"Wer wird Millionär?" Darunter leidet Jauch noch heute

Das Thema Knöpfe beschäftigte einen Kandidaten beim großen "Wer wird Millionär?"-Zocker-Special am Montag Abend. Bei Günther Jauch riss dieses Stichwort eine Wunde aus der Kindheit auf. Er plauderte aus dem Grundschul-Nähkästchen. © 1&1 Mail & Media/teleschau

Tom Grimms (li.) Frisur sieht aus, als würde er sich bei Jauchs Fragen die Haare raufen, doch in Wahrheit ist es der Moderator, der sich ärgerte, dass der Kandidat so "unspektakulär" erfolgreich zockt. Jauch muss daher selbst für Spektakel sorgen: Erst beleidigt er einen Mann im Publikum, dann erzählt er von der größten Schmach seiner Kindheit ...
Im "Zocker-Special" darf der erste Joker frühestens bei der 32.000-Euro-Frage gezogen werden - sonst verfallen zur Strafe alle weiteren Joker. Tom Grimm meisterte diese Hürde locker. "Ziemlich souverän, wenn auch unspektakulär", murrt Jauch. Ihm ist der Siegeszug des Kandidaten "zu geschmeidig". "Sie müssen jetzt hier mal irgendwas ... Fallen Sie mal um!", schlägt er vor.
Statt umzufallen erzählt Grimm auf Zuruf von Jauch die Anekdote, dass er schon sehr lange nicht mehr beim Friseur war und für Kinder lustige Geräusche macht. Für Jauch offenbar immer noch zu unspektakulär. Also sorgt der Moderator selbst für skurriles Spektakel. Zunächst, indem er den Zusatzjoker beleidigt: "Schnauze halten, wieder hinsetzen!"
Der Grund: Jauch will dem Kandidaten beweisen, dass er mit etwas Denksport die 32.000-Euro-Frage selbst gelöst hätte: "Wobei beträgt das Verhältnis zwischen Breite und Höhe stets 1 zu Wurzel aus 2?" Tatsächlich erkennt Grimm mit Jauchs Hilfe die richtige Antwort: DIN-A4-Blatt. "Ich wollte, dass Sie sich die Haare noch ein bisschen mehr raufen", so Jauch.
Tom Grimm will mit dem Erspielten seine Freundin bei der Idee ihres Knopf-Ladens unterstützen. Während Grimm bekennt, er könne selbst keinen Knopf annähen, berichtet Jauch wehmütig, dass er das in der vierten Klasse gelernt habe. "Das war meine einzige 5 die ich in der Grundschule auf dem Zeugnis hatte." Er gibt zu: "Da leide ich irgendwie noch heute drunter."
Während Tom Grimm stolze 125.000 Euro erspielt, kommt Alexander Embach aus Saarbrücken nur auf 8.000 Euro. Wichtig ist ihm ohnehin nur, gegenüber Jauch Platz zu nehmen ohne Schaden anzurichten. Seine begleitende Partnerin befürchtet nämlich, der 43-Jährige könnte "seinem Ruf als Tolpatsch alle Ehre machen und sofort Stuhl und Wasserglas umstoßen".
"Was verteilt die Polizei auf einigen deutschen Weihnachtsmärkten Jahr für Jahr zum Schutz vor Taschendieben an die Passanten?" ist bei der 2.000-Euro-Stufe gefragt. Kunstschnee, Glöckchen, Tannenzweige oder Pfeffernüsse? Jauch will dem Kandidaten helfen, indem er die Situation szenisch darstellt und übernimmt die Rolle des Taschendiebes.
Die Schauspiel-Einlage findet die Partnerin zwar etwas peinlich, doch der Bereichsleiter bei der Agentur für Arbeit ist dankbar dafür. So hat er erkannt, dass nur "Glöckchen" als Antwort Sinn ergibt. Dennoch ist der Traum von den zwei Millionen Euro für den 43-Jährigen aus Saarbrücken schon bei 8.000 Euro beendet.
Heinz-Dieter Hermann aus Ochtrup kennen die Zuschauer als Überhangkandidat aus der letzten Folge. Der Polizeibeamte steht zu Beginn der Montagssendung bei 4.000 Euro. Diesmal hat er einen Glücksbringer dabei. "Der ist von der Patrizia, der Gewinnerin von der letzten Show", erklärt er.
Ein Glückskeks soll Glück bringen. Der Kandidat liest vor: "Das Kölsche Grundgesetz: Wat nix kostet, dat is auch nix." Dem Moderator schlägt er vor: "Hälfte, Hälfte?" Beide teilen sich den Keks. Ob der Kandidat damit einen Teil des Glücks abgegeben hat?
Eine Frage vor der sicheren 32.000-Euro-Marke verbraucht er seinen ersten Joker - und verliert damit alle anderen. "Welche Partei hatte in den letzten 30 Jahren mehr als zehn verschiedene Vorsitzende?" Es war die SPD.
Apropos SDP: "Den Scharping habe ich mal getroffen", berichtet der Kandidat. "Er war nüchtern, ich war betrunken", gibt der Polizeibeamte zu. "Ein SPD-Vorsitzender kann froh sein, wenn ein Besoffener ihn noch erkennt", witzelt Jauch. Es ist die letzte Anekdote, die Heinz-Dieter Herrmann auf dem Ratestuhl zum Besten geben kann.
Trotz Glückskeks-Karma endet Heinz Dieter Hermanns (3.v.li.) Reise bei 16.000 Euro. Mit dem erspielten Geld will er seiner Frau den lang gehegten Wunsch einer gemeinsamen USA-Reise erfüllen.