Walter Lehnertz
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"Verkaufen wir jetzt schon Unterwäsche?", beschwert sich Horst Lichter in der Dienstagsausgabe der ZDF-Trödelshow "Bares für Rares". Doch er zeigt sich gnädig, als er erfährt, worum es sich handelt: eine besondere Filmrequisite einer bekannten Schauspielerin. Und plötzlich wird der "Fummel" zum heißbegehrten Kultobjekt - vor allem im Händlerraum ...
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"Warum hast du hier ein Stück Damenunterwäsche? Das verstehe ich nicht ganz ...", fragt Lichter den Verkäufer etwas verwundert. Laut Wenzel handelt es sich um ein berühmtes Filmrequisit, "das Kim Basinger im James-Bond-Film 'Sag niemals nie' getragen hat." Jetzt bekommt Lichter große Augen und staunt: "Oh!"
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Bond-Girl Basinger hat die Reizwäsche in der Filmszene an, "als sie auf dem Pferd sitzt und als Sklavin verkauft werden soll", so der Verkäufer, der das gute Stück die vergangenen 20 Jahre im Koffer aufbewahrt hat. "Den Film kenn ich, aber das kann ja jeder sagen: Das Leibchen hatte eine Schauspielerin an", wendet sich Lichter an Detlev Kümmel.
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Kümmel kann Lichters Zweifel verstehen. Doch die Requisite hat der Verkäufer in einem Preisausschreiben gewonnen. Im Jahr 1989 hatte eine Zeitschrift eine Aktion veranstaltet, bei der nicht nur die Dessous von Kim Basinger, sondern auch ein Hemd von Sean Connery verlost wurde, meint Kümmel. "Und du kennst die Zeitschrift?", fragt Lichter nochmal nach.
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Kümmel nickt zuversichtlich und auch der Verkäufer bestätigt: "Da war damals eine Postkarte drin, wo man aus den Exponaten auswählen konnte. Ich habe mich dafür entschieden und wurde gezogen." Lichter schüttelt ungläubig den Kopf: "Und was sagt deine Frau dazu?" Die hat der Verkäufer damals noch nicht gekannt - damals als Schüler.
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"Ok, dann ist alles gut", ist jetzt auch Lichter beruhigt, nachdem Kümmel auch die Gewinnbestätigung der Zeitschrift vorliest. "Und über was reden wir jetzt? Das Material?", scherzt der Moderator und Kümmel erläutert trocken: "Das Dessous in Form eines Bodys ist aus Seide - als Material für Unterwäsche ein ewiger Klassiker."
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Trotz des relativ hohen Alters ist die Wäsche in einem relativ guten Zustand, obwohl "der Stoff nicht mehr so geschmeidig" ist und Löcher zeigt. Verständlich, denn das gute Stück hat nicht nur die letzten 20 Jahre im Koffer gelegen. Der Film stammt von 1984. Demnach ist die Wäsche bereits Anfang der 1980er-Jahre produziert worden.
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Der Wunschpreis liegt bei 1.000 bis 3.000 Euro für die Reiz-Requisite. Für so einen hohen Preis wünscht sich Kümmel noch einen Schaukasten mit Filmplakat und Zeitschrift samt Gewinnspiel-Seite dazu. Doch auch er schätzt den Wert ab 1.000 Euro. "Ich bin begeistert", freut sich Lichter und der Verkäufer über die Händlerkarte gleich mit.
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"Oh là là!", flüstert Jan Cizek (2.v.r.) und Walter Lehnertz (l.) ist sofort schwer beeindruckt: "Uh, das nenn ich mal Unterwäsche." David Suppes (r.) fühlt sich ebenfalls angezogen von dem verführerischen Objekt und ruft: "Spitze!" Cizek hingegen erkennt gleich das Material: "Das ist pure Seide." Allesamt Kenner im Raum ...
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"Die war auch schlank", meint Lehnertz (Bild) anerkennend, als er die Wäsche zum Beweis gegen seinen Körper hält. Die Bitte von Wolfgang Pauritsch: "Probier mal an", ignoriert er aber lieber. Viel mehr interessiert ihn: "Von wem ist der Fummel?" Den beiliegenden Glückwunsch-Brief zum Preisausschreiben hat er aber schon entdeckt.
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Nach lustigem Rätselraten enthüllt der Verkäufer die berühmte Trägerin der Spitzenunterwäsche: Kim Basinger! Ein Raunen geht durch den Raum und Händlerin Lisa Nüdling freut sich: "Nein, wie cool, das ist ja Wahnsinn und Kult. Unfassbar." Doch das erste Gebot liefert nicht die Händlerin, sondern der Herr hinter ihr aus der Eifel ...
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"Da es keine Neuware ist, fange ich mit 80 Euro an", scherzt Lehnertz (Mi.). Doch danach regnet es Gebote von allen Seiten und auch Nüdling ist mit 500 Euro dabei. Lehnertz hat sich aber ganz schön in den "Fummel" verguckt und erhöht auf 700 Euro - und Nüdling gleich wieder auf 800 Euro. "Das kann man rahmen lassen", meint Lehnertz und bietet 1.000 Euro.
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Die Rahmen-Idee kommt auch bei den anderen gut an und so wird der Preis für das kultige Dessous steil in die Höhe getrieben. So muss Lehnertz (3.v.l.) seine Schmerzgrenze von 1.500 Euro nochmal überdenken. Und am Ende erhält er bei 1.750 Euro den Zuschlag. "Viel Geld für so 'nen Fummel!", raunt er, aber "was ich damit vorhabe, erzähl ich gar keinem."
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Als weiteres Objekt der Sendung wollen zwei Verkäuferinnen ein großes Sortiment an Schreibgeräten veräußern. Laut Detlev Kümmel stammt das Konvolut an Stiften, Siegellacke und Federn wohl aus einer Ladenauflösung. Lichter findet die Sammlung "großartig" und gesteht: "Ich liebe Stifte."
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Der Wunschpreis für das Set aus der Zeit zwischen 1910 und 1940 liegt bei 500 Euro. Kümmel schätzt ebenfalls auf 400 bis 500 Euro. Auch die Händler erinnern die Stifte an ihre Schulzeit. Am Ende zahlt Walter Lehnertz 420 Euro.
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Ein Paar hat eine Murano-Glasvase im Gepäck, deren Titel Expertin Bianca Berding kennt: Yokohama. Warum sie so heißt, weiß sie aber auch nicht. Das Design mit Gold- und Silberfolien auf Glas vom Entwerfer Aldo Nason erinnert eher an Pfauenfedern, meint Lichter.
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Für das Objekt aus den 1960er-/70er-Jahren wünscht sich das Paar 300 Euro. Expertin Berding taxiert 900 bis 1.200 Euro. Nach einigen Geboten erhält David Suppes bei 850 Euro den Zuschlag.
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Ein weiteres Paar will eine Brosche mit Diamanten im Altschliff verkaufen, um den Erlös in ein E-Bike zu investieren. Laut Patrick Lessmann ist das Schmuckstück in Gold (585) und Silber gearbeitet und kann auch als Anhänger getragen werden. Der Experte datiert auf 1890, obwohl die Brosche keine Punze trägt.
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Gewünscht werden 800 Euro. Lessmann schätzt aber nur auf 600 bis 700 Euro. Die Händlerkarte wird aber dennoch angenommen. Das letzte Gebot in Höhe von 400 Euro kommt von David Suppes und wird nach längerem Hadern doch angenommen.
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Zwei Verkäuferinnen wollen ein Ölgemälde veräußern, das von Heinrich Petersen-Angeln zwischen 1890 und 1906 gemalt worden ist - ein impressionistischer Künstler, der laut Berding "schon zu Lebzeiten sehr berühmt war". Oft habe er die Nordseeküste gemalt, so auch die Hafenansicht auf dem Bild in der Sendung.
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Die beiden Damen wünschen sich für das Bild 400 bis 500 Euro - der Erlös soll in ein Wellness-Wochenende fließen. Leider ist das Bild mit vielen Farbabplatzern in keinem guten Zustand, meint Berding und schätzt das Objekt dennoch auf 400 bis 600 Euro. Wolfgang Pauritsch zahlt 400 Euro.