"Wer wird Millionär?": Großes Kino vom Ein-Sekunden-Bond-Girl

Hollywood-Flair bei Günther Jauch! Zuerst hat eine Dame ihren Auftritt, die schon an der Seite von Daniel Craig im James-Bond-Film "Ein Quantum Trost" zu sehen war, dann folgt ein Kandidat, dessen Heiratsantrag so filmreif inszeniert war, dass er ins Kino kam!

Sibylle Blötscher aus Schwäbisch Gmünd brauchte bei der 1.000-Euro-Frage den ersten Joker. Das Publikum wusste: Vor Insektenangriffen schützt eine Mückenspirale. Viel spannender als seine Quizfragen fand Jauch die glorreiche Vergangenheit der Kandidatin als Bond-Girl. Wobei diese Behauptung streng genommen aus einer Mücke einen Elefanten macht ...
"Der Traum von Millionen Frauen auf der ganzen Welt - einmal Bond-Girl sein, hatten Sie den auch?", fragte Jauch investigativ-journalistisch. "Ja, seit ich denken kann", erwiderte die Immobilien-Spezialistin mit filmreifem Pathos. Dann relativierte sie: "Bond-Girl war ich leider nicht, aber zumindest Statist in 'Ein Quantum Trost'."
Im Radio erfuhr sie seinerzeit, es würden Statisten gesucht. Mit ihrer Freundin fuhr sie schnurstracks zur Seebühne in Bregenz. Und bekam den Job. Wie knapp 1.500 der anderen Bewerber auch. "Ach, war das eine Massenszene", verstand Jauch und klang ein wenig enttäuscht. Sibylle Blötscher hatte aber in einer weiteren Szene ihren großen Auftritt.
Ein Einspieler zeigte, wie Sibylle Blötscher als Gast eine Handtasche gereicht kam. So war sie "Bond-Girl" für eine Sekunde. "Für mich als großen Fan war das ganz toll", erklärte sie. Das Kostüm wollte sie zur Erinnerung kaufen, doch das wurde abgelehnt. "Die Sachen aus James-Bond-Filmen sind später immer wahnsinnig viel wert", wusste Jauch.
"Mein Name ist Jauch, Günther Jauch", versuchte sich der Moderator als Daniel Craig für Arme. "Es ist hier spannender als beim Filmdreh", erklärte die Kandidatin. "Jedes Jahr kommen die Angebote für den neuen James-Bond-Film, und ich lehne immer ab", scherzte Jauch. Millionärin wurde Sibylle Blötscher nicht, doch 16.000 Euro sind ein Quantum Trost.
Großes Kino im wahrsten Wortsinn bot noch ein Kandidat. Oliver Krauß hatte seine Verlobte mitgebracht. Nicht ohne Grund, denn der Auftritt bei Günther Jauch sollte die Hochzeitskasse aufbessern. Auf die Frage des Moderators, wie viel Geld sie erhoffe, meinte die Verlobte: "16.000 wäre nett." Ob das Glück dem jungen Glück hold war?
Seinen Heiratsantrag vor einem Jahr hatte der 31-Jährige Produktentwickler so filmreif inszeniert, dass er ins Kino kam. Im gemieteten Kinosaal zeigte er einen selbstgedrehten Film. Jauch tat so, als müsse er Tränen der Rührung mit der Krawatte wegwischen. Im Einspieler ging Krauß vor der Leinwand in die Knie und die Angebetete schluchzte "Ja".
"Ich bin immer noch froh, dass sie ja gesagt hat", gestand Oliver Krauß. "Ihnen blieb nicht viel anderes übrig nach dem Anlauf", so Jauchs nüchterne Analyse gegenüber der Braut in spe. Oliver Krauß brauchte - wie das Bond-Girl - den ersten Joker bei der 1.000-Euro-Marke: Die A- und B-Probe dienen der Klärung der Frage: gedopt oder sauber?
"Wonach ist das weltberühmte Wembley-Stadion benannt?, wollte Jauch für 4.000 Euro wissen. Als der Kandidat ratlos dreinblickte, erinnerte Jauch: "Ihre Frau arbeitet beim Schleswig-Holsteinischen Fußballverband." Krauß gab zu bedenken, dass das örtlich weit entfernt sei. Die Gattin wusste es auch nicht besser. Der Kandidat zockte einfach!
Für 500 Euro könne man nicht mal den Hochzeits-DJ bezahlen, so die Erklärung des Kandidaten für die Risikofreude. Sein Mut wurde belohnt: Wembley ist - wie vermutet - ein Stadtteil von London. "Um es mit Uli Hoeneß zu sagen: Das war's noch nicht!", kommentierte Jauch. Die 8.000-Euro-Frage beantwortete das Publikum: Wie schreibt man "appellieren"?
Sein Uni-Professor verhalf ihm als Telefonjoker zu 32.000 Euro. "Wenn vom Kap-Verde-Typ die Rede ist, geht es meist um ...?" Die Antwort wäre 64.000 Euro wert gewesen, doch der Kandidat passte. Sandstrände wäre richtig gewesen. Egal - "Der Hochzeit steht nichts im Wege", fasste Jauch zusammen. "Der DJ ist bezahlt", stimmte Oliver Krauß zu.
Auch sie saß am Montag auf Jauchs Ratestuhl: Chantal Weindorf aus Ingelheim. Als Überhangkandidatin kannten die Zuschauer die Management-Assistentin noch von der letzten Folge. Die Antwort auf die 16.000-Frage kannte sie nicht: "Was wird häufig in Bag-in-Box-Verpackungen angeboten?" Rot- und Weißwein war gesucht. Weindorf ging mit 8.000 Euro.
Auch diese Kandidatin war für Überraschungen gut. Zuerst überraschte Bianka Römhild mit ihrem thüringischen Heimatort: Von Brotterode-Trusetal hatte Jauch nie gehört. Die nächste Überraschung entlarvte Jauchs falschen ersten Eindruck von der Dame. Die Frau mit der Brille im grauen Pulli war keine graue Maus ...
"Haben Sie ein Piercing?", staunte Jauch als er ihre Zunge sah. Als sie peinlich berührt "ja" sagte, gab der Moderator zu: "Da denke ich: 'Da kommt der Typ brave Hausfrau auf den Stuhl' und dann: Zungenpiercing!" Bianka Römhild erspielte 32.000 Euro. Happy End auch für Bond-Fans: Jauch in der Rolle der Doppelnull bleibt Cineasten erspart.