Wegen unterlassener Hilfeleistung kann sie schlecht klagen, aber überraschend war es schon, dass Günther Jauch eine Krankenschwester aus Bonn so flott ziehen hat lassen. Lustig wurde es für die Zuseher, als es ein Feuerwehrmann aus Emden in die Mitte schaffte. Der selbst hatte mit dem Moderator vielleicht weniger zu lachen.

Eine Kritik
von Bodo Klarsfeld

Gestartet wurde die "Wer wird Millionär?"-Folge mit Alexander Löwe, der bereits in der vergangenen Sendung auf 4.000 Euro vorglühte. Nachdem ihm das Publikum zu 16.000 Euro verholfen hatte, musste er sich dieser Frage stellen.

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Korrekt formuliert stellt man fest: Nicht immer ist…?

A: dasgleiche dasselbe

B: das Gleiche dasselbe

C: das Gleiche das Selbe

D: dasgleiche das Selbe

"Genau vor diesen Antworten hatte ich Angst", seufzte Löwe. Jauch gab einen Tipp: "Das wird am Telefon schwierig, man könnte sich aber von zwei unangenehmen Antworten trennen."

Der Krankenpfleger überlegte lange. "Sehen sie irgendwelche Fortschritte in ihrem Gehirn?", wollte Jauch wissen. "Nein", meinte Löwe. "Ich auch nicht", so Jauch schlagfertig. Löwe, der das Geld in eine neue Couch und einen neuen Laptop investieren würde, setzte schließlich auf einen Telefonjoker, der zur korrekten Antwort B riet.

WWM: Geografie-Frage zu schwer für den Kandidaten

An seine intellektuellen Grenzen stieß der Gesundheits- und Krankenpfleger dann bei einer klassischen Geografie-Frage:

Wie viele deutsche Bundesländer gibt es insgesamt, die nur an ein einziges Nachbarbundesland grenzen?

A: zwei

B: drei

C: vier

D: fünf

"Aus dem Bauch heraus hätte ich 'drei' gesagt, aber ich nehme die 32.000 Euro", wozu Jauch gratulierte. Es sind Bremen, Berlin und das Saarland – also drei Bundesländer – die nur an ein Nachbarbundesland grenzen.

Direkt danach war Florian Nyhoff aus Nordhorn an der Reihe, der Schlagerfan ist und gern im Frottee-Anzug daheim schläft. Er bekam es etwa mit folgender 8.000-Euro-Frage zu tun:

Was kam der CDU in ihrer Berliner Parteizentrale aufgrund einer Aktion von Umweltschützern unlängst abhanden?

A: die Vorsitzende

B: der Koalitionsvertrag

C: die Kaffeemaschine

D: das "C"

Nyhoff ließ seinen Telefonjoker, einen einstigen SPD-Landtagsabgeordneten, anrufen. "Das 'C' ist neulich abmontiert worden", so dieser, ohne dabei Schadenfreude zu vermitteln. Er lag natürlich richtig. Denn aus "CDU" wurde, nachdem Greenpeace-Aktivisten das "C" geklaut hatten, ein "Du sollst das Klima schützen!".

32.000 Euro sind ein "Batzen Geld"

Mit Hilfe des Publikums und eines Musical-affinen Zusatzjokers gelangte Nyhoff schließlich noch bis zu dieser 64.000-Euro-Frage, an der er nicht mehr vorbeikam:

Woher kommen – gemessen an der Zahl der Übernachtungen – seit Jahren die meisten ausländischen Besucher nach Deutschland?

A: Italien

B: Niederlande

C: Schweiz

D: Frankreich

"Vielleicht ist das jetzt echt peinlich, aber wir haben nicht mal eine Grenze zu Italien, oder?", fragte der Kandidat unsicher. "Nö!", bestätigte Jauch dessen Vermutung. Nyhoff wollte nicht ins Risiko gehen und zog die Handbremse. "Nein. Herr Jauch, das ist ein Batzen Geld, den nehm' ich mit."

Nach dem sympathischen Jungvater landete Christiane Statz aus Bonn in der Mitte bei Jauch. Die verheiratete Krankenschwester musste sich bereits bei der 2.000-Euro-Frage vom Publikum helfen lassen. Dann jene für 4.000 Euro:

Was wird im Schreibwarenhandel häufig gleich "mit Textvorschlägen" verkauft?

A: Schulhefte

B: Tagebücher

C: Trauerkarten

D: Bewerbungsmappen

"Das können eigentlich nur die Bewerbungsmappen sein. Ich nehm' Antwort D", so die Kandidatin knapp – und ließ einloggen. "Dann muss ich Sie zu 500 Euro beglückwünschen. Es sind nämlich leider die Trauerkarten. Weil sich viele mit Beileidsbekundungen schwertun, gibt es bei Trauerkarten Textvorschläge", klärte sie Jauch auf.

Dass er die Krankenschwester derart schnell ziehen hatte lassen, überraschte – ganz besonders in den Sozialen Medien. "Da hätte Jauch mehr helfen können", konnte man etwa auf Twitter lesen.

Jauch veräppelt Feuerwehrmann nach Strich und Faden

Einem Jauch in Bestform, wenn auch etwas bösartig, durfte man zusehen, als diesem gegenüber Kandidat Joachim Lauterbach – ein Feuerwehrmann in einem Chemiewerk – Platz nahm. "In einem Chemiewerk? Da passiert doch so gut wie nie was. Spielen Sie den ganzen Tag Karten?", wollte er gleich zu Beginn wissen. Ein paar Minuten später Lauterbachs 300-Euro-Frage:

"In vino veritas" bedeutet so viel wie "Im Wein liegt die…"?

A: Wahrheit

B: Schönheit

C: Weisheit

D: Dummheit

"Ich hab von Wein sowas von keine Ahnung, ich bin Biertrinker. Ich weiß gerade, dass es Weißwein und Rotwein gibt", so der leicht verzweifelte Kandidat. "Wenn Sie den Publikumsjoker nehmen: 103 Prozent", witzelte Jauch.

Lauterbach befolgte den Rat des Moderators und setzte auf das Publikum, das dann tatsächlich zu 100 Prozent für Antwort A votierte. "Das hatten wir lange nicht. Spricht nicht gegen Sie", veräppelte Jauch den Feuerwehrmann erneut. Es wäre auch nicht ganz überraschend gekommen, hätte der Kandidat die Antwort zusätzlich noch mit dem 50:50-Joker abgesichert.

Aber davon ließ er dann doch ab. Auch die nächste, ebenso äußerst einfache Frage für 500 Euro bereitete dem passionierten Murmelspieler Probleme:

Welche Eigenschaft wird einem Schrei oftmals zugeschrieben?

A: schmal

B: eckig

C: spitz

D: scharfkantig

Auch ein spitzer Schrei, zu dem Jauch die im Publikum sitzende Ehefrau des Kandidaten aufforderte, half dem Gemahl nicht weiter. "Wissen Sie, was sein größtes Hobby ist?", wandte sich Jauch jetzt an das Publikum und wurde dabei fast schon gemein: "Es ist Murmeln. Er spielt mit Murmeln."

Der Kandidat, den es vermutlich nach Entspannung dürstete, schlürfte indes bereits sein zweites Kölsch. "Wie lange sind Sie schon mit ihm verheiratet?", wollte ein übermütiger Jauch dann von dessen Frau wissen. "Ich würde eher fragen: Wie lange noch?", reihte sich diese in den Veräppelungsreigen nahtlos ein. Gemahl Joachim versank nun im Stuhl, konnte die Frage letztlich aber doch noch irgendwie beantworten.

Jauch murmelt mit Kandidaten im Studio

"Herr Lauterbach, ich glaube, wir brauchen einen kleinen Moment der Lockerheit. Das geht mir alles zu schnell mit Ihnen. Wir sollten eine Runde murmeln", ließ der Moderator nicht vom Verkohlen ab. Dann wurde tatsächlich im Studio gemurmelt, was das Herz des Kandidaten aufgehen ließ.

"Jetzt hat er aber Oberwasser hier", so Jauch, der die Murmelei nur semi-spannend fand. Bei Joachim Lauterbach hingegen hatte man jetzt das Gefühl, dass er lieber den Rest der Sendung gemurmelt und auf den möglichen Gewinn gepfiffen hätte. Die nächsten beiden Fragen konnte er aber zur Überraschung aller selbst beantworten. Dann kam die folgende für 4.000-Euro:

Welcher Vulkan bildet eine gleichnamige Insel?

A: Vesuv

B: Ätna

C: Stromboli

D: Eyjafjallajökull

"Also Vesuv und Ätna habe ich schon mal gehört", so Lauterbach, der einen Telefonjoker zu Rate ziehen wollte, der aber, was an diesem Abend mehrfach vorkam, nicht abhob. Nachdem auch der zweite Telefongehilfe nicht erreichbar war, musste der Schwiegervater ran.

Er tippte "zu 50 Prozent" auf Antwort C. Lauterbach sicherte noch mit dem 50:50-Joker ab, der A und C freilegte. "Die richtige Antwort ist: Stromboli", so Jauch unmittelbar vor der finalen Sirene. Die nächste Sendung mit Joachim Lauterbauch und Günther Jauch dürfte wieder unterhaltsam werden.

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"Wer wird Millionär?": Ging bei dieser Sendung alles mit rechten Dingen zu?

Skurrile Kandidaten, abwesende Telefonjoker, eine Publikumsjoker-Treffsicherheit von 100 Prozent - beim Moderator führten Ungereimtheiten zu einer Verschwörungstheorie.