"Wer wird Millionär?" Pastor schreibt um ein Haar Quizshow-Geschichte

Er kam mit Gottvertrauen und ging als reicher Mann. Und dennoch verpasste es Pastor Lukas Gotter, bei "Wer wird Millionär?" Quizshow-Geschichte zu schreiben. © 1&1 Mail & Media/teleschau

"Irgendwie liegt was in der Luft", verkündete Günther Jauch am Dienstag im Zocker-Special von "Wer wird Millionär?". Lukas Gotter, Pastor einer freien Gemeinde, schickte sich an, TV-Geschichte zu schreiben. Zwei Millionen Euro - so viel hat in der RTL-Quizshow noch nie ein Kandidat abgeräumt. Gotter war ganz dicht dran ...
Bemerkenswert war der Auftritt des Überhangkandidaten vom Montag schon in der Sendung zuvor. "Wir taufen keine Kinder, sondern erwachsene Leute", hatte der 32-Jährige mit dem Pastor-untypischen Outfit seine Profession erklärt. Und sich Runde für Runde weitergezockt ...
Sogar eine Kostprobe seines Schlagzeugtalents durfte Lukas Gotter bei Günther Jauch zum Besten geben. Schlagkräftig auch seine Antworten. Nachdem er mithilfe des Publikumsjokers erraten hatte, dass der Wisent auch "Europäischer Bison" genannt wird, stand der Hobby-Drummer und Gottesmann zu Beginn der Dienstagsshow bei 125.000 Euro.
Und da war er nun (dritter von links) mit den Quiz-Aspiranten eines neuen WWM-Zocker-Specials, zwei Joker noch in der Hinterhand. "In welcher Disziplin wurde 2016 ein Sportler als Olympiasieger Nachfolger seines Bruders, der vier Jahre zuvor Gold geholt hatte?" war für 250.000 Euro gefragt.
Lukas Gotter hatte sofort die zündende Idee: die Diskuswerfer Christoph und Robert Harting. "Ich riskier's", verkündete der Hallenser mutig - und stand hernach bei der Gewinnstufe von einer Dreiviertelmillion.
Für 750.000 Euro war gefragt: Welche literarische Figur verbrachte ihre Kindheit in dem Dorf Godric's Hollow?" - "Harry Potter"-Fan Gotter war auch hier sofort auf der richtigen Spur, sicherte sich aber lieber durch den 50:50-Joker ab. "Jetzt schon?", kommentierte Jauch ironisch. Er ahnte längst, der Abend könnte teuer werden für RTL.
Zuletzt vor sieben Jahren hatte Günther Jauch einem Kandidaten des Zocker-Specials die Zwei-Millionen-Euro-Frage gestellt, die höchstmögliche Gewinnsumme bei "Wer wird Millionär?". Diesmal lautete sie: "Wer hat am 31. August 1990 den Einigungsvertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR unterschrieben?"
Zur Auswahl standen: Wolfgang Schäuble, Helmut Kohl, Hans-Dietrich Genscher und Thomas de Maizière. Kirchenmann Gotter grübelte kurz und erkannte schnell: "Ich werde meinen Vater anrufen. Wenn es jemand weiß, dann er."
"Puh!", stöhnte es am anderen Ende der Leitung, als Günther Jauch dem Telefonjoker die Gewinnstufe eröffnete. Immerhin hatte der Vater des Kandidaten gleich eine Idee, die der Sohnemann im Eifer des Gefechts jedoch glatt überhörte. "Schäuble!", rief der Senior noch mal, kurz bevor die Leitung nach 30 Sekunden gekappt wurde.
Leider! "Schäuble wäre die richtige Antwort gewesen", klärte Jauch den Kandidaten und das raunende Studiopublikum auf. Doch Lukas Gotter wollte nicht mit dem Schicksal hadern. Warum auch! "Ich freue mich über die 750.000. Was für ein Segen!"
"Sie werden groß empfangen werden in Halle", gab Jauch den Propheten. "Es wird viel an sie herangetragen werden. Und sie werden sehr oft auch 'Nein' sagen müssen." Gotters Pläne mit dem Gewinn: Er will einen Teil seiner freikirchlichen Gemeinde spenden und seinen Schwiegereltern deren Gebrauchtwagen abkaufen.
Weniger glücklich lief es am Dienstag bei "Wer wird Millionär?" für Daniel Hopkins aus Merzen. Der 42 Jahre alte PR-Manager stürzte ab von 64.000 Euro auf 1.000 Euro - verzockt!
Mathias Baltes aus Eppelborn bewies nicht nur Muskelkraft, sondern auch Hirnschmalz. Der 30 Jahre alte Chemie-Doktorand gewann 125.000 Euro.
Bundeswehroffizier Sebastian Weiß aus München blieb im Zockerspecial vorsichtig. Er stieg bei 8.000 Euro aus.