Angesichts steigender Hypothekenzinsen in Großbritannien warnt eine Londoner Denkfabrik vor hohen Kosten für Verbraucherinnen und Verbraucher. Die jährlichen Hypothekenrückzahlungen für einen durchschnittlichen Haushalt, der eine Umschuldung vornimmt, würden um 2900 Pfund zulegen, teilte die Resolution Foundation am Samstag mit. Die Erhöhung treffe bis 2026 etwa 7,5 Millionen Haushalte.

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Liz Truss löste die Hypothekenkrise aus

Die britische "Hypothekenkrise", die durch die chaotische Finanzpolitik der Kurzzeit-Premierministerin Liz Truss ausgelöst worden war, verschärfe sich weiter, betonte die Denkfabrik. Das liege auch daran, dass die Bank of England wegen der unerwartet hohen Inflation weiterhin den Leitzins anheben werde - nach Erwartungen des Thinktanks von derzeit 4,5 Prozent bis Mitte 2024 auf 6 Prozent. "Diese höheren Erwartungen wirken sich schnell auf die Hypothekenzinsen aus, wobei Angebote vom Markt genommen und durch neue mit höheren Zinssätzen ersetzt werden", betonte Resolution Foundation. Dadurch könnten bis 2026 die gesamten jährlichen Hypothekenrückzahlungen um 15,8 Milliarden Pfund steigen.

Außmaß könnte verstärkt werden

Am Freitag lag die durchschnittliche zweijährige Festhypothek für Eigenheimbesitzer bei 5,98 Prozent. Sie werde vor Ende 2027 nicht unter 4,5 Prozent fallen, prognostizierte die Denkfabrik. Dies würde das Ausmaß der aktuellen Hypothekenkrise deutlich verstärken.

Die Zahl der Immobilienbesitzer, die eine Hypothek bedienen müssen, ist in Großbritannien seit 1989 von 40 auf 30 Prozent gefallen. Das liegt auch daran, dass ältere Menschen ihre Hypotheken abgezahlt haben und weniger jüngere Menschen ein Eigenheim kaufen.  © dpa

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