Nach fatalem Rat von Corona-Zusatzjoker: "Wer wird Millionär?"-Kandidat gibt auf

Eigentlich sind die Joker bei "Wer wird Millionär?" als Helfer in der Not gedacht. Am Montag allerdings erwies sich der Rat eines der drei Millionäre, die in Corona-Zeiten als Zusatzjoker fungieren, als fatal. Der Kandidat gab auf, weil die Frage zu leicht schien! © 1&1 Mail & Media/teleschau

Dass er zu den Unglücksraben des Abends gehören würde, zeichnete sich nicht ab: In der Montagsfolge von "Wer wird Millionär?" kam Oskar Dallos souverän immer weiter. Auch bei der 64.000-Euro-Frage stimmte sein Bauchgefühl. Dumm nur, dass er sich nicht darauf verließ. Schuld war auch der schlechte Rat eines Jokers!
Der Polizeibeamte aus Solingen könnte dem einen oder anderen bekannt vorkommen, mutmaßte Moderator Jauch. Dallos hatte vor einigen Wochen einem Kandidaten als Zusatzjoker zu 32.000 Euro verholfen. Der Einspieler offenbarte, dass die Sendung vor den Anti-Corona-Maßnahmen aufgezeichnet worden war, denn damals war der Saal noch vollbesetzt.
Diesmal saßen nur die drei Millionengewinner im Studio, welche den Zusatzjoker ersetzten und die Freundin des Kandidaten als Publikumsjoker. Ausgerechnet Millionär Leon Windscheid war mitschuldig an der falschen Entscheidung im Showdown. "Was besteht aus Envelope, Header und Body?" Die Antwort E-Mail erschien ihm zu naheliegend.
"Als Millionär würde ich zocken, aber an deiner Stelle würde ich aufhören", lautete der folgenschwere Rat von Leon Windscheid. Jauch deutete an, dass die Frage gar nicht so leicht sei wie die beiden dachten. Die Freundin von Oskar Dallos sollte helfen. Sie sollte die alternative Antwort "Duftnote" beurteilen.
Parfum hielt die junge Dame für sehr unwahrscheinlich, "Da gibt es Kopf- und Herznote", wusste sie. "Email macht sehr viel Sinn", sei aber vielleicht eine Falle. Plötzlich schwenkte aber Leon Windscheid um. Er glaubte, in Jauchs Blick zu lesen, dass es doch keine Fangfrage war. Der Moderator nannte ihn ironisch "Diplompsychologe".
"Es hilft immer, Jauch zu fragen ob er es weiß", verriet Millonär Leon Windscheid eine weitere Strategie für Profis. Der Moderator meinte, er wisse nichts. Kein Wunder also, dass Kandidat Oskar Dallos nun vollends verwirrt war. Er gab tatsächlich auf, weil ihm die Antwort zu einfach erschien.
"Ich hätte E-Mail eingeloggt und ärgere mich jetzt wahrscheinlich schwarz, wenn es richtig ist." Diese Vorahnung war leider richtig. Er ging mit 32.000 Euro, obwohl viel mehr drin gewesen wäre. Mindestens das Doppelte auf alle Fälle. "Manchmal sind wir gar nicht so hinterhältig und gemein, wie wir tun", kommentierte Jauch.
Oskar Dallos war nicht der einzige tragische Held dieses Abends. Auch der Überhangkandidat Oliver Alba, der mit 64.000 Euro vom letzten Montag in den Ring stieg, scheiterte unnötigerweise. Bereits die erste Frage brachte ihn ins Straucheln: Welche Promi-Dame brachte vier Tage nach der Hochzeit ihr erstes Kind zur Welt?
Lady Di, Heidi Klum, Steffi Graf und Angelina Jolie standen zur Auswahl. Der telefonisch befragte Kumpel glaubte unsicher Angelina Jolie. "Heidi Klum hat sich ja einmal durch die High Society durchgearbeitet", sagte der Kandidat. Wenn das mal nicht Klums Anwälte hören! "Flavio Briatore, Tokio Hotel ... Ich habe da ein bisschen den Überblick verloren."
Richtig gewesen wäre allerdings Steffi Graf. Er habe das "tapfer und angriffslustig gemacht", lobte Jauch. "Ein Depp waren sie nicht", tröstete der Moderator. Ein schwacher Trost, wenn man bedenkt, dass Oliver Alba nun nur noch 500 Euro in der Kasse hatte.
Referendar Alexander Lemke hatte fleißig geübt. Mit der "Wer wird Millionär?"-Trainingslager-App. Anlass für Günther Jauch bei den Millionengewinnern nachzuhaken, wie sie sich seinerzeit auf ihren Siegeszug vorbereitet hatten. Vor allem die Auswahlrunde sei eine große Hürde, so die These des Moderators.
Jan Stroh (Bild) hatte ebenfalls die App benutzt. Leon Windscheid und Ronald Tenholte gaben an, wochenlang gepaukt zu haben. "Ich bin immer zu langsam", gab Jauch bezüglich der Auswahlrunde zu. "Sie kommen ja auch schon als Millionär hierher", konterten die Millionäre. "Sie meinen, da wird man träge?", fragte Jauch. Höfliches Schweigen.
Alexander Lemke, der derzeit in Coburg an der Berufsschule unterrichtet, erzählte von seiner Katze, die so dick ist, dass ihre Körperfülle ihr das Leben gerettet hatte. Sie wurde von einem Auto angefahren. Der Tierarzt sagte nach dem Unfall, es sei ein Glücksfall, dass die Katze so dick war, das habe wie ein Airbag gewirkt.
Hm, früher waren die Anekdoten der Kandidaten irgendwie packender. Doch Alexander Lemke hatte noch ein Ass im Ärmel. Er hatte sich für die Teilnahme an der Show mit einem Rap beworben. Den durfte er nun vor sehr kleinem Publikum performen. "Wer, wer, wer wird Millionär?", fragte er im Sprechgesang.
Die grausame Antwort des Schicksals: du nicht! Alexander Lemke stolperte über die 125.000-Euro-Frage: "Was findet man in der Vita der Zwillingsbrüder Bob und Mike Bryan?" Apollo-Flug, Entschlüsselung der DNS, 16 Grand-Slam-Titel, Ehe mit Paris Hilton? Der Telefonjoker wusste es auch nicht.
"Es war schön mit Ihnen und auch mit den Jokern", so das Fazit. Er ging mit 64.000 Euro. Die richtge Antwort gewesen wäre: 16 Grand-Slam-Titel. Die Tennisbrüder Bob und Mike Bryan errangen sie jeweils im Herren-Doppel.
Moritz Witt aus Neuss studiert Wirtschaftschemie an der Uni Düsseldorf. Nach dem fettleibigen Vierbeiner ging es auch bei ihm privat um ein Haustier. "Die dicke Katze konnte ich noch nachvollziehen, bei Frau Schmitt fällt es mir schwerer", gab Jauch zu. So hieß Witts Vogelspinne.
"Dieses Hobby hat sie nicht irritiert?", wollte er von der Partnerin wissen. Nachdem die Dame Toxikologie studiert, kann sie eine Spinne jedoch nicht erschrecken.
32.000 Euro wert war die Antwort auf: "Der 1969 in Helsinki geborene Linus Torvalds ist Entwickler und Namensgeber eines bekannten ... ?" Zur Wahl standen Kunststoffs, Fotoapparats, Betriebssystems, Fitness-Workouts. Der Kandidat gab auf und ging mit 32.000 Euro.