Für die 1930 geborene Johanna Quandt dürfte es wie ein Märchen gewesen sein, als Herbert Quandt 1960 um die Hand seiner damaligen Sekretärin anhielt und sie kurze Zeit später ehelichte. Plötzlich gehörte sie zu einer der traditionsreichsten und wohlhabendsten Industriellenfamilien Deutschlands. Heute besitzen die bescheiden gebliebene Quandt und ihre Familie ein Vermögen von 21,3 Mrd. Dollar.

Die Erfolgsgeschichte der Quandts, das ist eine Geschichte, die bereits Ende des 19.Jahrhunderts begann. Der Tuchfabrikant Emil Quandt gehörte mit seinem Unternehmen zu den Lieferanten des Kaisers. Noch vor dem Ersten Weltkrieg entstand unter der Leitung seines Sohnes Günther eine moderne Textilfabrik. Sie war Ausgangspunkt einer Holding, die zum Zeitpunkt des Todes von Günther Quandt, 200 Unternehmen umfasste. So erbten die Stiefbrüder Herbert und Harald 1954 unter anderem den Batterienhersteller Varta, vor allem aber Aktienpakete an Daimler-Benz und BMW.

Als BMW 1959 kurz vor dem Bankrott stand, erhöhte Herbert Quandt seinen Anteil auf 50 Prozent und führte das bayerische Automobilunternehmen wieder in die Gewinnzone. 1982 verstarb Herbert Quandt im Alter von 71 Jahren. Seiner insgesamt dritten Ehefrau Johanna und den gemeinsamen Kindern Susanne und Stefan hinterließ er neben dem 50 Prozent-Anteil an BMW die Unternehmen Ceag und Altana.

Die Quandts waren seit jeher als zurückhaltend und medienscheu bekannt. Spätestens aber, seit 1978 die geplante Entführung von Johanna Quandt und ihrer Tochter erst in letzter Minute verhindert werden konnte, zog sich die Familie vollkommen aus der Öffentlichkeit zurück. Johanna Quandt residiert in einer wenig pompösen Villa bei Bad Homburg, umgeben von hohen Hecken.

Laut der Forbes-Rangliste der reichsten Menschen des Jahres 2004 belegt Johanna Quandt den 78. Platz.

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