Normalerweise können sich die Kandidaten bei "Wer wird Millionär?" glücklich schätzen, dass ihnen das Publikum bei einer Wissenslücke aus der Patsche helfen kann. In der jüngsten Ausgabe vom Freitagabend war aber kein Verlass auf die Zuschauer im Studio. Zumindest fast keiner.

Christian Vock
Eine Kritik
von Christian Vock

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"Einen schönen guten Abend und willkommen zu einer besonderen "Wer wird Millionär?"-Folge." Wenn Günther Jauch sein Publikum mit diesen Worten durch einen Blätterwald begrüßt, dann weiß der "Wer wird Millionär?"-Zuschauer, dass RTL sein Publikum wieder auf das Dschungelcamp einstimmen will.

Für Jauch und seine Kandidaten bedeutet der Start von "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!" im Anschluss aber nicht nur ein bisschen Blumendeko zu den Quizfragen, sondern vor allem eine kürzere Sendezeit von nur 45 Minuten.

Glück also für den ersten Kandidaten, Andreas Decker, dass er es bereits in der vergangenen Show auf den Stuhl zu Günther Jauch geschafft hatte, denn in der verkürzten Sendezeit sinken natürlich die Chancen, zum Zuge zu kommen.

Das war aber auch schon das einzige Glück, das Decker an diesem Abend haben sollte, denn lange würde er nicht auf dem Stuhl sitzen bleiben – und das "Wer wird Millionär?"-Publikum im Studio ist daran nicht ganz unschuldig.

Günther Jauch: "... irgendwann siegt die Gier"

Dabei lief es ohnehin schon nur leidlich gut für den Physiotherapeuten aus dem Saarland. Bei 500 Euro stand der 30-jährige zu Beginn, den Publikumsjoker hatte er bereits in der vergangenen Folge verbraten. Bei der 2.000-Euro-Frage muss Decker auch den 50:50-Joker nehmen.

Die 4.000-Euro-Frage bekommt Decker ohne Probleme hin, bei der 8.000-Euro-Frage braucht der Saarländer dann aber Unterstützung. Jauch will von dem Mann mit dem Schuhtick Folgendes wissen: "Was wurde 2019 offiziell zum 100. Mal vergeben?" Zur Auswahl stehen:

A: Oscar B: Friedensnobelpreis C: Grammy D: Bundesverdienstkreuz

Decker weiß die Antwort nicht und erhofft sich zunächst Hilfe von seinem Telefonjoker, entscheidet sich aber doch noch einmal um in der Hoffnung, dass ihm jemand aus dem Publikum helfen kann – doch es steht niemand auf!

"Wir müssen den Leuten immer Zeit geben – irgendwann siegt die Gier nach den 500 Euro und dann steht schon jemand auf", macht Günther Jauch seinem Kandidaten noch Mut und tatsächlich müssen erst ein paar Momente vergehen, bevor sich doch noch eine Frau erhebt. Zu 80 Prozent ist sich die Frau sicher, dass es die Oscars sind.

Andreas Decker zweifelt immer noch, folgt am Ende aber doch dem Rat der Frau: "Wir machen A!" Hätte er besser nicht gemacht, denn richtig ist der Friedensnobelpreis. "Danke für den Mut, aufgestanden zu sein, aber Geld gibt’s dafür nicht", erklärt Jauch der Dame aus dem Publikum und fährt an Kandidat Decker gerichtet fort: "und Sie müssen wir mit 500 Euro nach Hause schicken – es sei denn, Sie gehen in einen Sitzstreik."

Nur weil sonst niemand aufgestanden ist

Geht er nicht, enttäuscht und schockiert ist Decker trotzdem. "Grämen Sie sich nicht zu sehr", versucht Jauch ihn noch zu trösten und vielleicht hilft Decker das Los der nächsten Kandidatin ja ein bisschen über sein Unglück hinweg, denn der erging es nicht anders.

Mit rekordverdächtigen 1,89 Sekunden schafft es Sarah Halfter bei der Einstiegsfrage auf den Stuhl von Jauch und zunächst scheint ihr das Glück weiter treu zu bleiben. Zwar muss Halfter zwei Joker verwenden, kommt damit aber immerhin bis zur 32.000-Euro-Frage.

Für diese Summe will Jauch wissen: "Wer gab seiner Tochter zum Gedenken an einen verstorbenen "Fast & Furious"-Kollegen den Namen Pauline?" Zur Auswahl stehen die Antwortmöglichkeiten:

A: Vin Diesel B: Christian Bale C: Dwayne Johnson D: Robert Downey Jr.

Halfter hat zwar ein gewisses Bauchgefühl, nimmt aber lieber den Telefonjoker und dann auch noch den Zusatzjoker. Doch auch hier steht wieder niemand auf, um der Kandidatin zu helfen. Wie bei Kandidat Decker zuvor dauert es ein paar Momente, bis sich doch noch ein junger Mann erhebt und erklärt: "Ich bin nur aufgestanden, weil sonst keiner einen Mucks gemacht hat."

Anders als bei Decker bringt Halfter der Mann aus dem Publikum aber Glück. Er tippt auf die richtige Antwort Vin Diesel und verhilft der Projektmanagerin aus Dresden so zu bislang 32.000 Euro. Am Montagabend geht es für Halfter dann weiter.

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