil von 15 Prozent und wurde zum größten Anteilseigner. Heute beträgt der Wert seines Anteils 10 Mrd. Dollar. Seit 1994 gehören dem Prinzen auch 24 Prozent an Eurodisneyland in Paris, dem er mit 354 Mio. Dollar unter die Arme griff.

Neben dem üblichen "Spielzeug" eines Prinzen besitzt Alwaleed einen Airbus A340, der mit Seidenteppichen geschmückt ist. Er setzt sich sehr für das Gesundheits- und Bildungssystem in seinem Land ein und unterstützt zahlreiche arabische Künstler.

Seit einigen Jahren betätigt sich der Prinz auch politisch und ist ein großer Befürworter der USA. Auf seiner Amerika-Reise im Januar 2004 traf er die ehemaligen US-Präsidenten Carter, Clinton und Bush, um mit ihnen darüber zu beraten, wie die Kluft zwischen Saudi-Arabien und den USA verringert werden kann.

Laut der Forbes-Rangliste der reichsten Menschen des Jahres 2004 belegt Prinz Alwaleed bin Talal bin Abdulaziz den 3. Platz.

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