VW-Chef Matthias Müller steht vor der Ablöse: Der 64-Jährige fällt einem Bericht zufolge dem Umbau der Konzernspitze zum Opfer. Ein Nachfolger wird schon genannt.

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Matthias Müller, Chef des Volkswagen-Konzerns, muss offenbar in Kürze seinen Posten räumen. Das meldet das "Handelsblatt". Auch ein Nachfolger steht demnach bereits fest: Markenchef Herbert Diess soll für ihn übernehmen.

Zuvor war bekannt geworden, dass der VW-Konzern seine Führungsspitze umbauen will. Offiziell geht es um eine "Weiterentwicklung der Führungsstruktur".

Es könne auch zu personellen Veränderungen im Vorstand und bei den Ressortzuständigkeiten führen, teilte die Volkswagen AG mit. "Dazu könnte auch eine Veränderung im Amt des Vorstandsvorsitzenden gehören", hieß es.

Vorstandschef Matthias Müller habe seine "grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, an den Veränderungen mitzuwirken". Nähere Angaben dazu machte der Dax-Konzern zunächst nicht.

Umbau bei VW ist schon länger Thema

Bei Volkswagen ist der interne Umbau seit langem ein Thema, der Konzern kämpft mit komplexen Strukturen und will den einzelnen Marken und Regionen mehr Verantwortung geben.

Außerdem erfordern die Elektromobilität und die Vernetzung viele Veränderungen, der Konzern investiert hier bereits Milliarden.

Zeitgleich mit Volkswagen ging die Muttergesellschaft Porsche SE an die Öffentlichkeit und teilte mit, dass Veränderungen im VW-Vorstand auch zu Änderungen im Vorstand bei der Porsche SE führen könnten.

Die von den Familien Porsche und Piëch kontrollierte Porsche SE hält gut 52 Prozent der Stimmrechte an Volkswagen. Die Vorzugsaktien von Volkswagen stiegen am frühen Nachmittag auf ein Tageshoch. Zuletzt lagen sie knapp drei Prozent im Plus.

Matthias Müller wollte "weiblicheres, jüngeres und internationaleres" Management

Müller hatte dem "Spiegel" gesagt, aus seiner Sicht müsse das oberste Management von Volkswagen "weiblicher, jünger und internationaler" werden. "Das ist ein riesiges Problem des Konzerns. (...) Ich würde auf jeden Fall gerne mit dem Aufsichtsrat diskutieren, wie der Konzern nach meiner Zeit geführt werden soll und von wem."

Müller ist 64 Jahre alt, sein Vertrag endet regulär 2020. Er war im Herbst 2015 an die Spitze von Volkswagen gekommen, nachdem Vorgänger Martin Winterkorn im Zusammenhang mit dem Bekanntwerden des Abgasskandals in den USA zurückgetreten war. (ank/dpa)