"Wer wird Millionär?": Millionärs-Joker patzt, Jauch-Kandidatin stürzt ab

Die neuen "Millionärs-Joker" erweisen sich bei "Wer wird Millionär?" zum zweiten Mal hintereinander als Stolperfalle. Eine zuvor vom Glück verfolgte Kandidatin fiel tief.

"Obwohl ich Mathematikerin bin und weiß, dass das extrem unwahrscheinlich ist", gelang es Melanie Schulz aus München, die Auswahlrunde bei "Wer wird Millionär?" zu gewinnen, indem sie die Tasten nach dem Zufallsprinzip drückte. Das Glück war ihr hold. Doch der tiefe Fall folgte. Ihr Unglücksbringer: ausgerechnet der Millionärsjoker!
Auch nach der Auswahlrunde blieb ihr Fortuna gewogen. "Irgendwie haben Sie einen Lauf", stellte Moderator Günther Jauch fest. Der erste Joker war erst bei der 1.000-Euro-Frage nötig. "Was wird häufig aus dem Schokobecher getrunken?" Sie sei "nicht so die Partymaus", erklärte Schulz. Ganz anders ihr Cousin und Telefonjoker ...
Befragt nach seinen Lieblingsgetränken erwiderte er: "Bier, Wein, Schnaps." Zur Wahl standen bei der Fragen allerdings: Doppelkorn, Pflaumenschnaps, Eierlikör, Strohrum? Der trinkfeste Cousin tippte auf Eierlikör und lag richtig. Mit dem Abschiedsgruß "Heb einen auf mich!" folgte die Cousine seinem Rat. Glück gehabt. Einmal mehr ...
8.000 Euro wert war die Antwort auf: "Trägt die Ehefrau dem Mann auf, ihr Mizellenwasser zu besorgen, so begibt er sich am beste in ...?" eine Drogerie, einen Blumenfachhandel, einen Waschsalon, einen Getränkemarkt. Der als Pubilkumsjoker mitgereiste Onkel glaubte: "Wenn es was Weibliches ist, wird es wohl Drogeriemarkt sein."
Die 16.000-Euro-Frage sicherte Schulz doppelt ab. Nach dem 50:50-Joker blieben Bundestagsabgeordnete und Bundesligaschiedsrichter stehen. Sie folgte dem Rat von Jan Stroh und fiel auf 500 Euro. Bundesligaschiedsrichter war falsch. Bereits Ende April hatte der Rat eines Millionär-Jokers sich als falsch erwiesen.
Verena Essinger kannten die Zuschauer noch aus der letzten Folge. "Spätzle-Gate" nannte sie selbstironisch ihren Auftritt in der Vorwoche. Eine Schwäbin, die nicht weiß, dass es keine grammatikalische Einzahl von "Spätzle" gibt und trotz Las Vegas-Besuch noch nie den Begriff "Einarmiger Bandit" gehört hat? Das führte zu Unverständnis auf Social Media.
Beim zweiten Auftritt hatte man den Eindruck, die Reaktionen aus dem Netz gingen nicht spurlos an der Kandidatin vorbei. Doch sie nutzte die Chance, den verloren geglaubten Ruf wiederherzustellen. Das klappte so mittel, denn der Spleen, den sie verriet, bot erneut Futter für Kritiker. Seit Jahren feiere sie ihren 25. Geburtstag, so das Geständnis.
"Ich kenne das von Damen, die das doppelte Alter haben", wunderte sich Jauch. Die Kandidatin: "25 ist ein süßes Alter, man ist erwachsen, aber man kann sich bei 1.000 Euro vielleicht noch einen Fauxpas erlauben". Jauch kombinierte: "Ach so, Sie glauben da gibt es Welpenschutz?" Wer die Sendung kennt, weiß, dass man darauf nicht hoffen sollte.
Schluss war bei der 16.000-Euro-Frage: "Was ist nach dem Känguru die neueste von Marc-Uwe Kling erdachte Figur?" NEINhorn, GIERaffe, PeliKANN, KarpFAN. Die Kandidatin ging lieber mit 8.000 Euro, als zu raten. Richtig gewesen wäre: das NEINhorn.
"Davon hab ich geträumt, dass mir nach einer Fußballfrage Herr Löw gegenüber sitzt", meinte Jauch. Für Nationalelf-Trainer Joachim Löw hatte es nicht gereicht, dafür hatte er das Vergnügen mit einem gutgelaunten Kandidaten namens Matthias Löw. Der Gymnasiallehrer aus Oettingen in Bayern hatte wie alle Kandidaten eine skurrile Anekdote zu berichten.
Seine Frau und er schreiben sich gegenseitig "To do"-Listen für im Haushalt zu erledigende Dinge. Inklusive Deadline. "Diese Spannung hält die Beziehung am Leben?", erkundigte sich Jauch skeptisch. In diesem Fall offenbar schon. Die Spannung am Leben erhielten auch die kniffligen Fragen.
32.000 Euro wert war die Antwort auf: "Was dürfen deutsche Staatsbürger in Dänemark nur in Ausnahmefällen?" Oresundbrücke nutzen, Job annehmen, Lkw mieten, Ferienhaus kaufen. Der mitgereiste gute Freund wusste Rat. Ferienhaus war richtig.
Befragt, ob er Fußballfan sei, erklärte der Kandidat, er spiele in einer Altherrenmannschaft und sei Präsident eines VfB-Stuttgart-Fanclubs. Ein eingespieltes Foto zeigte ihn mit Timo Werner. Die 64.000-Euro-Frage allerdings drehte sich um kleinere Bälle. Gefragt war der Nachname der letzten Grand-Slam-Turniersiegerin im Tenniseinzel. Sofia ...?
Der Telefonjoker spielte zumindest das mehr oder weniger artverwandte Badminton. Zur Wahl standen Tansanin, Kenin, Lieberin, Somalin. Er tippte "aus tiefstem Bauchgefühl" auf B. Das gleiche Gefühl hatte auch Matthias Löw. Er war schon bereit zum Einloggen, doch Jauchs Nachfrage führte zum Umdenken. Er traute sich nicht und gab auf.
Er vermutete, dass er nun wochenlang Zettel von seiner Partnerin bekommen würde, auf denen als einziger To-do-Punkt stünde: "schämen". Doch dazu hatte Matthias Löw eigentlich keinen Grund. Er kam schließlich mit 32.000 Euro für die Haushaltskasse zurück. "Kenin" wäre indes richtig gewesen.
Marie-Luise Ritter benötigte bei der 2.000-Euro-Frage den Telefonjoker: "Gegen wen kämpfen Thor, Hulk, Iron Mann, Captain Ameria und Black Widow in "The Avengers"?" Gerhard, Hillu, Helmut, Loki? Ungefragt gab Jauch einen Hinweis, der eigentlich keiner war: "Da sind zwei Kanzler und Gattinnen versteckt." Das half nicht wirklich weiter.
Dem Telefonjoker kam Loki "irgendwie bekannt vor". Der Kandidatin ging es ähnlich und sie zockte: "Wir nehmen jetzt einfach Loki, es sind ja nur 2.000 Euro." Richtig geraten! Als nächstes durfte Marie-Luise Ritter ihre Anekdote erzählen, wie sie Angela Merkel mit ihrem Outfit aus der Fassung gebracht hatte.
Als Reiseleiterin in Lloret de Mar sollte sie unmittelbar nach der Rückkehr nach München zum Feiern in das Hotel Bayerischer Hof. Keine Zeit zum Umziehen, daher stand sie in Feierklamotten nebst Jürgen Drews-T-Shirt neben der Kanzlerin, die sie schweigend gemustert haben soll.
Nicht die einzige bemerkenswerte Begegnung der jungen Dame. Über ihre Tinder-Dates hat sie ein ganzes Buch geschrieben. "Einen bin ich nicht losgeworden - oder er mich", erklärte sie. Jauchs Spruch nach der Tröte, die das Ende der Folge signalisierte, hatte Flirt-Potenzial: "Das Schicksal wird uns wieder zusammenführen."