Jan Böhmermann deckte dubiose Maskendeals des Influencers Fynn Kliemann auf. Der Musiker Olli Schulz ist mit beiden Männern befreundet – und äußert sich nun erstmals. Einen "Gladiatorenkampf" werde es nicht geben.

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Aus Jan Böhmermann und Fynn Kliemann werden vermutlich keine Freunde mehr: Seitdem der Moderator der ZDF-Sendung dubiose Maskendeals Kliemanns und weiterer Geschäftspartner aufgedeckt hatte, ist der Influencer und YouTuber in Erklärungsnot. Nun hat sich mit Olli Schulz erstmals ein gemeinsamer Bekannter der beiden öffentlich zu Wort gemeldet.

Olli Schulz plädiert für mehr Achtsamkeit: "Wir gehen nicht sehr sensibel miteinander um"

In einer Instagram-Story fragte der Musiker ("Mach den Bibo") seine Follower rhetorisch nach Gemeinsamkeiten zwischen seinen Freunden: "Wisst ihr eigentlich, was Jan Böhmermann und Fynn Kliemann gemeinsam haben?" "Ich hab beide schonmal in ihrer Küche weinen sehen". Schulz schrieb, offenbar mit Bezug auf Kliemann, er habe gesehen, "was wochenlanger, öffentlicher Druck mit Menschen anrichtet". "Es ist schlimm und ich wünsche das wirklich niemandem".

Schulz betreibt mit Böhmermann den Podcast "Fest & Flauschig" (F&F). Mit Kliemann renovierte er für die Dokuserie "Das Hausboot" das Hausboot des verstorbenen Sängers Gunter Gabriel. Vermutungen, er würde sich nun von Kliemann oder Böhmermann distanzieren, erteilte Schulz eine Absage. "Wer auf einen Gladiatorenkampf von Jan und mir bei F&F giert, den muss ich enttäuschen, denn sowas wird es nicht geben", schrieb der 48-Jährige.

Zum Ende seines Statements plädierte Schulz für mehr Achtsamkeit. Er habe sich in den vergangenen zehn Jahren schon oft Sorgen um Kolleginnen und Kollegen gemacht, "weil ihnen der Boden unter den Füßen weggezogen wurde". "Wir gehen nicht sehr sensibel miteinander um".

Schulz fühlt sich an "Geschichte von Kasia Lenhardt" erinnert

Schulz schrieb auch, der Fall erinnere ihn an die "Geschichte von Kasia Lenhardt". Das Model war mit dem Fußballer Jérôme Boateng zusammen und hatte sich im Februar 2021 das Leben genommen. Ihrem Tod war ein umstrittenes Interview Boatengs vorangegangen, in dem der frühere Nationalspieler seiner Freundin unter anderem massive Alkoholprobleme attestiert und ihr Erpressung vorgeworfen hatte (lesen Sie hier mehr dazu (S+).)

Der Vergleich mit dem Fall Kliemann scheint unpassend: Wegen der von Böhmermann aufgedeckten, mutmaßlich unsauberen Maskendeals Kliemanns ermittelt inzwischen die Staatsanwaltschaft.  © DER SPIEGEL