Vom Student über die Rentnerin bis zum Pfarrer und Hotelfachmann: Acht Anwärter wollten gestern bei Günther Jauchs "Wer wird Millionär?"-Spezial auf den Stuhl. Das Rennen machten zwei Kandidaten – und einer von ihnen holte sich 250.000 Euro. Dabei brachte er erst den Moderator zur Verzweiflung und dann sich selbst zum Weinen.

Bei Günther Jauchs "Wer wird Millionär? Das große Zocker-Special" ging es gestern unter verschärften Bedingungen um zwei Millionen Euro. Der Haken: Bis zur 16.000 Euro-Frage dürfen die Kandidaten keinen der vier Joker nutzen. Tun sie es doch, sind die anderen Joker verloren. Max Becker ist das egal. Der Kölner Hotelfachmann ist nämlich – glaubt man seiner Freundin – der "größte Klugscheißer der Welt". Darunter zu leiden hat an diesem Abend nur einer: Günther Jauch. Der muss mit ansehen, wie sein Kandidat scharfsinnig und in Windeseile 16.000 Euro einheimst.

Besserwisser oder Klugscheißer, was ist eigentlich schlimmer? Wen interessiert’s. Max sitzt auf dem Stuhl. Und als er bei 32.000 Euro endlich ins Zweifeln kommt, freut sich Jauch wie ein kleines Kind über ein Stück Schokoladenkuchen. Die Rechnung hat er ohne den Kölner gemacht. In welchem Zusammenhang man über den Sinn oder Unsinn der führenden Null geteilter Meinung sein kann? Max zockt und setzt auf die richtige Lösung: Datums- und Zeitangaben.

Vier Fragen, vier Joker und ein staunender Günther Jauch

Sängerin flog als Erste aus dem Camp - das sagt sie über ihre Mitstreiter.

Günther Jauch rutscht inzwischen ungläubig auf seinem Stuhl herum. "Geben Sie dem Mann noch ein Wasser und tun sie irgendwas rein!" Die Fragen werden schwerer, die Spannung steigt. Noch vier richtige Antworten bis zum Hauptgewinn. Alle Joker sind noch da. Erst muss das Publikum helfen. Als es um 250.000 Euro und den wissenschaftlichen Namen für ein Tier geht, kommt der Telefonjoker zum Einsatz. Dass Max früher regelmäßig aus dem Biologieunterricht geflogen ist, spielt jetzt keine Rolle.

Ach so, und der Telefonjoker, ein Mediziner, hat natürlich Recht: Anopheles bezeichnet die Malariamücke. Für den Kölner rücken zwei Millionen Euro in greifbare Nähe – wäre da nicht die 750.000 Euro Frage. Der letzte Joker. Die Lust am Zocken. Der Appell an die Vernunft. Es ist spannend, bis sich Max zum Aufhören durchringt. 250.000 Euro nimmt er mit nach Hause. Und kann vor Freude seine Tränen nicht unterdrücken.

Die Freundin des Klugscheißers und der Spacer-BH

Lässt sich das noch toppen? Lehramtsstudent Jonas Ohlmeier schlägt sich nach Max wacker. Die Ironie kommt aber zum Schluss. Denn als Jonas den einzelnen Publikumsjoker übrig und keine Ahnung davon hat, was Spacer sind, kann ihm niemand so recht helfen.

Okay, 32.000 Euro sind auch ein hübsches Sümmchen. Eine Sache ist da noch: Ausgerechnet Max‘ Freundin kennt die richtige Antwort. Dumm nur, dass sie laut Regelwerk nicht aufstehen darf. Dafür weiß jetzt jeder, dass Spacer spezielle, atmungsaktive BHs sind. Und dass bei manchen Kandidaten das Wort "klug" in Klugscheißer wirklich Programm ist.