"Wer wird Millionär?": Drama um die halbe Million - und eine Liebestragödie

Eigentlich sollte es bei einer Rosenmontags-Sendung heiter zugehen, doch bei Jauch reihten sich Dramen aneinander. Die Überhangskandidatin fiel tief von der halben Million, zwei andere verzockten sich übermütig.

"Wie kann man mit dem herrlichen Namen Martinez - ohne Ihnen persönlich zu nahe treten zu wollen - Horst heißen?", fragte Günther Jauch. Die kolumbianischen Eltern des 25-Jährigen bekamen in der neuen Heimat Deutschland Starthilfe von einem Anwalt. "Aus Dankbarkeit, dass wir in Deutschland bleiben konnten, wurde ich nach ihm benannt, erklärte er.
Die Spätfolgen? Ein Liebesdrama! Statt Romeo und Julia in den Hauptrollen: Horst und Lisa. Die hatte Herr Martinez in einer Bar kennengelernt. "Wir haben uns blendend verstanden - bis Sie nach dem Namen fragte." Als er sich zum Horst machte, schaute sie ihn enttäuscht an: "Wieso müssen alle Männer lügen?" Er wagte einen Aufruf im TV ...
"Lisa, falls du gerade zuschaust: Mich gibt es wirklich!", beteuerte Horst. Jauch hatte indes eine eigene Martinez-Anekdote aus den Anfangstagen seiner Karriere zu berichten. Als Sportredakteur wurde er vom Sprachpfleger der Rundfunkanstalt öffentlich angeprangert, weil er den südländischen Namen angeblich im Radio falsch ausgesprochen hatte ...
Jauch war im Recht: Es ging um den deutschen Tischtennis-Spieler Martin Ness. Für Jauch offenbar bis heute unverzeihlich: "Lisa und Herr Schmidt können einpacken!", schimpfte er. Einpacken konnte auch Martinez (links). Mit 16.000 Euro - und der Chance auf eine Reaktion von der voreiligen Lisa. Ob Sprachpfleger Schmidt sich bei Jauch entschuldigt?
Der Abend hatte zuvor mit einer alten Bekannten begonnen: Kerstin Schöfferle aus Mühlheim-Kärlich war die Überhangskandidatin vom letzten Mal. "Eine Situation, die wir schon länger nicht mehr hatten", beschrieb Jauch die Ausgangslage. Die Gynäkologin stand zu Beginn der Sendung bei einer halben Million.
"Die Lebzeiten welcher beiden großen deutschen Männer überschnitten sich - auf den Tag genau - um elf Monate?" Zur Wahl standen Bach & Goethe, Wagner & Schiller, Schumann & Rilke sowie Beethoven & Brecht. Kerstin Schöfferle kapitulierte und gewann 125.000 Euro. Davon will die Gynäkologin unter anderem neue Matratzen oder auch ein neues Ehebett kaufen.
"Vielleicht auch neue Innentüren", ergänzte sie. Jauch unterstellte: "Jetzt verdichtet sich das Bild: Sie hätten gern neue Matratzen, ein neues Bett, Sie möchten die Schlafzimmertür verstärken, da kann man nur gratulieren." Die Ärztin lachte mit. Nur eines verriet sie noch vom Privatleben: Auch eine Island-Reise sei geplant mit dem Gewinn.
"Ich unterstütze zwei große YouTuber", erklärte Alicia Joester aus Stuttgart. Die Social-Media-Marketing-Expertin hat auch einen eigenen YouTube-Kanal. Ihre Spezialität: SFX-Schminken als Promi-Double. Unter anderem verwandelte sie sich in Donald Trump, Helene Fischer und Eminem. "Wahnsinn! Können Sie mich nicht mal machen?", fragte Jauch.
Alicia Joester (im Bild als Eminem geschminkt), druckste herum: "Ich habe es mal in Angriff genommen, aber ..." Jauch hatte Witterung aufgenommen: "Jaaaa?" Nach ein paar Floskeln dann die ehrliche Antwort: "Mein Gesicht ist ja relativ länglich, ihr Gesicht ist kastenförmig oder quadratisch." Jauch spielte beleidigt: "So hat jeder sein Handicap."
"Das ist nicht positiv gemeint", meinte die Kandidatin, "oder negativ". Bei 4.000 Euro war gefragt, in welchem literarischen Werk die Kindliche Kaiserin herrscht. "Die Chroniken von Narnia" wollte die Kandidatin raten - ohne Joker. "Sie tun so, als ob ich falsch läg. Sind Sie noch beleidigt wegen dem, was ich gesagt habe?", hakte sie nach.
Jauch versicherte, zu seinem Quadratschädel zu stehen. Die Dame blieb bei ihrer Wahl. "Bleibt festzuhalten, dass Sie tatsächlich das Kunststück fertigbringen, mit vier Jokern in der Hand zu gehen", resümierte Jauch. Alicia Joester konnte ihr Pech kaum glauben und musste mit 500 Euro von der Bühne. Richtig gewesen wäre: "Die unendliche Geschichte".
Sigrid Karnath aus Bad Kreuznach ist von Beruf "Clownin". Eigentlich der ideale Beruf für eine Rosenmontags-Sendung. Doch verging ihr am Ende das Lachen. Jauch hatte sie zu Beginn noch gewarnt: "Sie haben ja gesehen, mit welch souveränem Auftreten man vier Joker mit nach Hause nimmt." Wie ihre Vorgängerin wählte sie die Risiko-Variante ...
Auch Sigrid Karnath fiel auf 500 Euro. Weil sie die 8.000-Euro-Frage vor Nervosität falsch verstand, verzichtete sie auf einen Joker und erlitt das gleiche Schicksal wie ihre Vorgängerin. Dabei ist das echte Zocker-Special erst nächsten Montag.
Ärztin Saskia Buck aus Kiel frustrierte Günther Jauch, weil sie zu Beginn der Sendung jede Frage ohne Atempause treffsicher beantwortete. Der Moderator versprach augenzwinkernd, in der Werbepause noch ein paar schwerere Fragen auszusuchen. Die wurden tatsächlich kniffliger. Schluss war für die 25-Jährige bei 64.000 Euro.