Die deutsche Investmentbranche ist in den vergangenen 20 Jahren enorm gewachsen. Dies belegen die steigende Anzahl von Publikumsfonds und Spezialfonds, die steigenden Fondsvolumina und die weiter zunehmende Anzahl an Gründungen neuer Gesellschaften. So gab es in Deutschland im Jahr 1980 insgesamt 605 Fonds mit knapp 24 Millionen Euro Anlagevolumina (106 Publikumsfonds und 488 Spezialfonds). Im Jahr 2001 waren es über 7.500 Fonds mit einem Anlagevolumen von über 1 Milliarde Euro (ca. 1.900 Publikumsfonds und 5.600 Spezialfonds)

Rechtsgrundlage für das Geschäft der deutschen Investment-Gesellschaften ist neben dem Gesetz über das Kreditwesen (KWG) insbesondere das Gesetz über Kapitalanlagegesellschaften (KAGG). Hierbei handelt es sich um ein in der Praxis bewährtes Anlegerschutzgesetz.

Deutsche Investmentfonds unterliegen einer besonderen staatlichen Aufsicht durch das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen in Bonn. Publikumsfonds sind Investmentfonds, deren Anteile der Öffentlichkeit, d.h. einem unbegrenzten Anlegerkreis, angeboten werden. Spezialfonds sind Investmentfonds, deren Anteile ausschließlich einem begrenzten Anlegerkreis angeboten werden, wie beispielsweise Versicherungen, Pensionskassen und anderen Unternehmen. Für Spezialfonds gelten die gleichen Anlagevorschriften und steuerlichen Bestimmungen wie für Publikumsfonds.

Was sind Investmentfonds?

Investmentfonds sind Sondervermögen, die von Fonds-Managern einer Kapitalanlagegesellschaft (KAG) verwaltet und von einer von ihr unabhängigen Depotbank verwahrt werden. Die Anlagegesellschaft bündelt in einem Investmentfonds die Gelder vieler Anleger, um sie nach dem Prinzip der Risikostreuung in verschiedenen Vermögenswerten nach definierten Anlagegrundsätzen gewinnbringend anzulegen.

Wie funktionieren Investmentfonds?

Fonds werden von KAG´s auflegt und von Fonds-Managern verwaltet. Dabei kann man sich einen Fonds wie einen großen Topf vorstellen, in dem eine Anzahl an verschiedenen Wertpapieren liegt, deren Auswahl von einem Fond-Manager getroffen wird. Dieser wird von einem Analystenteam unterstützt, das in regelmäßigen Abständen ausgewählte Unternehmen besucht und detaillierte Auskünfte über die aktuelle Lage und weitere Entwicklung der betreffenden Gesellschaft mit dem Management einholt. Die Berichte der Analysten bilden die Grundlage für die Entscheidung der Fonds-Manager, welche Werte neu in den Fonds aufgenommen werden bzw. welche Werte aus dem Fonds herausgenommen werden.

Dabei kann der Fonds-Manager nicht jeden beliebigen Wert kaufen. Er muss sich vielmehr an die in der Fondssatzung (in den Verkaufsprospekten enthalten) bzw. die im Gesetz vorgegebenen Anlagebeschränkungen halten. Das Kapital, mit dem die einzelnen Wertpapiere des Fonds gekauft werden stammt von einer großen Anzahl von Anlegern. Der Gesamtbetrag eines Fonds wird in den Verkaufsprospekten bzw. Rechenschaftsberichten der KAG´s als Nettovermögen oder Fondsvolumen bezeichnet. Möchte ein Anleger in einen Investmentfonds investieren, so kann er einen Anteil zum aktuellen Ausgabepreis erwerben. Dieser Anteil wird in der Fachsprache als Investmentzertifikat bezeichnet und verbrieft den quotenmäßigen Anteil des Anlegers am Wertpapiersondervermögen.

Bei offenen Investmentfonds ergibt sich der Wert eines solchen Anteils nicht wie bei Aktien durch Angebot und Nachfrage, sondern durch tägliche Berechnung der KAG. Hierbei wird der Nettoinventarwert ermittelt und durch die Anzahl der ausgegebenen Anteile dividiert. Seine Anteile kann der Anleger jederzeit zum aktuellen Rücknahmepreis verkaufen. Die Preise für Investmentzertifikate werden börsentäglich in den gängigen Wirtschaftszeitungen und bei finanzen.net veröffentlicht, wobei die Preise ohne Gebühren ausgewiesen werden. Bei Aktien wird der Preis durch Angebot und Nachfrage bestimmt; bei Fonds (Investmentzertifikaten) ist nicht das Angebot und die Nachfrage für die Preisbildung entscheidend. Diese ergibt sich vielmehr aufgrund der gewichteten Kurswerte der zugrunde liegenden Wertpapiere oder Immobilien.

Welche Anlageformen gibt es?

Investmentanteilscheine

Diese Wertpapiere können bei allen deutschen Kreditinstituten erworben werden. Der Anleger kann Anteile in beliebiger Anzahl erwerben. Für die Anlagesumme erhält er Anteilscheine, die aus dem Mantel, der eigentlichen Urkunde, und dem Bogen bestehen. Der Bogen enthält Ertragscheine und einen Erneuerungsschein. Gegen Vorlage der aufgerufenen Ertragscheine wird dem Anleger die jährliche Ausschüttung der Erträge ausgezahlt. "Thesaurierende Fonds" schütten die Erträge nicht aus, sondern legen sie bei Zufluß an den Fonds unverzüglich wieder an. In der Regel werden die Anteilscheine in einem Wertpapierdepot bei einem deutschen Kreditinstitut oder bei der jeweiligen Investment-Gesellschaft verwahrt.

Anlagepläne

Der Anleger kann je nach seinen finanziellen Verhältnissen regelmäßig oder unregelmäßig bestimmte Beträge auf ein sogenanntes "Investment-Konto" einzahlen. Durch die Wiederanlage der Erträge zum Anteilwert (ohne den sonst üblichen Ausgabeaufschlag) erzielt der Anleger einen Zinseszinseffekt, da ausgeschüttete Erträge an künftigen Entwicklungen der Anlage teilnehmen und wieder neue Erträge hervorbringen ("Kumulativ-Effekt").

Auszahlpläne

Sind auf einem Investmentkonto größere Beträge durch regelmäßige oder unregelmäßige Einzahlungen angespart, kann der Anleger einen Auszahlplan vereinbaren. Ihm werden dann bestimmte Beträge, die er selbst festlegen kann, regelmäßig ausgezahlt. Bei allen Investmentkonten kann der Anleger börsentäglich uneingeschränkt über seinen Anteilbestand verfügen. Dies gilt unabhängig davon, ob er mit der Gesellschaft Vereinbarungen über Einzahlungs- bzw. Auszahlungsmodalitäten abgesprochen hat.

Welche Kosten fallen beim Kauf von Fonds an?

Beim Kauf von Investmentanteilscheinen zahlt der Anleger einen Ausgabeaufschlag, der je nach Fondstyp im allgemeinen zwischen null und sechs Prozent beträgt. Neben den Ausgabekosten, die insbesondere dazu dienen, die Vertriebskosten abzudecken, erhält die Investment-Gesellschaft jährlich eine Verwaltungsvergütung, die im allgemeinen 0,3 bis 1,5 Prozent des Sondervermögens (je nach Fondstyp) beträgt. Die Depotbank erhält eine Depotbankvergütung in Höhe eines Promille-Satzes des Sondervermögens.

Welche Fondsarten gibt es?

Durch das Dritte Finanzmarktförderungsgesetz, das am 01.04.1998 in Kraft trat, wurde die bestehende Palette der Publikums-Investmentfonds um weitere neue Investmentfondstypen erweitert. Neben Wertpapierfonds, Offenen Immobilienfonds, Geldmarktfonds sowie Beteiligungs-Sondervermögen wurde auch die Auflegung von Investmentfondsanteil-Sondervermögen (Dachfonds), Altersvorsorge-Sondervermögen (AS-Fonds) sowie Gemischter Wertpapier- und Grundstücks-Sondervermögen möglich. Weiterhin wurden die Geschäftsmöglichkeiten für bereits zugelassene Investmentfondstypen erweitert, beispielsweise durch Aktienindexfonds, Aktienfonds mit begrenzter Laufzeit und durch die Verwendung derivativer Finanzinstrumente.

1. Wertpapierfonds (Wertpapier-Sondervermögen):

Wertpapier-Sondervermögen dürfen nur aus Wertpapieren, Aktien, Bezugsrechten, Schuldscheindarlehen, Bankguthaben und Einlagenzertifikaten, unverzinslichen Schatzanweisungen und Schatzwechseln, Anteilen an inländischen und vertriebsberechtigten ausländischen Wertpapier- und Geldmarktfonds sowie derivativen Finanzinstrumenten (beispielsweise Optionsrechte, Finanzterminkontrakte und Swaps) bestehen. Die Wertpapiere müssen grundsätzlich an anerkannten Märkten des In- und Auslandes gehandelt werden bzw. ihr Handel muss an entsprechenden Märkten vorgesehen sein.

Bei Aktienfonds wird die Veranlagung in Aktien, sowie in geringem Umfang in Sicht- und Termineinlagen vorgenommen. Das Risiko ist hoch einzustufen und der Mindestveranlagungszeitraum beträgt mindestens 5 Jahre bei Aktien etablierter Börsen; mindestens 7 Jahre bei Aktien aus Schwellenländern.

Bei Rentenfonds wird die Veranlagung in Anleihen, sowie ein geringer Teil in Sicht- und Termineinlagen vorgenommen. Das Risiko ist niedrig bis mittel einzustufen und der Mindestveranlagungszeitraum beträgt 3 bis 4 Jahre.

Bei Geldmarktfonds wird die Veranlagung in Anleihen, mit Restlaufzeiten bis zu 24 Monaten, in Floater und Geldmarktinstrumente sowie in Sicht- und Termineinlagen vorgenommen. Das Risiko ist niedrig einzustufen und der Mindestveranlagungszeitraum beträgt 0,5 bis 2 Jahre.

Zu den Speziellen Fonds zählen High Yield Fonds, Branchenfonds, Garantiefonds, Derivativfonds und auch Neue Märkte Fonds. Neben den genannten Fondstypen gibt es noch eine weitere Vielzahl, die sich auf bestimmte Regionen bzw. bestimmte Branchen konzentrieren.

Weiterhin zählen zu dieser Kategorie Kurzläufer-Rentenfonds, die sich in ihrer Anlagepolitik auf Rentenpapiere mit kurzer Laufzeit konzentrieren; Rentenfonds mit begrenzter Laufzeit, die den Verkauf der Anteile nach einer bestimmten Frist einstellen und deren Vermögen nach einer festgelegten Laufzeit an die Anteilsinhaber wieder ausgezahlt wird; Aktienindexfonds, die einen anerkannten Aktienindex nachbilden und Aktienfonds mit begrenzter Laufzeit, die den Verkauf der Anteile nach einer bestimmten Frist einstellen und deren Vermögen nach einer festgelegten Laufzeit an die Anteilsinhaber wieder ausgezahlt wird.

2. Offene Immobilienfonds (Grundstücks-Sondervermögen):

Bei diesen Fonds werden die Gelder der Anleger in überwiegend gewerblich genutzten Grundstücken an wirtschaftlich interessanten Standorten angelegt. Damit erhält der Anleger die Möglichkeit, bereits mit kleinen Be-trägen von der aktuellen Entwicklung des Immobilienmarktes zu profitieren.

3. Beteiligungs-Sondervermögen:

Bei dieser Fondsart handelt es sich um Investmentfonds, die außer in Wertpapieren (Aktien und Schuldverschreibungen) und Bankguthaben bis zu 30 Prozent des Sondervermögens in stillen Beteiligungen an nicht-börsennotierten Unternehmen mit Sitz und Geschäftsleitung in der Bundesrepublik Deutschland anlegen können.

4. Geldmarktfonds (Geldmarkt-Sondervermögen):

Geldmarkt-Sondervermögen dürfen nur aus Geldmarkttiteln (Wertpapiere und Schuldscheindarlehen mit Restlaufzeiten von höchstens 12 Monaten oder marktgerechter Anpassung der Verzinsung mindestens alle 12 Monate) und Bankguthaben bestehen.

5. Dachfonds (Investmentfondsanteil-Sondervermögen):

Dachfonds bestehen ausschließlich aus Anteilen an anderen Sondervermögen, also Geldmarktfonds, Wertpapierfonds, Beteiligungs-Sondervermögen, Grundstücks-Sondervermögen, Gemischte Wertpapier- und Grundstücks-Sondervermögen sowie Altersvorsorge-Sondervermögen.

6. Gemischte Wertpapier- und Grundstücks-Sondervermögen:

Gemischte Wertpapier- und Grundstücks-Sondervermögen dürfen Wertpapiere, Schuldscheindarlehen, Grundstücke, Erbbaurechte sowie Beteiligungen an Grundstücks-Gesellschaften erwerben.

7. AS-Fonds (Altersvorsorge-Sondervermögen):

AS-Fonds sind sogenannte Zielfonds. Ziel ist, ein angemessenes Altersvorsorgeniveau mit geringst möglichem Aufwand und gleichzeitig größtmöglicher Sicherheit zu erreichen. Sie kombinieren die hohe ökonomische Effizienz anglo-amerikanischer Pension Funds mit den konzeptionellen Vorzügen eines Investmentfonds wie hoher Anlegerschutz, der Transparenz, Flexibilität und einfacher Handhabung. Ihre Anlage ist substanzwertorientiert, d.h. sie besteht aus mindestens 51% Aktien und gegebenenfalls Anteilen an Offenen Immobilienfonds. AS-Fonds dürfen Wertpapiere und Schuldscheindarlehen, Grundstücke, Beteiligungen an Grundstücks-Gesellschaften sowie stille Beteiligungen erwerben. Die Erträge von AS-Fonds dürfen nicht ausgeschüttet, sondern müssen thesauriert werden. Anders als anglo-amerikanische Pension Funds können AS-Fonds sowohl in der 2. als auch 3. Säule der Alterssicherung eingesetzt werden. Alle in Deutschland aufgelegten Investmentfonds sind nach dem sogenannten "open-end Prinzip" konstruiert. Die Zahl der umlaufenden Anteile ist grundsätzlich unbegrenzt; jederzeit können neue Anteilscheine von der Investment-Gesellschaft ausgegeben werden. Ebenso können aber auch jederzeit Investmentanteilscheine an die Investment-Gesellschaft zurückgegeben werden.

Welche Vorteile bietet die Anlage in Investmentfonds?

Bei der Gegenüberstellung von Investmentfonds und Wertpapieren ergeben sich für den privaten Anleger folgende Vorteile:

Anhand der Diversifikation besteht für den Anleger die Möglichkeit, mit kleinen Anlagebeträgen an einem breit gestreuten Portfolio zu partizipieren, womit er an der Entwicklung gesamter Branchen, Märkte oder Indizes teilhaben kann.

Bei der Risikodiversifikation wird versucht, die Wahrscheinlichkeit eines Verlustes durch die Streuung der Anlage in verschiedene Wertpapiere gering zu halten.

Anhand des professionellen Managements kann der Anleger vom Wissen der Fachleute profitieren, die meist einen beachtlichen Informationsvorsprung gegenüber der breiten Masse haben, den sie bei ihren Anlageentscheidungen zum Vorteil des Kunden nutzen können.

Die Liquidität garantiert dem Anleger, dass er auch im Falle eines Konkurses der Fondsgesellschaft seine Anteile zum Rücknahmepreis verkaufen kann, da das Wertpapiersondervermögen immer strikt vom Vermögen der KAG getrennt wird und somit nicht in die Konkursmasse fällt.

Der Aspekt des Komforts bezieht sich auf den bequemen Umstand, dass sich der Anleger nicht um die Wiederanlage von Einnahmen kümmern muss, da erzielte Gewinne erneut in den Fonds investiert werden. Außerdem übernehmen die Fondsmanager die ständigen Umschichtungen innerhalb eines Portfolios, so dass Anleger in die vermeintlich besten Werte investiert sind.

Welche Nachteile hat das Anlegen in Investmentfonds?

Die Nachteile sind im Risiko zu sehen, dass die zukünftige Rendite einer Anlage von dem Wert abweicht, den der Kapitalanleger aufgrund seiner Informationen erwartet, womit das Risiko als Maß für die Sicherheit des Eintritts einer bestimmten Rendite definiert werden kann.

Dabei wird zwischen unsystematischem und dem systematischem Risiko unterscheiden:

Das unsystematische Risiko bezieht sich nur auf eine bestimmte Anlage. Je nach Fondstyp können dies folgende Risiken sein:

Bei Investitionen der Fonds in Aktien sind das Bonitätsrisiko, Event Risiko, Liquiditätsrisiko, Veränderungen im den Führungsetagen und Streiks zu nennen.

Bei Investitionen der Fonds in Anleihen sind das Bonitätsrisiko, Event Risiko, Kündigungsrisiko, Auslosungsrisiko und Liquiditätsrisiko zu nennen.

Das systematische Risiko bezieht sich nicht nur auf ein einzelnes Wertpapier, sondern immer auf eine gesamte Anlagekategorie (z.B. Aktien, Anleihen etc..). Je nach Fondstyp können dies folgende Risiken sein:

Bei Investitionen der Fonds in Aktien sind das Marktrisiko, Wechselkursrisiko, Länderrisiko und Transferrisiko zu nennen.

Bei Investitionen der Fonds in Anleihen sind das Zinsänderungsrisiko, Wechselkursrisiko, Währungsrisiko und Transferrisiko zu nennen.

Das unsystematische Risiko kann durch die Anlage in Fonds, die viele verschiedene Wertpapiere enthalten, minimiert werden, wohingegen das systematische Risiko insbesondere bei Länder- oder Branchenfonds erhalten bleibt.

Welche Managementstile gibt es?

Generell kann man zwischen aktivem und passivem Management unterschieden. Das Hauptaugenmerk des aktiven Managements ist darauf gerichtet, eine bessere Performance als die Benchmark zu erzielen, d.h. es soll eine bessere risikoadjustierte Performance als der Vergleichsmaßstab erreicht werden. Hierbei muss die zu verwendende Benchmark im Vorfeld exakt definiert werden, um überhaupt den Erfolg eines aktiv gemanagten Portfolios bestimmen zu können.

Im Rahmen des aktiven Portfoliomanagements gibt es im wesentlichen drei Techniken, die zur Anwendung kommen: Die Aktienselektion (Stock Picking) erfordert eine sehr gute Prognosefähigkeit des Managers hinsichtlich der Entwicklung der einzelnen Aktientitel. Dies bedarf Informations- und Interpretationsvorsprünge, die der Manager mit Hilfe seines Analystenteams gegenüber den durchschnittlichen Investoren erlangen will. Unter dem Timing versteht man die Fähigkeit die optimalen Ein- und Ausstiegszeitpunkte der Investition in einzelne Wertpapiere zu finden. Bei der Branchenrotation gilt es, frühzeitig Aufschwünge einzelner Branchen zu erkennen und daran zu partizipieren.

Beim passivem Fondsmanagement geht man von der Annahme hinreichend effizienter Aktienmärkte aus, wonach es nicht möglich ist, dauerhaft risikoadjustierte Überrenditen zu erzielen. Die Strategie ist auf die weitgehende Nachbildung (Index Tracking) einer ausgewählten Benchmark ausgerichtet (Indexfonds).

Beim Investmentstil (die Art und Weise wie der Fondsmanager das Anlagevermögen verwaltet) kann man zwei grundlegende Methoden unterscheiden, den Value- und den Growth-Ansatz.

Der Fonds-Manager orientiert sich beim Value-Ansatz bei der Auswahl der im Fonds enthaltenen Unternehmen nach fundamentalen Kriterien, wie günstigem Kurs-Gewinn-Verhältnis, Dividendenrendite und dass die Firmen nachhaltige Substanz, eine gute Marktstellung oder hohe stille Reserven besitzen.

Die Growth-Anhänger setzen dagegen vor allem auf Gesellschaften, deren Geschäft stark wächst - vorzugsweise aus den Bereichen Technologie, Medien und Telekommunikation.

Allgemeine Regel: In schlechten Börsenzeiten schneidet der Value-Ansatz besser ab, bei einem Kursaufschwung der Growth-Ansatz.

Fonds-Manager können weiterhin in Bezug auf den methodischen Auswahlprozess unterschieden werden. Beim Top-down-Stil bestimmt der Manager zunächst die Länder oder Branchen, die er im Fondsdepot übergewichten will. Danach erfolgt die Auswahl der passenden Aktien. Bei der Bottom-up-Strategie wird der umgekehrte Weg gewählt. Es steht die Auswahl von Einzelwerten im Vordergrund. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Landes, in dem das Unternehmen seinen Sitz hat, sind dabei zweitrangig.

Der Anleger kann sich nur schwer über die genannten Modalitäten informieren. Die Anlagegrundsätze des Fonds müssen zwar in den Prospekt geschrieben werden, den jeder Anleger beim Kauf erhält. Doch oft genug sind die Formulierungen so allgemein wie möglich gehalten um auf geänderte Marktbedingungen flexibel reagieren zu können. So ist es zum Beispiel möglich, bei einem Blue-Chip-Fonds auch kleinere Titel beizumischen, um dadurch die Performance zu steigern.

Was ist aus steuerlicher Sicht bei Investmentanlagen zu beachten?

Nach dem "Transparenz-Prinzip" darf ein Investmentanleger nicht schlechter gestellt sein als ein Direktanleger in Wertpapieren. Der deutsche Investmentfonds ist deshalb von der Körperschaftsteuer und der Gewerbesteuer befreit. Dividenden deutscher Aktiengesellschaften fließen dem Investmentfonds ungekürzt zu. Die bei der Ausschüttung der inländischen Dividenden anfallende Körperschaftsteuer und die Kapitalertragsteuer werden dem Fonds zusammen mit Zufluss der Dividenden gutgeschrieben. Zinsen aus inländischen Anleihen und Bankguthaben bzw. Termineinlagen fließen dem Fonds ohne Abzug von Quellensteuer zu. Gewinne des Fonds aus der Veräußerung von Wertpapieren und Bezugsrechten bleiben steuerfrei. Entsprechendes gilt für Gewinne aus der Veräußerung von Grundstücken eines Grundstücks-Investmentfonds, sofern nicht die Spekulationsfrist von zehn Jahren unterschritten wird.

Gewinne aus Termingeschäften i.S.d. § 23 Abs. 1 Nr. 4 EStG sind auf Fondsebene steuerfrei, auch wenn zwischen Erwerb und Beendigung des Geschäfts 12 Monate oder weniger liegen. Auf Anlegerebene sind Gewinne aus Termingeschäften mit einer Laufzeit von weniger als 12 Monaten steuerpflichtig.

Welcher Fonds ist der Richtige?

Mit unserem Fonds-Finder können Sie ohne Probleme nach Ihrem Favoriten suchen. Dabei besteht die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Kriterien wie z.B. "Branche", "Emittent" oder "Ausgabeaufschlag" zu wählen. Allgemein sollte bei der Anlage in Investmentfonds - je nach persönlicher Risikoeinschätzung - das Augenmerk auf risikoärmere Fonds (Geldmarktfonds, Rentenfonds, Immobilienfonds) oder risikoreichere Fonds (Aktienfonds) gelegt werden. Dabei sollte das Engagement immer im Zusammenhang mit dem zeitlichem Horizont und einem eventuell geplanten Verwendungszweck gesehen werden. So ist es nicht ratsam, riskantere Engagements nur kurzfristig einzugehen. Es ist immer zu bedenken, dass die Wertentwicklung eines Fonds in der Vergangenheit keinerlei Garantie für zukünftige Wertsteigerungen bietet. Unter Umständen sind sogar Fonds, die in der Vergangenheit unterdurchschnittlich abgeschnitten haben auf Grund neuer Marktentwicklungen besonders interessant. Grundsätzlich sollte man versuchen, zukünftige Entwicklungen zu antizipieren und die Fonds zu erwerben, die diese Chancen unter Berücksichtigung des erwünschten Risikos möglichst optimal nutzen.

Welche wichtigen Kennzahlen gibt es bei Fonds?

Benchmark

Unter dem Begriff Benchmark versteht man ein Vergleichsportfolio, meistens bekannte Börsendindices oder Investmentfonds mit dem selben Anlageschwerpunkt. Im Falle von Spezialfonds werden häufig auch spezielle Benchmarkportfolios, welche der Konstruktion des Fonds entsprechen, gebildet. Da die Benchmark für die Aussagekraft aller Methoden zur Performance-Messung von entscheidender Bedeutung ist, sollte bei deren Auswahl u.a. beachtet werden, dass es sich um eine reale Anlagealternative handelt, die sehr gut diversifiziert ist.

Volatilität

Die Volatilität ist ein Maß für die historischen Schwankungen eines Fondsanteils im Zeitablauf und wie sehr sich die Preisentwicklung verändert. Dabei bedeutet eine hohe Volatilität ein größeres Risiko als eine niedrige. Entsprechend lassen sich höhere Gewinne nur durch Inkaufnahme eines höheren Risikos erzielen.

Beta-Faktor

Mit dem Beta-Maß wird die Sensitivität eines Portfolios in Bezug auf Renditeänderungen seiner Benchmark berechnet (das systematische Risiko). Das Beta ist also im Vergleich zur Volatilität eine Kennzahl, in deren Berechnung sowohl die Renditen eines Portfolios als auch die Renditen einer Vergleichsgröße einfließen. Folgendes Beispiel soll die Aussagekraft von Beta erklären: Sowohl die Rendite des Portfolios als auch die Rendite der Benchmark steigen um 5 Prozent im Betrachtungszeitraum. In diesem Fall hat das Beta den Wert 1. Steigt die Rendite der Benchmark um 5 Prozent und die des Portfolios um 2,5 Prozent, dann hätte Beta den Wert 0,5. Steigt die Rendite des Portfolios um 5 Prozent und die der Benchmark um 2,5 Prozent würde das Beta 2 betragen. Mit steigendem Beta nimmt auch das Risiko zu, überdurchschnittlich hohe Verluste zu machen. Andererseits steigt mit dem Wert des Beta-Faktors auch die Chance, überdurchschnittlich hohe Erträge zu erwirtschaften.

Korrelationskoeffizient

Der Korrelationskoeffizient zeigt sowohl die Stärke des Zusammenhangs der Renditeänderungen des Portfolios und der Benchmark als auch die Richtung der Renditeänderungen an. Der Korrelationskoeffizient nimmt immer Werte zwischen -1 und +1 an. Dabei gibt die Zahl die Stärke des Zusammenhangs und das Vorzeichen die Richtung an. Ein positives Vorzeichen bedeutet, dass die Rendite des Portfolios immer dann gestiegen ist, wenn auch die Rendite der Benchmark gestiegen ist. Ein negatives Vorzeichen hingegen sagt aus, dass die Renditeänderungen sich gegenläufig verhalten haben. Stieg die Rendite der Benchmark, sank die Rendite des Portfolios und umgekehrt.

BVI-Methode

Die BVI-Methode wurde vom Bundesverband deutscher Investmentgesellschaften entwickelt und hat sich in Deutschland als Standardkennzahl zur eindimensionalen Performancemessung durchgesetzt. Bei dieser Methode werden all jene Kosten, die auf Fondsebene entstehen (z.B. Management- und Depotbankgebühren) bei der Berechnung berücksichtigt, und jene Kosten, die auf der Anlegerseite entstehen (Depotgebühren, Ausgabeaufschläge, etc..), bleiben unberücksichtigt, da diese von Anleger zu Anleger unterschiedlich groß sein können. So ist in den meisten Fällen der Ausgabeaufschlag und die Depotgebühr von der Höhe des eingelegten Kapitals abhängig. Würde man diese Kostenfaktoren einbeziehen, wären die erzielten Ergebnisse lediglich auf den einzelnen Anleger bezogen gültig und daher auch nicht miteinander vergleichbar. Hingegen sind Kosten, die auf der Fondsebene entstehen, für alle Anleger gleich hoch. Ein weiterer Vorteil dieser Methode liegt darin, dass auch für den Anleger nicht sofort ersichtliche Kosten (z.B. Transaktionskosten, Managergehälter, etc..) in das Ergebnis eingehen, und dieses auch dementsprechend schmälern.

Sharpe Ratio

Die Sharpe Ratio ist eine der bekanntesten und am meisten verwendeten Kennzahlen im Rahmen der Performancemessung. Mit dieser Kennzahl wird die Risikoprämie je Einheit des übernommenen Gesamtrisikos gemessen, wobei sich die Risikoprämie aus der Differenz der Portfoliorendite zu einem risikolosen Marktzinssatz ergibt. Als risikoloser Zinssatz wird zumeist ein Geldmarktsatz mit adäquater Laufzeit gewählt. Als Risikofaktor verwendet Sharpe in seinem Modell die historische Volatilität des Portfolios. Die Sharpe Ratio ist um so besser, je höher ihr Ergebnis ist.