Die Genehmigung der Milliarden-Beihilfen zum Bau einer Anlage für "grünen" Stahl in Duisburg hat aus Sicht der Landesregierung Nordrhein-Westfalen weitreichende wirtschaftliche Auswirkungen.

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"Das ist eine einzigartige Chance auf langfristige Perspektiven für Wertschöpfung, internationale Wettbewerbsfähigkeit und den Erhalt guter Arbeitsplätze", erklärte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) am Donnerstag in Düsseldorf.

Eine komplette Wertschöpfungskette, die weit in den metallverarbeitenden Mittelstand im Land reiche, werde zukunftsfähig gemacht und bleibe im Land. Auch die Anlage selbst werde von einem großen Unternehmen aus NRW errichtet. Wüst betonte, dass sich das Land mit bis zu 700 Millionen Euro am Bau der Anlage beteiligen wolle. Dies sei die größte Einzelförderung in der Geschichte des Bundeslandes.

Deutschlands größter Stahlhersteller Thyssenkrupp Steel will in Duisburg eine sogenannte Direktreduktionsanlage zur Herstellung von klimafreundlicherem Stahl bauen. Sie soll anfangs mit Erdgas und später mit klimaneutral erzeugtem Wasserstoff betrieben werden und so den Ausstoß von Treibhausgasen bei der Stahlerzeugung deutlich senken.

NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) sprach von einem "entscheidenden Tag" für die Zukunft des Stahlstandorts NRW, für den Erhalt einer industriellen Kernbranche und für die Sicherung Zehntausender Arbeitsplätze. "Konzern und Arbeitnehmerseite sind nun in der Lage, die klimaneutrale Transformation ihrer Produktion mit Hochdruck vorantreiben zu können."

ThyssenKrupp Steel könne damit schon zeitnah den CO2-Ausstoß der Produktion um knapp 20 Prozent senken. "Das entspricht bereits 8 Prozent der Treibhausgasemissionen der gesamten NRW-Industrie." Zugleich werde der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft forciert. Das Vorhaben werde damit ein "industriepolitischer Meilenstein" für NRW auf dem Weg zur ersten klimaneutralen Industrieregion Europas.  © dpa

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