Horst Lichter, Verkäufer, Albert Maier
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Die beiden Ölgemälde, die in der Montagsausgabe von "Bares für Rares" zu sehen sind, wirken auf den ersten Blick nicht sonderlich außergewöhnlich. Die Geschichte dahinter ist es dafür umso mehr. Gastgeber Horst Lichter und selbst der Experte Albert Maier sind fasziniert.
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Das Besondere an den Werken: Sie stammen von der Künstlerin Ilse Häfner-Mode, mit der Verkäuferin Karin eine gemeinsame Geschichte hat.
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Karin berichtet, dass die jüdische Künstlerin 1933 Malverbot bekommen hat, 1943 verhaftet wurde und ins KZ kam. Ihren Sohn wiederum hat sie in Sicherheit gebracht. Dieser fand seine Mutter später in Oberbayern, wo sie Zuflucht gefunden hatte bei drei Schwestern. Die jüngste der Schwestern wurde die Frau vom Sohn.
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Karin hat Künstlerin Ilse einst bei einer Ausstellungseröffnung in Düsseldorf kennengelernt. Daraus entstand eine jahrelange Freundschaft. "Sie waren also mit Ilse Häfner-Mode befreundet?", fragt Albert Maier erstaunt nach. "Ja, und ich habe sie sehr geliebt", bestätigt die Verkäuferin.
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Als Karin dann auch noch berichtet, dass ihre Freundin ein kleines Persönchen von 1,48 Meter und immer mit Malkittel und Pfeife unterwegs gewesen sei, entfährt Horst Lichter ein "Och Gott, wie süß!" Doch das ist noch nicht der Höhepunkt der Geschichte.
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"Die Frau auf dem Porträtbild - das bin übrigens ich." Als Karin diese Information preisgibt, herrscht Erstauen. Warum sie die Bilder denn bei dieser Geschichte überhaupt verkaufen wolle? "Meine Kinder wollen die Bilder nicht haben. Und ich möchte das Lebenswerk meiner Freundin Ilse in guten Händen sehen." Die Bilder sollen angemessen weiterleben.
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Obwohl ihr Wunsch bei 8.000 Euro für das Porträt und 3.000 bis 5.000 Euro beim kleineren Ölgemälde liegt und die Expertenschätzung mit 4.000 Euro und 2.000 Euro deutlich niedriger ausfällt, freut sich Karin über die Händlerkarte.
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Die Begeisterung über die Werke hält sich im Händlerraum jedoch zunächst in Grenzen. "Das hat Anklänge von Munk. Ein bisschen düster alles", findet Kunsthistorikerin Dr. Elisabeth Nüdling. "Sehr expressiv und speziell."
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Als Karin und ihr Sohn eintreffen, kommt sofort die Bitte: "Das Bild gibt uns Rätsel auf, wollen Sie uns helfen? Was bedeutet das Monogramm IHM?" Nach der spannenden Erzählung zur Geschichte über die Künstlerin Ilse Häfner-Mode - kurz IHM - offenbart Karin, dass das Porträt sie selbst darstellt. Sogleich ertönt es "Ui" und "Ach!" aus dem Händlerraum.
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"Dann wollen wir mal versuchen, Ihnen die Bilder abzukaufen", sagt Wolfgang Pauritsch (rechts) und startet mit 1.000 Euro. Das Bieten ist jedoch verhalten. Nachdem Karin gesteht: "Wir sind noch weit weg von dem, was wir uns vorgestellt haben", machen Dr. Elisabeth Nüdling und Wolfgang Pauritsch weiter.
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Am Ende teilen sich die beiden Händler den Kauf: Elisabeth Nüdling (Bild) zahlt 3.000 Euro für das Porträt und Wolfgang Pauritsch 1.200 Euro für das kleine Gemälde. "So kommen die Bilder wieder an die Öffentlichkeit!" Sarah Schreiber ist begeistert von ihren Kollegen: "Ihr seid so toll. Finde ich schön, wie ihr das gelöst habt."
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Ähnlich geschichtsträchtig ist der Porzellan-Becher von KPM, den Gabi und Armin dabei haben: Er war einst ein Geschenk, das die Königliche Porzellan-Manufaktur Gabis Eltern zur Silbernen Hochzeit 1974 überreicht hatte. Albert Maier schätzt das tadellose Gefäß für Zuckergebäck auf 350 bis 400 Euro.
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Die Händler sind ein wenig anderer Meinung und bieten freudig um die Wette. 650 Euro werden es schließlich für Wolfgang Pauritsch (fünfter von links). Also viel mehr als erhofft. Das Verkäuferpaar frohlockt: "Das hätte nicht besser laufen können!"
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Ganz ähnlich läuft es für die Freundinnen Katharina und Petra, die eine imposante Kette mit Aquamarin verkaufen wollen. Sie äußern den Wunschpreis von mindestens 1.200 Euro. Wendela Horz hingegen verortet sie sogar bei 3.000 bis 3.500 Euro.
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Das sehen die Händler ganz ähnlich: Für dreimal so viel wie gedacht geht das edle Schmuckstück - "sicherlich ein Unikat" - für 3.600 Euro an Dr. Elisabeth Nüdling.
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Heide und Katharina hängen nicht an den Leuchten aus Murano-Glas, die sie beim Aufräumen im Keller der Oma gefunden haben. Und auch hier werden die Erwartungen übertroffen: Sie wünschen sich 50 Euro pro Stück. Experte Detlev Kümmel schätzt das italienische Design aus den 70-ern aber sogar auf 200 bis 250 Euro pro Leuchte!
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Die Händler sind erfreut über das "stimmungsvolle Licht" des Vierer-Sets. Benjamin Leo Leo (links) - der neue Händler mit dem außergewöhnlichen Namen - bekommt den Zuschlag für insgesamt 550 Euro.
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Diesen Saphirring mit Diamanten, den Sabine aus Neu-Isenburg mitbringt, schätzt Goldschmiedin Wendela Horz auf 350 bis 450 Euro. Bei dem funkelnden Schmuckstück handelt es sich vermutlich um keinen echten Saphir, sondern eine Synthese. Ohne Mikroskop sei das aber nicht eindeutig zu bestimmen.
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Auch die Händler erkennen, dass der Stein später neu eingesetzt wurde und eventuell nicht echt ist. Sarah Schreiber (rechts), die das Schmuckstück an den Verlobungsring ihrer Mutter erinnert, kauft es am Ende für 350 Euro.
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Dass die Stollentruhe nicht echt sein könnte, damit rechnen Catharina und Christian aus Schleswig-Holstein nicht. Und doch müssen sie von Detlev Kümmel erfahren, dass das wuchtige Teil nicht aus dem 18. Jahrhundert stammt und auch sonst vieles darauf hindeutet, dass es sich hier nicht um ein authentisches Objekt handelt.
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"Ich muss leider sagen: Diese Truhe ist neuzeitlich gebaut mit der betrügerischen Absicht, dass sie eine barocke Truhe ist. Also eine Fälschung!" Und Horst Lichter betont: "Ich darf etwas, das gefälscht ist, nicht zu den Händlern schicken." Catharina und Christian müssen enttäuscht den Heimweg antreten.