(seb) – Das Vertrauen in den Euro ist durch die Wirtschaftskrise und kostspielige Rettungsaktionen für die Haushalte Griechenlands und Irlands ins Wanken geraten. Im Dezember lag die Inflation im Euro-Raum bei 2,2 Prozent, der höchste Stand seit zwei Jahren. Viele Deutsche befürchten nun einen rapiden Wertverlust der Gemeinschaftswährung, und wünschen sich bereits die gute alte D-Mark zurück. Ein Trugschluss, wie eine neue Allianz-Studie nun belegt.

Laut "Bild"-Zeitung haben die Finanzexperten der Versicherung errechnet, dass der Euro seit seiner Einführung rund 22 Prozent an Wert verloren hat. Im Vergleich zu 1999 hat 1 Euro in Deutschland eine Kaufkraft von nur noch 82 Cent. In Frankreich sind es sogar weniger als 81 Cent, in Spanien gar nur 71 Cent. Doch Experten warnen vor Panik.

"Auch wenn der Euro durch die Schuldenkrise Europas ins Gerede gekommen ist, darf man nicht übersehen: Die Gemeinschaftswährung hat für stabile Preise gesorgt", sagt Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise gegenüber "Bild". "Die Geldentwertung in Deutschland lag seit Einführung des Euro bei durchschnittlich 1,5 Prozent pro Jahr, das ist deutlich weniger als zu D-Mark-Zeiten, wo sie bei 2,6 Prozent lag."

Im internationalen Vergleich steht der Euro sogar relativ gut da. Der Dollar, weltweit noch immer eine Leitwährung, hat im gleichen Zeitraum 25 Prozent an Wert verloren.

Das Horror-Szenario von explodierenden Preisen ist bisher auch nicht eingetreten. Seit der Widervereinigung sind die Preise in Deutschland nur um rund 1,9 Prozent jährlich gestiegen. "Das Preisniveau ist in den letzten zwölf Jahren stabiler gewesen als in der Bundesrepublik in den 50 Jahren zuvor", sagt Jean-Claude Trichet, Präsident der Europäischen Zentralbank.