"Ich würde gerne jemanden anrufen." Der Telefon-Joker von "Wer wird Millionär?" hat es in der Zwischenzeit zum geflügelten Wort geschafft. Doch egal, ob im Alltag oder bei Günther Jauch im Studio: So ein Telefon-Joker hilft nicht immer. Das mussten auch die Kandidaten am Montagabend erfahren.

Christian Vock.
Eine Kritik
von Christian Vock

Judith Engelhardt aus München ist die erste Kandidatin am Montagabend, denn sie ist in der vergangenen Sendung nicht fertig geworden und steht noch bei 2.000 Euro. Gleichzeitig ist Engelhardt an diesem Abend auch die einzige Kandidatin, die Glück mit ihrem Telefon-Joker haben sollte.

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Das mag auch daran liegen, dass sie diesen Joker bereits bei der 8.000-Euro-Frage zückt, also noch bei den mittelschweren Fragen. Hier will Günther Jauch Folgendes wissen: "Der Batman-Bösewicht Two-Face heißt mit bürgerlichem Namen Harvey …?" Zur Auswahl stehen Reinhardt diese Antworten:

A: Zahnarzt

B: Doktor

C: Med

D: Dent

Sie lässt ihren Freund anrufen, weil der "irgendwie alles weiß". Das muss er gar nicht, er sollte sich nur im "Batman"-Universum auskennen. Das tut er auch und ist sich zu 100 Prozent sicher, dass die richtige Antwort D: Dent, ist – eine gute Wahl.

Die trifft Reinhardt auch bei den nächsten Fragen und steigt schlussendlich erst bei der 125.000-Euro-Frage aus, weil sie nicht weiß, dass Bremen das einzige Bundesland in Deutschland ist, das nur eine vierjährige und keine fünfjährige Legislaturperiode hat.

"Wer wird Millionär": Kandidat erzählt von Rüpel-Rentnern in der Straßenbahn

Engelhardts Nachfolger auf dem Ratestuhl kann sich zwar über seine Gewinnsumme von 32.000 Euro sicher nicht beschweren, nur bei der Auswahl seiner Telefon-Joker hätte er ein besseres Händchen haben können. Tino Pavic aus Karlsruhe kann am schnellsten die Handwerkerredewendung "nach fest kommt ab" in die richtige Reihenfolgebringen und schafft es so zu Jauch auf den Stuhl.

Doch bevor ihn das Unglück mit seinem Telefon-Joker ereilt, hat der Straßenbahnfahrer Überraschendes aus seinem Arbeitsalltag zu berichten. "Da lernen sie alle Formen von Menschen kennen", stößt Jauch das Gespräch an und der 33-Jährige antwortet: "Gute wie schlechte. Bevor ich den Job gemacht habe, habe ich wirklich nicht gewusst, was für Menschen es gibt", erzählt Pavic.

Als Jauch ihn fragt, welche Personengruppe besonders verhaltensauffällig sei, überrascht der Karlsruher mit seiner Antwort: "Es ist wirklich gemischt, aber was verwundert: Es sind viele Rentner dabei und die kennen Ausdrücke … extrem."

Extrem sind dann nicht die Ausdrücke, sondern das Pech, das Pavic in den nächsten Minuten mit seinem Telefon-Joker haben sollte. Bis zur 64.000-Euro-Frage kommt der Heintje-Fan gut durch das Spiel, muss allerdings auch den einen oder anderen Joker nehmen. Jauch will von Pavic nun wissen: "Wobei sind rund 80 Prozent der betroffenen Erwachsenen männlich?"

Aus diesen Antwortmöglichkeiten kann Pavic wählen:

A: Arthrose

B: Schielen

C: Stottern

D: Hühneraugen

Kandidaten im Telefon-Joker-Pech

Pavics erstes Gefühl sagt ihm Antwort A:, denn "Arthrose war für mich schon immer männlich, ich weiß nicht, warum". Für eine Entscheidung reicht dieses Gefühl aber nicht und so lässt Pavic seinen Freund Simon Pfeffer anrufen. Das passiert dann auch, aber sonst eben nichts, denn Pfeffer geht nicht ans Telefon. Auch, als es das WWM-Team ein zweites Mal versucht, hebt niemand ab. Pavic bleibt äußerlich gelassen, Jauch hingegen echauffiert sich: "Dem würde ich ja einen schönen Einlauf verpassen, wenn ich nach Hause komme."

Das hilft Pavic in dem Moment aber auch nicht weiter und so versuchen es beide beim nächsten Telefon-Joker, Goran Kilibarda. Wieder ohne Glück, denn diesmal ertönt nur das Besetztzeichen. "Sie haben Freunde", zeigt sich Jauch empathisch, doch Pavic nimmt’s auch diesmal mit Humor: "Der telefoniert wahrscheinlich gerade mit Herrn Pfeffer."

Schlussendlich ist der Telefon-Joker-Versuch beim vierten Mal erfolgreich, weil Kilibarda eine zweite Nummer angegeben hatte, bei der er dann doch noch rangeht. Geholfen hat es Pavic trotzdem nicht, denn sein Ersatz-Telefon-Joker kann ihm nicht helfen. Die 32.000 Euro dürften ihn aber über dieses Malheur hinweg trösten.

Die gleiche Summe erspielt auch die nächste Kandidatin und auch sie hat kein Glück mit ihrem Telefon-Joker. Natalie Reis aus Frankfurt am Main spielt sich solide durch Jauchs Fragen und hat bei der 64.000-Euro-Frage ebenfalls nur noch den Telefon-Joker übrig.

Weil sie selbst nicht weiß, dass ein Puma nicht zu den Groß-, sondern zu den Kleinkatzen gezählt wird, lässt sie ihren Vater anrufen. Doch statt sich auf die anstehende Aufgabe zu konzentrieren, gerät der erstmal ins Plaudern und erzählt lang und breit, wie er Jauch einmal auf Sylt aus der Ferne beobachtet hat und dass er Katzen nicht besonders mag.

"Sie müssen ihn stoppen, sonst redet er ewig!" bittet Reis Jauch irgendwann, was der dann auch macht. Doch wie schon zuvor bei Pavic ist der Telefon-Joker hier keine Hilfe und Reis steigt stattdessen lieber mit 32.000 Euro aus.