Die Gewerkschaften haben im Kampf um bessere Löhne im öffentlichen Dienst zu Warnstreiks aufgerufen. Welche Gemeinden sind betroffen? Der Überblick.

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Beschäftigte von Kitas, Krankenhäusern und anderen Einrichtungen des öffentlichen Dienstes wollen am Dienstag in einzelnen deutschen Städten ihre Arbeit niederlegen.

  • Unter anderem wollen in der Universitätsstadt Freiburg Beschäftigte der Verwaltung und von Kindergärten in den Ausstand treten.
  • In Gütersloh rief Ver.di die Beschäftigten des städtischen Klinikums, der Stadtverwaltung und der städtischen Kindertagesstätten auf, die Arbeit niederzulegen.
  • Streikaktionen soll es zudem in Unna, Duisburg und Remscheid geben.
  • Auch in Rheinland-Pfalz und Niedersachsen kündigte die Gewerkschaft Ver.di Ausstände an.
  • In Kiel sind die Mitarbeiter der Stadtwerke und des Städtischen Krankenhauses zu Warnstreiks aufgerufen.
  • In Augsburg wollen Beschäftigte der Stadtentwässerung streiken.

Die Warnstreiks sollen der Auftakt zu weiteren Aktionen in den Tagen darauf sein. In Hamburg soll es am Donnerstag zu ersten Ausständen kommen.

Die Gewerkschaft Ver.di will mit den Warnstreiks ihren Lohnforderungen im laufenden Tarifstreit mit Bund und Kommunen Nachdruck verleihen. Verhandelt wird über die Einkommen von mehr als zwei Millionen Beschäftigten.

Bund und Kommunen hatten bei der zweiten Verhandlungsrunde am Wochenende in Potsdam kein Angebot vorgelegt. Ver.di und der Beamtenbund dbb zeigten sich empört.

Warnstreiks im öffentlichen Dienst sorgen für Kritik

Der Städte- und Gemeindebund verurteilte indes die Warnstreiks. Diese seien "der falsche Weg", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der "Bild"-Zeitung. Die Steuereinnahmen der Kommunen dürften in den kommenden Jahren einbrechen. Daher sei es wichtig, Kompromisse auszuloten.

Auch der Deutsche Städtetag äußerte sich kritisch. "Warnstreiks während der Corona-Pandemie wirken wie aus der Zeit gefallen", sagte Städtetagspräsident Burkhard Jung den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Vor allem in Kitas würden Eltern und Kinder noch einmal zusätzlich belastet. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) nannte die Ausstände "unverhältnismäßig."

Großteil der Bevölkerung zeigt Verständnis für Streiks

Die Mehrheit der Bundesbürger zeigte indes Verständnis. In einer Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag von RTL und n-tv unterstützen demnach 63 Prozent der Befragten die Streiks - auch jene, die von den Streiks betroffen sein dürften. 32 Prozent zeigten kein Verständnis.

Ver.di und der dbb fordern 4,8 Prozent mehr Lohn. Den Beschäftigten sollen mindestens 150 Euro mehr pro Monat zugesichert werden. Sie fordern eine Laufzeit von zwölf Monaten, die kommunalen Arbeitgeber wollen eine längere Laufzeit.

Die dritte Verhandlungsrunde ist für den 22. und 23. Oktober angesetzt. Einigen sich beide Seiten dann noch immer nicht auf einen Abschluss, wird eine Schlichtung eingeleitet.  © DER SPIEGEL