AOK-Chef Martin Litsch hat steigende Kosten in Milliardenhöhe für die Versicherten kritisiert. Denn die Leistungen für Versicherte verbessern sich im Gegenzug nicht.

Mehr Wirtschaftsthemen finden Sie hier

Der AOK-Bundesverband hat steigende Ausgaben in Milliardenhöhe für die gesetzliche Krankenversicherung kritisiert. "Die zusätzlichen Kosten für die Krankenkassen belaufen sich von 2019 bis 2022 auf rund 29 Milliarden Euro", sagte AOK-Chef Martin Litsch der "Rheinischen Post" vom Montag.

Dies wäre nur zu rechtfertigen, wenn sich auch das Gesundheitsangebot für die Versicherten verbessern würde. Allerdings verbesserten sich die Leistungen für die Versicherten "bisher nicht".

AOK-Chef kritisiert fehlenden Nutzen für Versicherte

Als Beispiele nannte der Kassenchef die Terminservicestellen für die Vermittlung von Facharztterminen und die jüngste Gesetzgebung für Apotheker, die unter anderem eine bessere Vergütung von Nacht- und Notdiensten bekommen sollen. Bei den Terminservicestellen, die bis 2022 mehrere Milliarden Euro an zusätzlichen Beitragsmitteln kosteten, könne er "bisher keinen echten Nutzen für die Versicherten erkennen", erklärte Litsch. Sie erzeugten vor allem viel Bürokratie.

Litsch mahnte zu einer umsichtigeren Ausgabenpolitik im Gesundheitswesen. Die "üppigen Zeiten" seien vorbei. Der Kassenchef warnte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) "vor weiteren kostenintensiven Gesetzen. "Angesichts der konjunkturellen Lage wird es immer schwieriger, den weiteren Anstieg der Kosten auszugleichen", betonte Litsch.  © AFP

Krankenkasse Barmer empfiehlt Selbstbefriedigung als Einschlafhilfe

Mit einer Masturbations-Empfehlung hat die Krankenkasse Barmer viel Aufmerksamkeit im Netz erzeugt. "Für pulsierende Nächte", heißt es im Facebook-Auftritt der Ersatzkasse, die mit rund neun Millionen Versicherten zu den größten Krankenkassen Deutschlands zählt. Ein Foto zeigt ein Sex-Spielzeug, das Frauen zur Selbstbefriedigung dienen soll.