Guck mal, wer da flucht: "Wer stiehlt mir die Show?" verabschiedete sich am Dienstagabend in die Staffelferien und das mit Schimpf und Schande. Denn für den Schlussakkord mussten Engelke, Forster und Co. noch einmal kräftig ins Schimpfwörterbuch greifen. Trotzdem oder gerade deshalb ein würdiges Finale.

Christian Vock.
Eine Kritik
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Nun kann man Joko Winterscheidt bemitleiden oder bewundern. Bemitleiden, weil ihm in seiner eigenen Show sowohl Mark Forster als auch Anke Engelke die Show gestohlen haben. Und zwar so richtig. Nicht nur, weil sie ihn in ihren Finalspielen geschlagen haben, sondern auch weil sie ihm bei ihren Moderationen danach tatsächlich die Show gestohlen haben. Forster mit einem FCK-Fan-Auftritt, Engelke mit einer Eurovision-Song-Contest-Ausgabe.

Man kann Winterscheidt aber auch bewundern. Denn erstens ist es auch der Verdienst des ProSieben-Moderators, dass es die Show überhaupt gibt und zweitens führt Winterscheidt zwar mit Ehrgeiz und Humor durch die Show, aber eben auch ohne Eitelkeit und gibt so seinen Gästen erst die Möglichkeit, zu glänzen. Erst durch dieses Zusammenspiel funktioniert "Wer stiehlt mir die Show?" so gut, wie sie es tut.

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"Wer stiehlt mir die Show?": Simonetti setzt Zeichen für mehr Toleranz

"Ich werd jetzt schon emotional, weil nächste Woche Dienstag werde ich euch nicht sehen", zeigt sich Winterscheidt in der letzten Folge der Staffel dementsprechend traurig. Doch weil Winterscheidt eben Winterscheidt ist, hat er trotzdem einen kleinen Seitenhieb für einen seiner Gäste parat. "Hat es geklappt?", frotzelt Winterscheidt Richtung Riccardo Simonetti, ob er ihm in den vergangenen sechs Wochen getreu dem Titel dann auch die Show gestohlen hat.

Aber Simonetti zeigt sich schlagfertig: "Das ist Interpretationssache, ob ich dir die Show gestohlen habe. Aber faktisch hat es, glaub ich, nicht geklappt." Vor allem der zweite Umstand ist belegt und es wäre in der Tat schön zu erfahren gewesen, was Simonetti aus der Show gemacht hätte, wenn er denn mal gewonnen hätte. Das scheinen sich auch Winterscheidt und sein Team gedacht haben und geben Simonetti deshalb die Möglichkeit, der Show doch noch einen kleinen Stempel aufzudrücken.

"Wenn ich diese Show gewonnen hätte, hätte ich natürlich versuchen wollen, ein Zeichen zu setzen für mehr Toleranz, für mehr Vielfalt und natürlich der LGBTQ+-Community eine Bühne zu geben", erklärt Simonetti seine Grundidee. Bei diesem Zeichensetzen macht ProSieben gerne mit und so erstrahlt das ProSieben-Logo während der Show in den Regenbogenfarben. Später darf Simonetti noch einmal als kleinen Snack eine Torte, die seine Frau Mama gebacken hat, präsentieren und so kommt wenigstens hier noch ein bisschen Simonetti-Show-Feeling auf.

"Wer stiehlt mir die Show?": Wer kommt aufs Cover des Rätsel-Karussells?

Die Show selbst wird Simonetti nämlich nicht mehr moderieren, schließlich ist diese Folge die letzte dieser Staffel. Dafür aber "gibt es auch was ganz Krasses. Heute könntet ihr alle aufs Cover von diesem Rätselmagazin kommen", erklärt Winterscheidt den Trostpreis. Fühlst du dich jetzt wie Heidi Klum, wenn du dieses Cover anmoderierst?", stichelt Simonetti zurück, als Winterscheidt noch einmal das Cover des "witzigen Rätsel-Karussells" anpreist.

Doch damit genug des Vorgeplänkels, denn als Wild-Card-Kandidat Lars die Runde komplettiert, geht es los: acht Runden plus Finale, dazwischen viele, viele Quizfragen. Wie zum Beispiel in Runde eins. Dort will Winterscheidt von Engelke, Simonetti, Forster und Kandidat Lars ein Werk von Goethe wissen und Simonetti erzählt, dass er mal den Mephisto am Theater gespielt hat. Das wiederum nutzt Winterscheidt, um auf die vielen interessanten Geschichten hinzuweisen, die Simonetti immer wieder in der Show erzählt hat: "Wusstet ihr, dass Riccardo schon mal zum Mond hätte fliegen können?"

In der Tat ganz interessant, doch Engelke nimmt die Anekdote lieber, um eine Frage später einen kleinen Seitenhieb auszuteilen. Als Winterscheidt fragt, wie viele DIN-A6-Blätter die Fläche eines DIN-A4-Blattes ergeben, antwortet Simonetti "2". Richtig wäre allerdings "4" gewesen, weshalb Engelke bei Simonettis Erklärung stichelt: "Man denkt dann kurz: Gott sei Dank ist der für uns nicht auf den Mond geflogen."

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Mark Forster: "Ich will da gar nicht mitspielen"

Zum humoristischen Höhepunkt kommt es allerdings in Runde vier, als die Kandidaten noch einmal das Spiel "Wie du mir, so ich buchstabier" spielen sollen. Oder wie es Joko Winterscheidt formuliert: "Der Igelpisser ist zurück!" Denn die Kandidaten sollen hier Begriffe mit Hilfe von Schimpfwörtern buchstabieren. Und so legen Engelke und Co. los und fluchen wie die Kesselflicker, wobei nicht alles, was da genannt wird auch als Schimpfwort durchgeht: "Geil ist auch kein Schimpfwort und Onanie auch nicht", reglementiert Winterscheidt Mark Forster, als der das Wort "Gotik" buchstabieren will.

Was hingegen Schimpfwörter sind, das zeigen die Kandidaten dann im Anschluss und es dürfte kaum eine andere Show in Deutschland geben, bei der so viele Ausdrücke gepiepst wurden wie in dieser Ausgabe von "Wer stiehlt mir die Show?" "Ich schäme mich so sehr", gesteht Anke Engelke, nachdem sie das Wort Malaga fluchend zu Ende buchstabiert hat und Joko Winterscheidt sieht irgendwann gar das Konzept der Show flötengehen: "Oh Gott, das ist keine Familiensendung mehr!"

"Ich will da gar nicht mitspielen", wendet sich Mark Forster in gespieltem Entsetzen von der Szene ab, doch tatsächlich muss er das dann auch gar nicht mehr, denn er fliegt diesmal als Erster raus. Später folgen noch Anke Engelke und Wild-Card-Kandidat Lars, so dass Riccardo Simonetti nach all den Fehlversuchen doch noch gegen Joko Winterscheidt im Finale spielen muss. Doch zu seinem großen Bedauern verlässt ihn ausgerechnet hier das Glück und Joko Winterscheidt gewinnt nicht nur das Staffelfinale, sondern kommt auch aufs Cover des "Rätsel-Karussels".