Zocker-Special bei "Wer wird Millionär?": Kandidatin verblüfft Jauch mit dreister Frage

So gut gelaunt wie bei der Fortsetzung des Zocker-Specials hatte man Günther Jauch schon lange nicht mehr gesehen. Kein Wunder, eine Kandidatin haute eine Pointe nach der anderen raus. © 1&1 Mail & Media/teleschau

Einer der wenigen Momente im Zocker-Special am Donnerstag, bei dem Anastasia Golz den Mund geschlossen hatte: Die quirlige Kandidatin strapazierte mit verbalem Dauerfeuer die Nerven von Günther Jauch. Gleichzeitig aber lachte er herzlich über ihre selbstironischen Pointen. Am Ende brachte sie ihn mit einem wirklich skurrilen Angebot aus der Ruhe.
"Projektleiterin Strategie" las Jauch von seinem Zettel ab. Sie dürfe nicht darüber reden, was dahinter steckt, erklärte Golz geheimnisvoll. Jauch war irritiert. Sie löste auf: "Ich wollte mich nur spannend machen." Hatte die Versicherungsangestellte gar nicht nötig: Mit Humor und verrückten Eigenschaften hielt sie das Publikum bei der Stange.
"Echt? Welche Marke?", fragte Anastasia Golz. Egal, denn sie riet richtig ins Blaue: "Stehen die Aktien". Ab da lief es super für die junge Dame, die sich selbstironisch als Mischung aus "Autist und hochintelligent" beschrieb. Jauch hatte belastendes Beweismaterial zugespielt bekommen, welches auf der Leinwand auftauchte.
In ihrem Autocockpit war alles voller gelber Post-its. Mit den selbstbeschriebenen Klebezetteln hatte sich die Kandidatin eine Gebrauchsanweisung zum Starten des neuen Autos erstellt. "Ich weiß nicht, wie das die Menschen machen! Ich finde, alle Autos gehen komplett verschieden an", erklärte sie ihre skurrile Idee.
Über einen Zettel war Jauch fassungslos. "Schlüssel rein!", war der erste Schritt. "Ja, was denn sonst?!", fragte er lautstark. Über Anastasia Golz musste er sich nicht lustig machen, denn die Kandidatin nahm sich selbst ständig auf die Schippe. Auf eine sympathische Art, mit der sie die Herzen der Zuschauer auch ohne Schampus gewonnen hätte.
Ihre Eltern würden die Sendung aufnehmen, erklärte Anastasia Golz. "Oder sie haben schon Stopp gedrückt und weinen in der Ecke", fragte sie sich. Jauch wollte wissen, ob sie das einzige Kind ihrer Eltern sei. "Ja, ich war nämlich sehr anstrengend - und deshalb bin ich ein Einzelkind." Das Publikum lachte. Ein Zitat ihrer Mutter, versicherte sie.
Bei der 32.000-Euro-Marke erklärte Golz zu Jauchs Überraschung, sie habe es jetzt eilig. Die Auflösung: Hinter den Kulissen wartete ihr Baby auf die stillende Mama. Bekanntlich machen die Stillhormone stressresistent. Das war bei der Frage auch nötig. Gesucht war der Spitzname, den die Presse dem Sportler Leon Draisaitl gab.
Der Telefonjoker verstand die Frage nicht. Anastasia Golz wohl auch nicht. Trotzdem wollte sie zocken. "Sind Sie wahnsinnig?", erkundigte sich Jauch. "Aber es ist ein Zocker-Special!", verteidigte sie sich mit entwaffnender Logik. Dann kam ihr eine bessere Idee: Sie machte Jauch ein schräges Angebot - vielleicht sogar das merkwürdigste im Laufe seiner Karriere.
"Wollen wir mal tauschen? Ich moderiere, und Sie antworten ... und wir teilen die Kohle!" Jauch musste lachen, verneinte aber. Daher nahm Anja Golz die 64.000 Euro. "Eishockey-Nowitzki" wäre richtig gewesen. "Es war lustig mit Ihnen", fand Jauch. Als sie von der Bühne ging, fragte er: "Wie will die ein Kind stillen, wenn sie selber nie still ist?"
Ihn kannten die Zuschauer noch aus der Montagsfolge: Erik Asmus, Medizinstudent aus Berlin. Mit guter Laune und Zocker-Mentalität sorgte er für Kurzweil. Daher fieberten die Zuschauer mit ihm besonders mit. Er startete am Donnerstag beim Stand von 64.000 Euro. Bei der 125.000-Euro-Frage suchte er Rat beim Zusatzjoker: einem Herrn im Publikum.
"Ich sehe sie so schlecht, darf ich ein bisschen näher ran?", fragte er und ging in Richtung Publikum. Als er seine Kurzsichtigkeit erklärte, fragte Jauch, warum er keine Brille tragen würde und gab die Antwort selbst: "Weil Sie ein eitler Fatzke sind!" Asmus bekannte sich dazu. Der Zusatzjoker wirkte unsicher und er schob den 50:50-Joker nach.
"Die Trennung vom sogenannten Depot spielt eine wichtige Rolle bei der Frage, warum man …?" Erik Asmus gab auf und ging mit 64.000 Euro. Richtig gewesen wäre "Wein dekantiert". Gut so: Der gewählte Mann aus dem Publikum hatte ihm zu "Austern lebend verspeist" geraten.
Patricia Ritter aus München arbeitet im PR-Bereich. Dass sie nebenbei in einem Gospel-Chor singt, fand Jauch nur mittelspannend. Ein Detail aber fand auch der Moderator bemerkenswert: Der Chor tritt in JVAs auf. "Das sind ein bisschen vergessene Seelen", fand sie. Jauch stimmte zu, dass man im Gefängnis sonst wenig Kulturprogramm habe.
Bei der 250.000-Euro-Frage machte Patricia Ritter Gebrauch vom Telefonjoker. "Das vermutlich langlebigste aller Säugetiere ist …?" Zur Wahl standen: ein Elefant, ein Wal, der Mensch, ein Maulwurf. "Ganz ehrlich, das ist nur ein Gerate", gab der Joker zu. Er tippte auf "der Mensch". Ritter selbst hätte Elefant oder Mensch gewählt.
Zum Glück wählte sie stattdessen das Geld. Richtig gewesen wäre nämlich: ein Wal. Patricia Ritter ging mit 125.00 Euro. Und neuen Erkenntnissen über Meeressäuger.
Kerstin Neffgen-Werner aus Siegburg hat eine Tochter, ist geschieden, aber wieder liiert. Warum der Beziehungsstatus dem Moderator so bemerkenswert erschien, hatte bei ihr berufliche Gründe: Eine geschiedene Standesbeamtin fand Jauch kurios. Was sie für Tipps gebe, wollte er wissen. "Gar keine", erklärte sie.
"Die kennen sich ja schon eine zeitlang und wissen, auf was sie sich einlassen - und eine Garantie gibt es eh nicht", fand Kerstin Neffgen-Werner. Eine Garantie für den WWM-Jackpot gab es auch nicht. Bei ihr waren es sogar nur 16.000 Euro. Immerhin: Glück in der zweiten Liebe. Der neue Partner saß im Publikum.
Heinz-Dieter Herrmann, 52, aus Ochtrup, war der letzte Kandidat des Abends. Der Polizeibeamte hatte "einen guten Freund und Mittänzer" dabei, sagte er. Ein tanzender Polizist? "Darauf kommen wir noch", versprach Jauch. Er konnte das Versprechen allerdings nicht einlösen ...
Die nervige Tröte, die das Ende der Sendung signalisiert, unterbrach das Spiel bei 4.000 Euro. Fortsetzung folgt. Dann sicher auch mit der Erklärung, was Polizisten so tanzen ...