Unter Anleitung einer Sexologin musste Günther Jauch am Montagabend auf seinen Sitzbeinhöckern herumkullern. Seine Freude hielt sich in Grenzen. Danach musste er dabei zusehen, wie ein Hanfladen-Inhaber vom gediegenen Höhenflug in den kapitalen Sturzflug überging. Erfolgreich waren nur die Damen: Sie knöpften Jauch knapp 100.000 Euro ab.

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Jill Tammling war das Überbleibsel der letzten "Wer wird Millionär?"-Ausgabe. Die Sexologin stand bei 2.000 Euro und hatte noch drei Joker. Die 8.000-Euro-Frage brachte die Sexualtherapeutin, die täglich vier bis fünf Tassen Kaffee trinkt, am Montagabend zum ersten Mal ins Grübeln.

In welcher Form wird von Händlern in Deutschland der meiste Kaffee verkauft?

A: Gemahlener Filterkaffee

B: Kapseln

C: Kaffeepads

D: Ganzen Bohnen

Tammling tippte auf Antwort "A", benutzte aber dennoch den 50:50-Joker, um sicherzugehen. Dieser legte den "Filterkaffee" und die "Kaffeepads" frei, weshalb die Sexologin auch bei ihrer Vermutung blieb und damit richtig lag. 60 Prozent des in Deutschland verkauften Kaffees sind gemahlen.

Günther Jauch verkrampft beim Beckenbodentraining

Nachdem die junge Dame aus Uelsby auch noch mit "Serotonin" den Namen des neuen Romans von Michel Houellebecq kannte, kam dann ein praktischer Teil. Da sie in ihren Therapien auch Körperarbeit leiste ("ohne Anfassen"), machte sie mit Moderator Günther Jauch im Dienste einer besseren Durchblutung eine kleine praktische Übung.

Jauchs Lust, auf seinen Sitzbeinhöckern herumzukullern, hielt sich jedoch in Grenzen. "Erst mal unten durchbluten, dann lösen sich schon manche Probleme", kürzte der sich bei der Übung ziemlich verkrampfende Moderator ab.

Ja, das zog sich alles ein wenig. Es war Zeit für die 32.000-Euro-Frage:

Die Idee zu welchem Song kam dem Gitarristen Carlo Karges bei einem Rolling Stones Konzert am 8. Juni 1982 in Berlin?

A: Skandal im Sperrbezirk

B: Tage wie diese

C: 99 Luftballons

D: Mit 66 Jahren

Tammling konnte damit wenig anfangen und befragte das Publikum. Interessant: Nur eine einzige Person stand auf. Die konnte aber Carlos Karges der Band von Nena zuordnen, weshalb die Antwort nur "99 Luftballons" sein könne.

Die Kandidatin stand nun bei 32.000 Euro. Dabei blieb es auch, denn dass die Firmengeschichte von Bayer, BASF und Hoechst im 19. Jahrhundert mit der Herstellung von Farbstoffen begann, wusste weder sie, noch ihr Telefonjoker.

Hanfladen-Inhaber verköstigt Jauch mit Hanfkeksen

Dass der Inhaber eines Hanffachgeschäfts die Auswahlfrage Jauchs in 1,78 Sekunden beantwortete, machte eines deutlich: In den eigenen Vorurteilen sollte man es sich nie allzu gemütlich machen. Aber natürlich offeriert Thomas Pietsch in seinem Laden nur legale Produkte, was ihn aber nicht davon abhielt, innerhalb kürzester Zeit loszuwerden, dass man Cannabis legalisieren sollte.

Die mitgebrachten Hanfkekse fand Jauch übrigens lecker. Pietsch, der sich für vier Joker entschied, ging auch nach der Auswahlfrage ein hohes Tempo. Bei der fünften und doch recht einfachen Frage erwies er sich dann aber nicht allzu sattelfest.

Wie können sich nicht nur Reiter ausdrücken?

A: Breitgaloppierend

B: Hochtrabend

C: Flachtänzelnd

D: Tiefschreitend

Die Nervosität war groß, weshalb das Publikum ranmusste. Das lieferte zwar nicht Jauchs gewünschte Quote ("Das ist eine 100-Prozent-Chance"), entschied sich aber dennoch zu 97 Prozent für "hochtrabend".

Nach der kleinen Unsicherheit nahm Pietsch die nächsten Hürden jedoch wieder durchaus souverän. Dass der Hanfmann dann bei der 64.000-Euro-Frage in den Risikomodus überging, kam überraschend.

Was macht den größten Anteil der eigentlich vermeidbaren Lebensmittelabfälle in privaten Haushalten aus?

A: Milchprodukte

B: Brot und Backwaren

C: Getränke

D: Obst und Gemüse

Pietsch hatte im Grunde keine Ahnung. Warum er vor dem Hintergrund der gewaltigen Fallhöhe und noch zweier Joker plötzlich ins Risiko ging? Man weiß es nicht. Der Hanfmann loggte einfach beinhart die "Milchprodukte" ein, was auch bei Günther Jauch, der selbst Antwort "B" präferierte, auf Unverständnis stieß.

Tatsache ist: Es lagen beide falsch, und die richtige Antwort wäre "D" gewesen. Tobias Pietsch fiel auf 500 Euro zurück

Psychologin findet die Mitte und wünscht sich ein neues Chromjuwel

Als letzte schaffte es am Montagabend die Psychologin und angehende Wirtschaftswissenschaftlerin Marina Rupp in die Mitte zu Jauch. Auch sie entschied sich für die Vier-Joker-Variante und beantwortete die ersten Fragen schnell. Bei der 4.000-Euro-Frage half ihr das Publikum, dem mehrheitlich bekannt war, dass Frankreich und Italien in derselben Zeitzone liegen.

Dass es die Coverversion von "The Sound of Silence" war, welche die Metalband "Disturbed" über zehn Monate in den deutschen Single-Charts hielt, wusste die Psychologin ohne fremde Hilfe.

Und schon stand sie bei 32.000 Euro, womit sich ein großes Geburtstagsfest für Mama und Papa, die dieses Jahr beide ihren 60. feiern, finanzieren ließe. Für den zweiten Wunsch, ein neues "Audi TT Cabrio", musste allerdings mehr Geld her. Jauch stellte daraufhin diese schöne Frage.

Welcher dieser "antiken Super-Promis" lebte nach Christi Geburt?

A: Kleopatra

B: Aristoteles

C: Nero

D: Hannibal

Zwar konnte Rupp Kleopatra ausschließen, richtig weiterhalf ihr das aber nicht, weshalb sie auf den Zusatzjoker im Publikum setzte. Ein Rentner wusste von der Christenverfolgung unter Nero, weshalb die Antwort nur "C" sein könne.

Dass einer, der als Christenverfolger in die Geschichte eingegangen ist, nach Christus gelebt haben muss und die Christen nur schwer vor Christus verfolgt haben kann, schien der Kandidatin zeitweise nicht ganz einzuleuchten. Auch Jauch hatte seinen Spaß damit. Dennoch vertraute die Psychologin dem Zusatzjoker - und war damit gut beraten.

Pinocchio zeigt der Psychologin die lange Nase

Gescheitert ist Rupp dann letztlich an den Abenteuern von Pinocchio. Auch ihr Telefonjoker - ein Lehrer, der in der Schule immer wieder mal mit Märchen zu tun hat - konnte ihr bei der finalen 125.000-Euro-Frage des Abends nicht helfen:

Was erlebte Pinocchio in der berühmten Geschichte von Carlo Collodi nicht?

A: Von einem Igel ausgetrickst

B: Von Fuchs und Kater beraubt

C: In einem Esel verwandelt

D: Auf einer Taube geritten

Die richtige Antwort wäre "A" gewesen. Die Enttäuschung hielt sich bei der Kandidatin, die 64.000 Euro gewann, in Grenzen.

Es war im Grunde der Abend dreier junger Herren, die sich durch eine Vielzahl an Fragen antworteten und ihren Träumen – etwa jenem einer Alpaka-Zucht - ein Stück näher rückten. Dass bei der 500-Euro-Frage der Konfettiregen niederging, überraschte selbst Günther Jauch, der am Ende dann noch mit einer Sexologin über Donald Trump parlierte.