Die deutsche Wirtschaft bricht laut Prognosen der führenden Wirtschaftsinstitute wegen der Corona-Pandemie stärker ein, als erwartet. Trotzdem hat Finanzminister Olaf Scholz die Politik der Bundesregierung verteidigt und vor Leichtsinn gewarnt, sonst sei der rasche Aufschwung "ganz schnell futsch".

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Die deutsche Wirtschaft bricht in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie stärker ein, als noch im Frühjahr erwartet. In ihrem am Mittwoch veröffentlichten Herbstgutachten senkten die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Prognose für das Bruttoinlandsprodukt um mehr als einen Prozentpunkt auf minus 5,4 Prozent.

Für das nächste Jahr rechnen die Forscher nun noch mit einem Zuwachs von 4,7 Prozent. Im Frühjahr waren sie noch von einem Minus von 4,2 Prozent für 2020 und einem Plus von 5,8 Prozent für 2021 ausgegangen.

Scholz: Unsere Corona-Wirtschaftspolitik wirkt

Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hat angesichts der Konjunkturprognose vor Leichtsinn in der Coronakrise gewarnt. "Sonst ist der rasche Aufschwung ganz schnell futsch", erklärte der Vizekanzler am Mittwoch in Berlin. Wenn dagegen alle ihren Beitrag leisteten, um das Infektionsgeschehen im Griff zu behalten, könne Deutschland "weiter vergleichsweise gut durch die Krise kommen". Die Prognose der Institute beweise, dass die Politik der Bundesregierung wirkt. Die deutsche Wirtschaft könne 2021 wieder das Vorkrisenniveau erreichen.

Derzeit werde die wirtschaftliche Entwicklung laut den Forschern noch gebremst. Gründe seien die schleppende Entwicklung in Branchen mit vielen Sozialkontakten wie Tourismus und Gastronomie sowie Veranstaltungsgewerbe und Luftverkehr. Das Vorkrisenniveau der Wirtschaftsleistung wird demnach erst Ende 2021 erreicht. Die Wirtschaftsleistung liege dann aber weiter unter dem Niveau, das ohne die Pandemie hätte erbracht werden können. Erst Ende 2022 dürfte die Wirtschaft den Forschern zufolge wieder normal ausgelastet sein.

Diese Institute sind am Herbstgutachten beteiligt

Am Herbstgutachten beteiligt sind neben den Leibniz-Instituten für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH) und Essen (RWI) das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), das Münchner Ifo-Institut und das Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel. Die fünf Institute legen im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums zweimal im Jahr ihre sogenannte Gemeinschaftsdiagnose vor. (mgb/afp/dpa)