Bianca Berding
1 21
Bei "Bares für Rares" kann wohl alles verkauft werden. Das denkt sich Horst Lichter in der Dienstagsausgabe der ZDF-Trödelshow, als Bianca Berding einen Stofffetzen an einem dünnen Holzkeil wie ein Fähnchen durch die Luft schwingt. Eigentlich handelt es sich um eine Einladung von 1994 eines bekannten Künstlers. Doch wer zahlt dafür bis zu 800 Euro?
2 21
"Pass auf, der Stoff löst sich auf", ruft Lichter, als Expertin Berding die zerzauste Stoff-Einladung in den Händen hält. Bevor Lichter aber weiß, was die Fahne eigentlich ist, beschließt er: "Es sieht auf jeden Fall jeck aus." Die Einladung zur Kunstausstellung stammt vom Vater der beiden Verkäuferinnen Hannah und Sarah.
3 21
Bianca Berding beschreibt das Objekt als sogenanntes Multiple, also kein Unikat - obwohl der Stofffetzen sogar handsigniert ist. Es gibt aber mehrere von genau diesen Fahnen. "Das Schöne daran: Es ist unglaublich kreativ, nicht in irgendwelchen Schematas festgefahren, sondern modern und neu gedacht", erklärt die Expertin.
4 21
Ihre Euphorie erklärt sich an dem sehr bekannten Künstler hinter dem Objekt: Günther Uecker. Und Lichter meint sogleich: "Ja, wer kennt den denn nicht?" Berding stimmt ihm zu, auch wenn Lichter das Markenzeichen von Uecker vermisst. Denn "sonst ist mindestens ein Nagel drin", weiß Lichter.
Anzeige
5 21
Berding führt weiter aus, dass der Künstler Uecker vor allem für seine Nägel-Bilder bekannt ist. "Diese sind weiß gestrichen und entwickeln mit der Wechselwirkung von Licht und Schatten durch die Nägel eine eigene, besondere Dynamik." Doch die eingewickelte Einladung ist nur mit einer "untypischen Nadel" versehen.
6 21
Die Einladung verweist nicht nur auf die Ausstellung "Gespaltene Felder" in Mönchengladbach, sondern auch auf das Künstlergespräch am 19. Juni 1994. Doch die Einladung haben "schon viele Hände angefasst", stellt Berding anhand der Fäden am Objekt fest. "Aber das ist ok und der Zustand ist ansonsten wirklich gut", meint sie.
7 21
Die beiden Schwestern wünschen sich 200 bis 300 Euro für ihr außergewöhnliches Artefakt. Expertin Berding geht aber noch weiter und taxiert den Wert sogar auf 600 bis 800 Euro. "Wow", freuen sich die Verkäuferinnen. Bleibt nur zu hoffen, dass eine Händlerin oder ein Händler auch gewillt ist, diesen Preis zu zahlen ...
8 21
Friedrich Häusser (links) blickt etwas skeptisch und fragt vorsichtig nach der Anzahl der Einladungen, die "damals auf den Markt gekommen sind." Weniger als 50, glaubt eine der Verkäuferinnen sich an die Aussage ihres Vaters zu erinnern. Sicher ist das aber nicht. "Ich finde es gut", beschließt immerhin Christian Vechtel (rechts) und bietet 100 Euro.
Anzeige
9 21
"Ich kann es nicht einschätzen, ich weiß es nicht", gesteht der Erstbietende aber, als Julian Schmitz-Avila (rehts) auf 300 Euro erhöht. "Weil es Kunst ist, biete ich 333 Euro", scherzt Vechtel. Doch als die Verkäuferin den Expertisenpreis verrät, ändert sich die Dynamik und Gebote in größeren Schritten folgen.
10 21
Vechtel (Mitte) bietet lustig weiter und endet schließlich mit 666 Euro. "Das ist eine Teufelszahl", meint die Verkäuferin und verhandelt noch weiter, bis Vechtel sogar 680 Euro bezahlt. "Ich drück dir die Daumen - von Herzen", meint Schmitz-Avila (rechts) mit Bedenken über den hohen Preis. Und die Verkäuferinnen? Die sind außer sich vor Freude: "Yeah!"
11 21
Als weiteres Objekt der Sendung will ein Paar ein Opal-Collier veräußern, das von der Oma stammt. Aufgrund des unkonventionellen Designs datiert Expertin Heide Rezepa-Zabel das Schmuckstück in die 1990er-Jahre. Leider gibt es keinen Hinweis auf den Hersteller.
12 21
Das Collier ist in Handarbeit aus 750er Gold mit Brillanten gearbeitet, aber der Opal hat leider einen Riss. Und das mindert den Wert, meint die Expertin. Der Wunschpreis liegt bei 1.000 Euro. Geschätzt wird auf 1.400 bis 1.600 Euro. Elke Velten zahlt am Ende 1.350 Euro.
Anzeige
13 21
Ein Verkäufer will ein Porzellanbild veräußern, das er als Beigabe zu einer Bücherkiste erworben hat. Laut Bianca Berding ist der "Lieblingsjünger Jesu", nämlich der Apostel Johannes, als Porträt abgebildet. Eine Blindprägung verweist auf die bekannte Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin (KPM).
14 21
Für die handgemalte Platte aus dem Zeitraum von 1880 bis 1900 wünscht sich der Verkäufer 50 Euro. Die Expertin taxiert auf 300 bis 400 Euro, denn "das Motiv ist selten." Christian Vechtel bietet als Erster und Einziger 300 Euro und erhält "natürlich" den Zuschlag.
15 21
Eine Verkäuferin hat ein altes Hand-Massagegerät mit dabei, das ihr Opa "mal auf der Grünen Woche erworben hat." Das Gerät mit Modellnamen "Vibrodux" stammt von der Firma Jakubowski aus Berlin, die das Objekt wohl als Neuheit Anfang der 1960er-Jahren auf der Messe vorgestellt hat.
16 21
Für das Set, das "ganz schön gebraucht war", so Sven Deutschmanek, wünscht sich die Verkäuferin 60 Euro. "Das wird schwierig", meint der Experte, der den Wert "realistisch auf 20 bis 30 Euro schätzt. Händler Christian Vechtel zahlt 40 Euro.
Anzeige
17 21
Ein Verkäufer will eine Taufschale seiner Mutter veräußern. Das handgetriebene Bild zeigt eine Darstellung mit Mutter und Kind am Tag vor der Taufe. Auch ein Datum kann Expertin Heide Rezepa-Zabel erkennen: 1792. "Wow", staunt Lichter über das hohe Alter.
18 21
Für die Schale aus 750er Silber mit bürgerlicher Szene wünscht sich der Verkäufer 1.800 bis 2.000 Euro. Das ist laut Expertin zu viel, sie schätzt die "leichte Schale" aus Königsberg auf 600 bis 800 Euro. Die Händlerkarte wird für diesen Preis dennoch angenommen.
19 21
Auch wenn der Materialwert gerade mal bei 80 Euro liegt, so staunen auch die Händlerin und Händler über das hohe Alter. "Eigentlich wäre ich nicht dabei, aber das ist eine echte Antiquität", erklärt Julian Schmitz-Avila (rechts). Und so zahlt der Händler sogar 900 Euro "für das schöne Taufgeschenk".
20 21
Ein Verkäufer möchte eine Deko-Stehleuchte in Form eines XXL-Füllers loswerden. Sven Deutschmanek erinnert die Leuchte von Pelikan "fast an ein Art-déco-Objekt", aber eigentlich stammt sie als "Hingucker aus dem Schaufenster" eines Schreibwarenladens.
Anzeige
21 21
Der Experte datiert die außergewöhnliche Stehlampe als Werbereklame auf Ende der 1980er-, Anfang der 1990er-Jahre und schätzt den Wert auf 200 bis 300 Euro. Gewünscht sind nur 150 bis 200 Euro. Aber das "schöne Deko-Objekt" für Füller-Sammler kauft Thorsden Schlößner sogar für 400 Euro.