Beim "Klugscheißer-Special" von "Wer wird Millionär" quizzt sich Kandidatin Gesine Cohrs souverän bis zur 64.000-Euro-Frage durch. Ein Zusatzjoker aus dem Publikum liefert ihr die Lösung für die 125.000-Euro-Frage, doch Cohrs steigt aus.

Zum Beginn der Freitagsausgabe von "Wer wird Millionär" saß Gesine Cohrs noch ahnungslos im Publikum, knapp eindreiviertel Stunden später war die Marketing-Mitarbeiterin eines Radio-Senders um 64.000 Euro reicher.

"Ich bin einfach nur glücklich und zufrieden", zog Cohrs Fazit. Ob die 29-Jährige das in den nächsten Tagen auch noch so sieht, scheint aber keineswegs sicher. Denn Cohrs entschied sich bei der 125.000-Euro-Frage gegen die richtige Antwort des Zusatzjokers aus dem Publikum und ging mit 61.000 Euro weniger als möglich nach Hause.

Langzeitstudenten und Nesthocker sitzen am Montagabend bei einer Special-Ausgabe von "Wer wird Millionär" auf dem Ratestuhl. Das ist ziemlich unterhaltsam, nimmt aber für Norbert Pany ein böses Ende. Die Eltern werden den Studenten weiter bezuschussen müssen.

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Klugscheißer- und Zocker-Special werden kombiniert

Doch dazu später mehr, zunächst einmal die Ausgangslage: Günther Jauch hatte wieder mal zum "Klugscheißer-Special" geladen, was bedeutet, dass die Kandidaten von Partnern, Freunden oder Kollegen angemeldet wurden und zu Beginn der Sendung nichtsahnend im Publikum saßen.

Der Hintergedanke dabei ist, Personen auf den Ratestuhl zu schicken, die "Klugscheißer" sind, also alles besser wissen.

Kombiniert wurde das "Klugscheißer-Special" mit dem "Zocker-Special", bei dem die Gewinnstufen höher sind und bis zu zwei Millionen Euro gewonnen werden können. Dafür dürfen die Kandidaten bis zur 32.000-Euro-Frage aber keinen Joker anwenden. Brauchen sie trotzdem vorher Hilfe, sind alle vier Joker auf einmal weg.

Gesine Cohrs spielt als einzige Kandidatin die vier Joker frei

Cohrs war am Freitagabend die einzige Kandidatin, die sich souverän ohne Joker bis zur 32.000-Euro-Frage durchquizzte. Als dann jedoch die vier Joker freigeschaltet wurden, war die Marketing-Expertin etwas zu freigiebig mit der Anwendung.

6 Leute brauchen für den Verzehr einer Pizza 12 Minuten - wie viel Minuten bräuchten für dieselbe Pizza 8 Leute?

A: 6 Minuten

B: 9 Minuten

C: 12 Minuten

D: 16 Minuten

Angesichts der Höhe der Frage ein relativ einfacher Dreisatz, man muss kein Mathe-Genie sein, um die Aufgabe zu lösen. Cohrs rechnete die Aufgabe auch völlig richtig vor, sicherte aber dennoch mit dem 50:50-Joker ab.

Für 64.000 Euro wurde dann ein Promi gesucht, der 2018 nicht geheiratet hatte. Justin Timberlake war der gesuchte Mann, das Publikum verhalf zur richtigen Lösung.

Kannte die Überraschungskandidatin ihren Telefonjoker schon vorher?

Dann kam die eingangs erwähnte 125.000-Euro-Frage:

Welcher Ex-US-Präsident sagte über seine Amtszeit: "We never went to war. We never dropped a bomb. We never fired a bullet"?

A: John Kennedy

B: Richard Nixon

C: Jimmy Carter

D: George Bush sen.

Cohrs rätselte ein wenig herum, entschied sich dann für eine Doppel-Joker-Lösung. "Wir machen das jetzt anders. Wir fragen erst einen Einzelnen und dann rufen wir meinen Kollegen an, um den reinzureiten", sagte Cohrs.

Was übrigens eine merkwürdige Aussage war, denn als Überraschungskandidatin hätte sie ja eigentlich gar nicht wissen dürfen, wer ihre Telefonjoker sind.

Zunächst stand ein einziger Mann auf, stellte sich als "Herr Jähn, Verwaltungsbeamter aus Naumburg/Saale" vor, entschuldigte sich mehrfach, dass er nicht sicher sei und lieferte dann eine perfekte Erklärung, warum alle anderen drei Kandidaten ausscheiden und Jimmy Carter die richtige Lösung sei.

Das Patenkind bekommt ein Pony

Doch der Kandidatin reichte das nicht. "Ich möchte gerne meinen Kollegen anrufen!", sagte Cohrs, um dann schnell hinterherzuschieben: "Achso, wen habe ich eigentlich als Telefonjoker?" Aha. "Das wissen Sie ja gar nicht", antwortete Jauch etwas scheinheilig hinterher.

Ein bisschen erinnerte das an Weihnachten, wenn man weiß, was man geschenkt bekommt, aber trotzdem überrascht tun muss.

Cohrs rief dann tatsächlich ihren Kollegen Per Eggers an, der mit seinen Ausführungen nicht ganz fertig wurde, aber zu Richard Nixon riet. Da das Bauchgefühl der Kandidatin auch zu Nixon tendierte, sie sich aber letztlich nicht sicher war, stieg sie mit 64.000 Euro aus.

Mit dem Geld will sie eine Reise nach Israel mit einer Kollegin machen und ein Pony für das Patenkind anschaffen. "Die Folgekosten bringen Sie um", bemerkte Jauch. "Das müssen die Eltern machen. Damit habe ich nichts zu tun, ich stelle das Ding nur da hin", entgegnete die Kandidatin.

Hätte Gesine Cohrs auf ihren Zusatzjoker gehört, wäre vielleicht auch noch die eine oder andere Möhre extra für das Pony drin gewesen.

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