Prominente leben auf der Sonnenseite des Lebens. Was sie anfassen, so könnte man meinen, wird zu Gold. Firmen von Überfliegern wie Angelina Jolie, Franz Beckenbauer oder Ozzy Osbourne haben jede Menge Erfolg.

Doch gibt es auch eine Kehrseite: Für Boris Becker war sein Internetportal Sportgate eine große Pleite, was sogar ein gerichtliches Nachspiel hatte.

Im Fall Michael Jackson sieht das Ergebnis noch viel bedrohlicher aus: Er lebte bis vor kurzem auf zu großem Fuß und riss mit seinen finanziellen Eskapaden seine Firmen in den Abgrund.

Es ist nicht alles Gold, was glänzt - auch bei den Promis. Es gibt also bei den Stars viel Licht aber auch genug Schatten, wie die zehn folgenden Beispiele zeigen.

Franjo Pooth ist eigentlich gar kein Prominenter, aber immerhin der Mann der Ex-Frau von Dieter Bohlen. Doch weil Verena Pooth auch nach der Scheidung mit "dem Dieter" weiterhin als Werbetante, C-Promi und "Engel im Einsatz" über den Bildschirm geistern darf, bleibt auch Göttergatte Franjo im Gespräch.

Allerdings sorgte der Self-Made-Man mit seiner Firma Maxfield in jüngster Vergangenheit für Negativschlagzeilen: Die Firma für Unterhaltungselektronik ging mit 14 Millionen Euro Schulden pleite. Dabei hatte Maxfield so innovative Produkte wie Plüschtiere mit MP3-Playern und Schlüsselanhänger mit Mini-Bildschirmen auf den deutschen Markt gebracht.

Kaum war die Zahlungsunfähigkeit bekannt, polterte Veronas Ex bei TV-Talker Johannes B. Kerner: "Wenn sie mal 'ne Suppe braucht im Winter, ich bin immer da." Der Markt sei viel zu schwierig für einen kleinen Jungen, der keine Ahnung habe, lästerte Dieter Bohlen. "Mensch, der hat kein BWL studiert, der kennt sich mit MP3-Playern nicht aus. Das ist genauso, als wenn ich morgen sage: 'Ey, ich mach morgen Dieter Lagerfeld'."

Weit mehr Erfolg als Franjo Pooth hat David Beckham. Er kann auf ein eigenes Firmenimperium blicken. Seine Selbstvermarktungsagentur nannte er Footwork Productions, deren einziger Angestellter er ist. Das war nicht immer so: 2003 war Becks noch Direktor seiner Firma, feuerte sich aber selbst und zahlte sich eine Abfindung von 7,9 Millionen britischen Pfund. Mit dieser Aktion konnte der Engländer sicherlich seine Steuerausgaben senken.

Als Angestellter von Footwork lässt es sich aber auch nicht schlecht leben. 2006 genehmigte sich David Beckham ein Gehalt von 19,7 Millionen Pfund. Die Urheberrechte seiner Autobiografie hält das Unternehmen Brand Beckham, was sich für die Promi-Familie rechnet. Seine Frau Victoria vermarktet ihre Pop-Karriere über Moody Productions, was wegen der gestoppten Spice-Girl-Tour allerdings wenig zum Einkommen der Beckhams beitragen dürfte.

Nicht immer sprudeln die Millionen, nur weil ein Star hinter einem Unternehmen steckt. Das musste auch Madonna erkennen. Anfang 2006 gründete die Wahl-Londonerin eine Firma mit dem Namen Semtex Girls Limited. Da aber der tschechische Sprengstoffhersteller Explosia ein Produkt namens Semtex verkauft und an diesem Begriff die internationalen Rechte besitzt, klagten die Osteuropäer gegen Madonna.

So seltsam wie die Namensgebung war auch das Geheimnis um die Ziele des Unternehmens, die Madonna nicht preisgeben wollte. Nur so viel ließ sich der Star enlocken: Der Name Semtex Girls beziehe sich auf solche Typen wie ihre Assistentin, auf ein Mädchen, das dynamisch ist, das explodiert, das nicht zu stoppen ist und ein Nein als Antwort nicht akzeptiert.

Dann zogen die Tschechen ihre Klage zurück. "Madonna nutzt den Namen zu reinen Werbezwecken, und wir können nicht wirklich nachweisen, dass uns das schadet", begründete Explosia-Direktor Ladislav Lehky seine Entscheidung in der Prager Zeitung "Mlada fronta Dnes". Trotzdem hat Madonna die Pläne mit ihrer Firma Semtex Girls Ltd. mittlerweile auf Eis gelegt.

2002 war für Britney Spears die Welt noch ziemlich in Ordnung. "Forbes" wählte sie damals vor Madonna, Tiger Woods und Steven Spielberg zur mächtigsten Prominenten. Das "People"-Magazin kürte den Popstar sogar zu einem der 50 schönsten Menschen.

Aber auch das ereignete sich für die Berühmtheit in jenem Jahr: Nach zwei Jahren trennte sich Justin Timberlake von ihr, ihre Eltern ließen sich scheiden und Britney zerstörte mit öffentlichen Raucheskapaden und Saufgelagen ihr Image als Unschuldslamm.

Außerdem gründete die Amerikanerin 2002 die Film-Produktionsfirma Britney Spears Production. Bis dahin hatte das Popsternchen in Rollen für "Longshot" und "Crossroads" ohne großen Erfolg erste Schauspielerfahrung gesammelt. Jetzt wollte sie in Eigenregie einen Streifen über den Motorsport Nascar drehen. Reale Rennstall-Besitzer, Piloten und der Drehbuchautor James V. Hart waren für einen ersten Achtungserfolg vorgesehen. Aus dem Projekt wurde jedoch nie etwas.

Im Gegensatz zu Britney Spears ist das deutsche Model Heidi Klum außerordentlich erfolgreich mit ihrer Firma: Schon 1996 gründete die Bergisch-Gladbacherin die Heidi Klum GmbH. In vermarktungsgerechtem Floskeln schilderte sie ihre Einstellung zu der Gesellschaft so: "Die Firma macht mir großen Spaß. Mein eigener Boss zu sein und Eigenes zu entwickeln, ist herrlich."

Zu den Produkten des Models gehören die Duftserien "Heidi Klum" und "Me", eine Kollektion für Birkenstock, die Markteinführung von Katjes in den USA und eine Schmuckkollektion für den New Yorker Juwelier Mouawad. Mit dem "fantastischsten Geschmeide" hat die Deutsche allerdings ihre Probleme.

Ende 2007 verklagte der französische Luxusjuwelier Van Cleef & Arpels die Bergisch-Gladbacherin. Das Traditionsunternehmen wirft dem Model vor, das Design seiner Schmuckserie mit Kleeblatt-Motiven abgekupfert zu haben. Es sei so ähnlich, dass es zu "Verwirrung im Markt" führe, empörte sich Van Cleef.

Heidi Klum hingegen behauptet, Ornamente im Mailänder Dom hätten sie zum Design der Serie inspiriert. Van Cleef & Arpels verklagte das Supermodel allerdings nur auf eine Schadensersatzsumme von 17.000 Euro. Das deutet darauf hin, dass Klums Kollektion bisher alles andere als erfolgreich war. Noch steht das Urteil aus.

Die Beatles waren eine der erfolgreichsten Bands der Welt. Auch 38 Jahre nach ihrer Trennung werden ihre Songs immer noch täglich von den Radiostationen dieser Welt gespielt. Trotzdem es die Band nicht mehr gibt, erwirtschaften Lieder wie "Yesterday", "Can't Buy Me Love" oder "Strawberry Fields Forever" weiterhin Millionen.

Mitten im Geschehen steht die Firma Apple Corps, die John Lennon, Paul McCartney, Ringo Starr und George Harrison im Januar 1968 gründeten. Auch wenn bis dahin Künstler wie The Tokens und Frank Sinatra schon eigene Plattenlabels besaßen, sprengten die Fab Four den üblichen Rahmen. Sie setzten mit Marken wie Apple Management, Apple Retail oder Apple Electronics konsequent auf professionelle Arbeit.

1978 rasselte die Firmengruppe das erste Mal mit Steve Jobs Unternehmen gleichen Namens zusammen. Da die Liverpooler die internationalen Markenrechte besaßen, musste das Computerunternehmen klein beigeben und versprechen, nicht auf dem Musikmarkt aktiv zu werden. In den folgenden Jahren flackerte der Konflikt um den Markennamen immer wieder auf. Bei der jüngsten Auseinandersetzung waren die Briten die Unterlegenen und mussten Apple beziehungsweise iTunes Schadensersatz zahlen. Apple Corps darf aber jetzt Beatles-Songs online verkaufen.

Seit 2003 ist Arnold Schwarzenegger Gouverneur von Kalifornien. Das heißt jedoch nicht, dass seine Geschäfte ruhen. Allerdings bekommt die Öffentlichkeit nur selten Einblicke in die Geschäfte des geborenen Österreichers. Zu seinen Firmen gehört Oak Productions, das die Rechte an Filmen wie "Collateral Damage" und "The Sixth Day" hält.

Vor fünf Jahren zahlte ihm die Firma deswegen 22,4 Millionen US-Dollar aus, dazu kamen nach Expertenschätzungen Leistungen für Altersversorgung und Absicherung gegen Krankheit in gleicher Höhe. Außerdem überwies ihm Oak Productions Teilhaber-Dividende in Höhe von 500.000 US-Dollar.

Mit seiner Firma Legend International Air hatte er nicht so viel Glück. 1997 kaufte die Fluggesellschaft etwa für 133 Millionen US-Dollar eine Boeing 747 von Singapure Airlines. Sechs Jahre später fuhr das Unternehmen immer noch keine Gewinne ein, hatte aber Verluste von acht Millionen US-Dollar eingeflogen. 2003 brachte auch die Immobilienfirma Main Street Plaza Verluste ein, die sich allerdings nur auf 200.000 US-Dollar beliefen.

Arnold Schwarzenegger hält ausgerechnet an der populären Terminator-Serie keine Rechte. Im vergangenen Jahr verkaufte die Produktionsfirma C-2 auch noch die Vermarktung an Halcyon. Die kleine Produktionsfirma will bereits in der ersten Jahreshälfte 2009 mit Teil vier in eine neue Terminator-Trilogie starten. Allerdings muss Halcyon auf Schwarzenegger und Schöpfer James Cameron verzichten.

Mit Plan B Entertainment ist Brad Pitt sehr erfolgreich. Die von Brad Grey, Jennifer Aniston und Pitt gegründete Produktionsfirma brachte Filme wie "Troja", "Charlie und die Schokoladenfabrik", "Departed - Unter Feinden" und "Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford" in die Kinos.

Durch die Trennung von Jennifer Aniston ergaben sich für Plan B Veränderungen: Der weibliche "Friends"-Star blieb beim Vertrieb von Warner und Brad Pitt wechselte mit Plan B zu Paramount, wo Partner und Produzent Brad Grey mittlerweile in leitender Funktion tätig ist.

Zurzeit arbeitet Plan B Entertainment an dem Zombie-Film "World War Z". Allerdings ist noch unklar, ob Brad Pitt für den Horror-Streifen vor der Kamera stehen wird.

Elvis Presley spielt in der gleichen Liga wie die Beatles. Über 30 Jahre nach seinem Tod sind Hits wie "In the Ghetto", "Suspicious Minds" oder "Blue Suede Shoes" täglich in den Radioprogrammen präsent. Klar, dass es jemanden geben muss, der dafür die Hand aufhält.

In diesem Fall ist es Lisa Marie Presley, die Tochter von Elvis und Priscilla Presley, und die Firma Elvis Presley Enterprises (EPE). Im Testament war die Firma mehr dazu gedacht, die Geschäfte ähnlich einer Stiftung weiterzuführen. Vater Vernon Presley, Großmutter Minnie Mae Presley und die Tochter sollten das Erbe des King of Rock'n'Roll hüten. Doch aus EPE ist ein kommerziell erfolgreiches Unternehmen geworden.

In der Zwischenzeit sind Vater und Großmutter verstorben. Im Februar 2005 übernahm der Vermarkter CKX 85 Prozent der Firma. Lisa Marie Presley gehört neben den restlichen Anteilen als alleinige Besitzerin die Pilgerstätte Graceland, die EPE ab 1982 der Öffentlichkeit zugänglich machte. Nach dem Weißen Haus ist das Anwesen in Memphis das meistbesuchte Privathaus in den USA.