"Wer wird Millionär" ließ einmal mehr Träume wahr werden: Eine Chef-Stewardess gewann trotz fehlender Lateinkenntnisse 125.000 Euro. Auch eine passionierte Kickboxerin verließ den Jauch'schen Ring mit dieser stattlichen Summe. Janos Pigerl, der jüngst von 750.000 auf 1.000 Euro zurückfiel, fungierte als Zusatzjoker.

Eine Kritik
von Bodo Klarsfeld

Einmal mehr hieß die Maxime bei Günther Jauch "Volles Risiko!". Wem die Regeln des Zockerspecials noch nicht vertraut sind: Jeder Kandidat auf dem heißen Stuhl kann zwei Millionen Euro abstauben, sollte aber bis Frage neun den Einsatz eines Jokers vermeiden, da sonst die restlichen allesamt schlagartig verfallen.

Als Publikums- und Zusatzjoker stehen ausschließlich Ex-Kandidaten auf der Tribüne zur Verfügung.

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Flugbegleiterin startete ohne Turbulenzen

Den Zockerreigen eröffnete die Chefstewardess Susanne Berthes. Sie war frei von Turbulenzen durch die ersten neun Fragen geflogen und hatte danach alle vier Joker zur Verfügung. Für 32.000 Euro wollte Jauch folgendes von der Wöllsteinerin wissen:

Was war im vergangenen Jahr Auslöser hefiger politischer Querelen in Sachsen-Anhalt?

  • A: 86 Gramm
  • B: 86 Cent
  • C: 86 Millimeter
  • D: 86 Sekunden

"Da kann ich mir gerade nichts drunter vorstellen, weshalb ich wohl einen Joker nehmen muss", so die Stewardess, die zum Publikumsjoker griff. Die Ex-Kandidaten hatten mit der Frage keine Probleme und votierten zu 100 Prozent für die 86 Cent (es ging um die Erhöhung des Rundfunkbeitrags). Berthes bedankte sich artig und freute sich auf die nächste Runde.

Stewardess landete bei 125.000 Euro

Dass knapp die Hälfte des 2019 in Deutschland konsumierten Weins aus dem eigenen Land stammt, konnte die Flugbegleiterin mit Hilfe des 50:50-Jokers beantworten. Auch die 125.000-Euro-Hürde war für sie letztlich keine, da ihr ein Ex-Kandidat als Zusatzjoker unter die Arme griff. Dann folgte die 250.000-Euro-Frage:

Was gibt der Lateinlehrer seinem Schüler mit "abi!" zu verstehen?

  • A: komm her!
  • B: lern was!
  • C: geh fort!
  • D: feier viel!

"Ich hatte nie Latein in der Schule und hab keine Ahnung", gestand Berthes, die einen Arbeitskollegen anrufen ließ. "Da kann ich dir nicht weiterhelfen", meinte der nur, weshalb die Stewardess jetzt das Handtuch warf.

"Für mich ist das Zockerspecial jetzt zu Ende", verlautbarte sie mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Die Würfel waren also gefallen, und für die saubere Landung bei 125.000 Euro gab's mächtig Applaus. Antwort C wäre übrigens die korrekte gewesen.

Jura-Studentin meisterte die Auswahlfrage mit Highspeed

Danach durfte Jauch die sympathische Jura-Studentin Joana Günther in der Mitte begrüßen. Zu seinem Erstaunen löste sie die Auswahlfrage in unglaublichen 1,8 Sekunden.

Auch unmittelbar danach war die Bonnerin durchaus auf Zack. Die besonders relevante 16.000-Euro-Frage, deren Beantwortung stets alle Joker freischaltet, lautete:

Wer erhielt bei der US-Präsidentschaftswahl 2020 rund 70.000 Stimmen?

  • A: Lady Gaga
  • B: Kanye West
  • C: Oprah Winfrey
  • D: Arnold Schwarzenegger

"Das war Kanye West", fackelte die Kandidatin nicht lange. "Ab jetzt sind die Joker frei für sie", gratulierte Jauch, der sich von der passionierten Kickboxerin zur Demonstration im Studio ein paar gezielte Schläge einfing. Darauf folgte die 64.000-Euro-Frage:

Wodurch wird Shakespeares Hamlet ins Jenseits befördert?

  • A: vergiftete Degenspitze
  • B: Tritt vom Pferd
  • C: Sturz vom Balkon
  • D: verirrte Pistolenkugel

"Sowas sollte man wissen. Ich hab wirklich gar keine Ahnung", meinte die Kandidatin, die dennoch zwischen Pferd und Balkon schwankte. Günther setzte ihre Hoffnung in ihren Literatur-affinen Telefonjoker.

"Ich glaube, es ist die vergiftete Degenspitze, wenn ich das richtig in Erinnerung hab", so der Mann am anderen Ende der Leitung. "Ich würde sagen: Nehm' wa!", meinte die Kandidatin anschließend zu Jauch. Angesichts ihres neuerlichen Weiterkommens wurde Günther jetzt regelrecht euphorisch, was sich in einem Dauergrinsen manifestierte.

Tragischer Held unter den Ex-Kandidaten

Schönes Detail dieser Sendung: Auch Janos Pigerl - jener kluge junge Mann, der kürzlich wegen einer überhöhten Dosis Risiko von 750.000 Euro auf 1.000 Euro runterdonnerte - durfte am Montagabend als Ex-Kandidat auf der Tribüne Platz nehmen.

Günther wusste den tragischen Helden bei ihrer 250.000-Euro-Frage gleich in Szene zu setzen:

Welche dieser Bands konnte bislang aus rein formalen Gründen noch nicht in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen werden?

  • A: Red Hot Chili Peppers
  • B: Metallica
  • C: U2
  • D: Coldplay

Die Jura-Studentin tappte im Dunklen und holte deshalb Pigerl vor den Vorhang. "Coldplay ist mit Abstand die jüngste Band. Es könnte sein, dass diese erst nach einer bestimmten Zeit nach der Gründung in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen werden dürfen", so die "Ohne 100-prozentige Gewähr"-Erklärung des Ex-Kandidaten.

Doch so wirklich schenkte die Studentin aus Bonn dem großen Pechvogel kein Vertrauen, weshalb sie den 50:50-Joker, der Metallica und Coldplay freilegte, noch ins Rennen schickte.

"Ich hab' ein bisschen Angst"

Obwohl auch Pigerls Tipp liegen blieb, bekam Günther (verständlicherweise) Muffensausen, wenn auch mit einem Lächeln. "Ich würde wirklich gerne einloggen, aber ich hab ein bisschen Angst", gestand sie. Und tatsächlich: Die Studentin setzte einen Schlussstrich, war aber nach eigenen Angaben mit dem Gewinn von 125.000 Euro "vollends zufrieden".

Und warum wurden Coldplay noch nicht in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen? "Die haben die 25 Jahre seit ihrer Gründung noch nicht voll, die man aber rein formal haben muss", erklärte Jauch. Mit dem gewonnenen Geld würde Joana Günther ihrer Mama gern ihr heiß ersehntes Wohnmobil kaufen.

"Auch Papa hätte gerne ein Auto und Schwesterchen Schuhe", fügte die altruistische Studentin noch hinzu, die sich trotz des Gewinns wohl noch einen Kredit aufnehmen wird müssen. Sie selbst werde erst mal richtig schön essen gehen.

Wiedersehen mit 42-jährigem Pforzheimer am Freitag

Noch mitten im Rennen um die große Kohle ist derzeit Alfons Müller aus Pforzheim. Der 43-jährige Digital Solutions Manager hat einen einwandfreien Start hingelegt, steht derzeit bei 4.000 Euro und darf kommenden Freitag wieder ran.