Beim "Wer wird Millionär?"-Special am Montagabend drehte sich alles um das Thema "Fußball". Sechs DFB-Größen – Leon Goretzka, Joshua Kimmich, Niklas Süle, Lukas Klostermann, Kevin Trapp und Oliver Bierhoff – nahmen jeweils in Zweierteams gegenüber von Günther Jauch Platz. Auch Barbara Schöneberger, die als Extra-Telefonjoker fungierte, grätschte immer wieder rein.

Eine Kritik
von Bodo Klarsfeld

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Eine weitere Besonderheit bei diesem "Die Mannschaft spielt"-Special: Bei der Risikovariante fungierte das "Team hinter dem Team" des DFB auf der Tribüne als Zusatzjoker.

Da der Publikumsjoker derzeit wegfällt, konnten die Kandidaten zudem auf einen zweiten Telefonjoker zurückgreifen, wobei insgesamt vier Personen angerufen werden durften. Auf allen Telefonlisten tauchte auch WWM-Millionengewinnerin Barbara Schöneberger auf.

Sympathische, aber introvertierte Stars

Den Anfang machten Leon Goretzka und Joshua Kimmich vom FC Bayern, die zügig die Euro-Leiter nach oben kletterten. Währenddessen versuchte Moderator Günther Jauch Konversation zu machen, was ob der kommunikativen Defensive der Kandidaten streckenweise nicht wahnsinnig flutschte. Die Frage für 8.000 Euro:

Was kommt in der Variante "frei hängend" bei Europäern doppelt so häufig vor wie "angewachsen"?

  • A: Ohrenläppchen
  • B: Zehennagel
  • C: Gaumenzäpfchen
  • D: Hodensack

"Ohrläppchen gibt’s auch jedenfalls angewachsen", wusste Kimmich. "Sie haben doch unzählige Stunden in der Dusche verbracht", meinte Jauch dazu. "Aber Hodensack hab ich da noch keinen angewachsen gesehen. Der hängt da immer nur rum", so Kimmich schlagfertig.

Goretzka hingegen verstand die Frage nicht wirklich. "Was hat das mit Europäern zu tun?", wollte er wissen. Er war raus "Wie sieht denn ein asiatischer Gaumenzapfen aus?", dachte Kimmich jetzt laut. Er entschied sich letztlich für die Ohrläppchen und lag damit richtig.

Teil des Geldes geht an "WeKickCorona"

Den Gewinn wollen Goretzka und Kimmich auf jeden Fall der DFB-Mannschaftsstiftung sowie der von ihnen selbst ins Leben gerufenen "WeKickCorona"-Stiftung für soziale Einrichtungen spenden. Für 32.000 Euro stellte ihnen der Moderator diese Frage:

Welchen Begriff findet man tatsächlich so im italienischen Wörterbuch?

  • A: futschikato
  • B: picobello
  • C: Schickeria
  • D: incognito

Die Bayern-Profis hatten keinen blassen Schimmer und wählten die Nummer von Barbara Schöneberger. Die Entertainerin, die tatsächlich in der Schule ein paar Jährchen Italienisch hatte, tippte auf die Antwort "incognito". Goretzka und Kimmich ließen einloggen und durften sich freuen.

Frage nach dem Ahornsirup brachte das bittere Ende

Dann die letzte Frage für die beiden Bayern-Stars, ehe ihr Schlusspfiff ertönte. Für 125.000 Euro wollte Günther Jauch folgendes von ihnen wissen:

Für die Gewinnung welcher Spezialität sollte der entsprechende Baum ein Mindestalter von 30 bis 40 Jahren haben?

  • A: Ahornsirup
  • B: Zimtstange
  • C: Olivenöl
  • D: Muskatnuss

"Das ist `ne klare Schmausi-Frage", so die beiden unisono. Sie ließen Mannschaftskoch Anton Schmaus, anrufen. "Tendenz: Zimtstange", so der Küchenmagier, der sich aber keineswegs sicher war. "Wenn es schiefgeht, rumpeln Sie auf 500 runter. Und wenn wir auf Nummer sicher gehen, wären das 64.000 Euro", so Günther Jauchs impliziter, aber deutlicher Rat an die beiden Fußballprofis.

Kimmich und Goretzka ließen es gut sein und nahmen 64.000 Euro mit. Die richtige Antwort wäre der Ahornsirup gewesen.

Lukas Klostermann und Niklas Süle kamen ins Spiel

Nach einem fliegenden Wechsel saßen jetzt Niklas Süle vom FC Bayern München und Lukas Klostermann von RB Leipzig in der Mitte bei Günther Jauch. Auch sie ließen zu Beginn wenig anbrennen. Dann diese 8.000-Euro-Frage:

Wer postete unlängst ein Video, in welchem er augenscheinlich auf einen seiner 21 Grammys uriniert?

  • A: Justin Bieber
  • B: Elton John
  • C: Kanye West
  • D: Ikke Hüftgold

"Keine Ahnung”, seufzte Klostermann. "Die Frage schreit ziemlich nach Barbara Schöneberger", so der Leipzig-Kicker weiter. Schöneberger kam zu ihrem zweiten Kurzeinsatz. "Also ich würde sagen Justin Bieber. Aber gar nicht sicher", so ihre Antwort.

Süle zeigte jetzt Offensivgeist, ignorierte Schönebergers Input und ließ, ohne Ahnung zu haben, knallhart Antwort C einloggen. Ein formidables Solo, denn er und Kollege Klostermann standen jetzt bei 8.000 Euro.

Raucherfrage: Jauch hätte Mario Basler angerufen

Mit Hilfe der Teamkollegen auf der Tribüne wussten die beiden dann auch noch, dass man für einen Kasten Bier mit 24 leeren Bierflaschen 3,42 Euro Pfand zurückbekommt. Dann diese Frage für satte 64.000 Euro:

Die Monarchin welchen Staates wird manchmal "Vulkankönigin" genannt, weil sie angeblich 60 Zigaretten am Tag raucht?

  • A: Dänemark
  • B: Schweden
  • C: Norwegen
  • D: Niederlande

"Ich würde Mario Basler anrufen", witzelte Jauch. "Was ist denn eine Monarchin", wollte wiederum Süle wissen. Und so durfte wieder Schöneberger ran, die sich bei dieser Gelegenheit für ihren "Justin Bieber"-Fehler entschuldigte.

Jetzt tippte sie auf Dänemark. "Die sieht immer ein bisschen blass aus. Ich bin da ziemlich sicher", so Jauchs Kollegin. Klostermann und Süle ließen einloggen. "Die richtige Antwort ist Königin Margrethe II. Und sie ist die Königin von Dänemark", erfreute Jauch die beiden Draufgänger.

500.000-Euro-Frage: Süle wird zurückgepfiffen

Nachdem Süle und Klostermann auch noch die 125.000-Euro-Frage gemeistert hatten sahen sie sich mit dieser Frage für 500.000 Euro vom Moderator konfrontiert:

Welches Instrument gibt in der Regel den Ton an, wenn sich ein großes Orchester einstimmt?

  • A: Oboe
  • B: Kontrabass
  • C: Klavier
  • D: Trompete

"Ich bin komplett bei der Trompete", posaunte Süle heraus, dem die Antwort wohl sympathisch war und der schlichtweg weiterzocken wollte. "Ich bin draußen", ließ wiederum Jauch die Kandidaten wissen.

Klostermann war die Sache aber zu riskant. "Ich glaub, wir müssen hier cutten", so der Leipziger auf Neudeutsch. Auch Süle schaffte es schließlich irgendwie, sich zu disziplinieren, und die beiden nahmen das Geld. Glück gehabt, denn die richtige Antwort wäre die Oboe gewesen.

Schwache Eröffnung von Kevin Trapp und Oliver Bierhoff

Das letzte DFB-Pärchen bildete PSG-Torwart Kevin Trapp und DFB-Manager Oliver Bierhoff. Sie fanden in den ersten 20 Minuten nicht wirklich ins Spiel und mussten bereits bei der 500-Euro-Frage jemanden von der Ersatzbank "auflaufen" lassen. Irgendwie erreichten sie dann aber doch die 32.000-Euro-Frage, die Jauch wie folgt vorlas:

Egal ob Slouchy Jeans, Slouchy Boots oder Slouchy Bag – alle sind ihrem Namen nach besonders…?

  • A: robust
  • B: elegant
  • C: schlabberig
  • D: geradlinig

"Man müsste nur den Begriff ‘Slouchy‘ kennen", konstatierte Bierhoff. Auch Trapp, der in der Modestadt Paris lebt, tappte im Dunklen, weshalb ein weiteres Mal Barbara Schöneberger zum Freistoß antreten musste.

"Schlabberig", vermutete Schöneberger. Slouchy klinge ja schon so schlabberig, mutmaßte die Entertainerin weiter. "Wir vertrauen ihr und gehen auf C", so Kevin Trapp. Und abermals traf Schöneberger ins Kreuzeck.

Vernebelte letzte Frage und 222.500 Euro Gesamtgewinn

Die letzte Frage des Abends hätte eigentlich eine für Kevin Trapp sein sollen, da dieser erst kürzlich den Motorradführerschein gemacht hatte. Es war jene für 64.000 Euro:

Sobald bei Nebel die Sichtweite im Auto weniger als 50 Meter beträgt, gilt: Nebelschlussleuchte einschalten und nicht schneller als…?

  • A: Schrittgeschwindigkeit
  • B: 30 km/h
  • C: 50 km/h
  • D: 70 km/h

"A und D nicht", versuchte Trapp jüngst erlerntes Wissen abzurufen. Die zwei Fußball-Größen mussten aber eine Kollegin anrufen, die als Telefonjoker fungierte. Sie tippte auf Antwort B, klang dabei aber nicht sehr überzeugt.

Bierhoff und Trapp diskutierten ewig, warfen aber schließlich das Handtuch und nahmen die 32.000 Euro. Damit waren sie gut beraten, denn die richtige Antwort wäre C gewesen.

Dann ertönte der Schlusspfiff dieser fast dreistündigen und ein wenig langatmigen Begegnung. Insgesamt wurden – inklusive Zusatzjoker - 222.500 Euro für die gute Sache erspielt.