Günther Jauch ist zwar nicht für jeden Spaß zu haben, aber doch für so manchen. Am Montagabend musste er erst einen Salzstangen-Wettbewerb meistern, ehe er von einer Fashion Bloggerin neu eingekleidet wurde - mit zweifelhaftem Ergebnis.

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Mittlerweile hat es sich längst eingeschlichen, dass die Kandidaten bei "Wer wird Millionär?" immer auch eine kleine Geschichte erzählen müssen. Der eine hat die Beatles in der Sauna getroffen, der andere dem Yeti den Pony geschnitten - neben den Fragen sind die Geschichten der Kandidaten fester Bestandteil der Show geworden.

Manchmal hat man den Eindruck, dass man nur dann einen Platz bei "Wer wird Millionär?" bekommt, wenn man auf einem Bein den Eiffelturm hoch geschwommen ist. Beim Bewerbungsbogen muss man zwar nur seine besonderen Fähigkeiten nennen, aber ob jemand genommen wird, der dort "Hemden bügeln" angibt, darüber darf spekuliert werden.

Ellen Reim jedenfalls hatte es geschafft und stand nach der vorherigen Show bei 2.000 Euro, ehe sie am Montagabend erneut auf dem Ratestuhl Platz nahm. Zunächst lief es auch ganz gut für die stellvertretende Redaktionsleiterin der Kreiszeitung Wesermarsch, doch bei der 32.000-Euro-Frage war für Reim Schluss.

"Für wen sind Amboss- und Bypass-Scheren nützliche Werkzeuge?", wollte Günther Jauch wissen und Kandidatin Reim ließ sich von dem Wörtchen Bypass in die Irre führen. Denn statt wie von Reim vermutet, benutzen Bypass-Scheren nicht Chirurgen, sondern Gärtner. Das weiß nun auch Reim und kann ihren Bekannten immerhin die Geschichte erzählen, wie sei einmal bei Günther Jauch saß.

"Ich weiß wirklich nichts"

Als überqualifiziert in puncto Geschichten erzählen erwies sich dann der nächste Kandidat. Rahim Andreas Rasaki hatte nicht nur gleich mehrere Geschichten im Ärmel, eine schrieb er sogar live in der Sendung, doch dazu gleich mehr.

Dass er es überhaupt schaffte, seine Geschichten zu erzählen, hatte er ein wenig seinem Glück zu verdanken. Als ob er es bereits geahnt hatte, bat Rasaki Günther Jauch noch vor der ersten Frage um Beistand: "Machen Sie es mir so leicht wie möglich, ich weiß wirklich nichts!"

Ein bisschen wusste der sympathische Hildesheimer zwar schon, bei der 1.000-Euro-Frage kam Rasaki dann aber doch mächtig ins Schleudern.

Frage: Was stellt so mancher nach dem Kauf eines neuen Smartphones erschrocken fest?

A: Die Tür ist geschlossen!

B: Die Klinke ist weg!

C: Das Schlüsselloch ist dicht!

D: Das Viertel ist abgeriegelt!

In den nun folgenden Minuten konnte man miterleben, wie Rasaki in die Verzweiflung getrieben wurde, denn der Groschen wollte einfach nicht fallen. "Ich weiß gar nicht, was hier überhaupt gefragt wird?", klagte der Hildesheimer und stellte fest: "Das kann ich auch niemanden fragen."

Das wollte Jauch so nicht stehen lassen: "Das können Sie alle fragen. Wenn Sie das hier fragen, kriegen sie 112 Prozent", behauptete Jauch. Also nahm Rasaki den Publikumsjoker und Jauch schob eine Warnung an die Studio-Zuschauer hinterher: "Wer jetzt 'ne falsche Antwort gibt, den hol' ich einzeln aus dem Publikum raus!"

Gesagt, getan. Als tatsächlich ein Zuschauer auf "Das Viertel ist abgeriegelt!" und nicht auf die richtige Antwort mit der "Klinke" tippte, geht Jauch ins Publikum und stellt den Mann zur Rede. Der gibt lachend zu, dass er genauso auf dem Schlauch stand wie der Kandidat auf dem Ratestuhl.

Salzstangen für Günther Jauch

Doch nun endlich zu den Geschichten von Rahim Andreas Rasaki: Als Jauch gerade auf das SMS-Gewinnspiel in der Werbepause hinweisen möchte, erzählt Rasaki, dass er selbst bereits einmal bei diesem Gewinnspiel 5.000 Euro gewonnen hat. "Aber wie? Sie mussten doch die Frage beantworten", stichelt Jauch daraufhin.

Doch Rasaki revanchiert sich kurz darauf bei Jauch mit einem Salzstangen-Wettessen. Wenn Jauch es schafft, 15 Salzstangen in 60 Sekunden zu essen, werde er den Moderator zu einem Rundflug über Sylt einladen. Jauch lässt sich das nicht zweimal sagen und stopft die 15 Salzstangen schneller in sich hinein, als Rasaki Telefonjoker sagen kann.

"So billig kann Fernsehen sein", kommentiert Jauch anschließend die kleine Show-Einlage. Genutzt hat das Salzstangen-Intermezzo Rasaki nicht allzu viel, denn bei der Frage "Wie nennt man die Falttafeln, die oft an zu vermietenden Immobilien angebracht sind?" muss der Kandidat die Segel streichen.

Er tippte auf Augenplatten statt auf Nasenschilder. Immerhin geht er mit 16.000 Euro nach Hause und kann erzählen, dass er mit Jauch Salzstangen gegessen hat.

Ein Einstecktuch für Günther Jauch

Ganze 64.000 Euro hingegen erspielte die letzte Kandidatin am Montagabend. Laura Brodda schaffte es bei der Auswahlfrage in unglaublichen 2,17 Sekunden auf den Stuhl.

Als Jauch dann vorlas, dass die Mainzerin ihr Geld als Fashion Bloggerin verdient, hätte der Moderator eigentlich ahnen müssen, dass da noch etwas auf ihn zukommt, schließlich dürfte die Sache mit den Geschichtchen sich auch bis zu ihm herumgesprochen haben.

Nachdem sich die beiden im wahrsten Sinne des Wortes durch die ersten Fragen geredet hatten, kam irgendwann die Sprache auf Jauchs Krawatte - ein ästhetisch heikles Thema.

Das gestrige Exemplar hätte jedenfalls in jeder Finanzamt-Kantine für Verzückung gesorgt. Doch als echte Fashion Bloggerin sah Brodda hier noch Verschlimmerungspotenzial und zauberte für Jauch ein Einstecktuch hervor.

Dass er mit dem Vogel-Blumen-Tuch optisch eher in Richtung Rodeo-Clown ausschlug, nahm Jauch mit einem ironischen Spruch hin: "Sie haben einen neuen Menschen aus mir gemacht", veralberte der Moderator die Bloggerin, die neben einer Stange Geld auch die Geschichte mit nach Hause nehmen kann, wie sie einmal Günther Jauch neu eingekleidet hat.

Beim "Wer wird Millionär?"-Spendenmarathon hat Moderation Ruth Moschner auf dem berühmten Stuhl von Günther Jauch 125.000 Euro abgeräumt. Hätten Sie die Fragen beantworten können?