Sabrina Ellinghausen wusste bei "Wer wird Millionär?" als Zusatz-Publikumsjoker die richtige Antwort und gewann 500 Euro. Wir haben mit der 38-jährigen Norddeutschen gesprochen, warum sie in der Sendung Tränen vergoss.

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Sabrina Ellinghausen war in der vergangenen Woche Studio-Gast in Günther Jauchs Quiz-Sendung "Wer wird Millionär?". Bei der 500.000-Euro-Frage stand sie dem Kandidaten Rouven Heylmann als Zusatzjoker zur Seite. Ellinghausen wusste die richtige Antwort.

Der Kandidat entschied sich jedoch dazu, aufzuhören. Die 38 Jahre alte alleinerziehende Mutter gewann trotzdem 500 Euro - und rührte ganz Fernsehdeutschland mit ihrer Reaktion, als sie vor Freude einige Tränen verdrückte. Wir haben exklusiv mit Sabrina Ellinghausen über diesen Tag gesprochen.

Frau Ellinghausen, Sie waren Zuschauergast im Studio von "Wer wird Millionär?". Wie lief der Tag ab?

Sabrina Ellinghausen: Wir haben uns die letzten Jahre immer wieder beworben und gut sieben Jahre lang auf die Karten gewartet. Andere warten sogar 13 Jahre.

Wir wurden dann Anfang März noch einmal gefragt, da war allerdings mein zweites Kind gerade frisch geboren worden. Außerdem kam dann auch noch Corona dazwischen. Günther Jauch meinte vor der Sendung zu uns, man wäre als Kandidat schneller in der Sendung, als als Zuschauergast.

Wie haben Sie die Aufzeichnung in Zeiten von Corona erlebt? Haben Sie sich sicher gefühlt?

Ja, weil alles richtig gut geregelt war. Man musste die Hände desinfizieren. Die Mitarbeiter haben sehr darauf geachtet, dass jeder seine Maske richtig trägt. Wir wurden auch recht schnell ins Studio gebracht und mit Abstand platziert. Leider konnten wir aufgrund von Corona keine Autogramme holen oder Fotos machen.

Wie war die Aufzeichnung an sich? Haben Sie es sich so vorgestellt?

Moderator Günther Jauch im Studio der Quizsendung "Wer wird Millionär".

Im Studio selbst war es richtig interessant. Es ist noch kleiner, als es im Fernsehen erscheint. Man stellt sich ja auch vor, dass die Sendung an sich anders ist, als im Fernsehen. Aber es war genau gleich. Der Kandidat setzt sich auf den Platz, bekommt die Fragen gestellt, es wird geantwortet und zwischendrin geplaudert.

Herr Jauch war auch exakt so, wie man ihn aus dem Fernsehen kennt und mag - sehr sympathisch. Er hat uns ja auch vorher erklärt, dass wir ebenfalls 500 Euro gewinnen können.

Wie ist es, als Zuschauer nicht zu Hause, sondern direkt im Publikum zu sitzen? Waren Sie aufgeregt?

Wir haben natürlich vorher schon darüber gescherzt. Mein Bruder hat gesagt: "Wenn du die Antwort weißt, dann steh auf!" Ich hab‘ das nicht so ernst genommen, da ich kein Mensch bin, der gerne im Rampenlicht steht.

Dann kam die Frage, ich wusste die Antwort und irgendwie stand ich auf einmal auf. Für mich war das dann in diesem Augenblick doch etwas viel, was auf mich eingeprasselt ist. Mich ärgert ein bisschen, dass ich nicht souveräner rübergekommen bin, ich wusste ja die Antwort und wollte Herrn Heylmann auf jeden Fall helfen. Aber ich wollte auch nichts Falsches sagen und dass er dann wegen mir viel Geld verliert.

Für 500.000 Euro wollte Günther Jauch wissen, wofür "vielfach eine elektrische Zahnbürste als Hilfsmittel empfohlen" wird.

A: Loch in die Wand bohren

B: Spülmaschine entkalken

C: Knöpfe annähen

D: Tomaten züchten?

Woher wussten Sie, dass "Tomaten züchten" die richtige Antwort ist?

Ich habe meine Pflanzen auch schon selbst bestäubt, allerdings immer nur mit einem Pinsel oder einem Wattestäbchen. Daher wusste ich, dass es bestimmt auch mit einer elektrischen Zahnbürste geht.

Der Kandidat ging auf Nummer sicher und nahm die 125.000 Euro mit nach Hause. Sie haben die 500 Euro trotzdem gewonnen. Sie wurden in dem Moment von Ihren Gefühlen übermannt, Ihren kamen die Tränen.

In dem Moment ist eine riesige Anspannung von mir abgefallen. Und ich kann die 500 Euro auch sehr gut gebrauchen. Das ist für mich und meine Familie eine Menge Geld. Ich arbeite, seit ich die Kinder habe, auf 400-Euro-Basis. Die 500 Euro sind für mich mehr als ein Monatslohn.

Ich bin gerade noch in Elternzeit, ab August 2021 habe ich dann einen Krippenplatz für meine Kleine und ab dann suche ich einen neuen Job als Bürokauffrau. Ich kann nur drei Stunden pro Tag arbeiten, mehr schaffe ich wegen der Kinder nicht. Wir haben zwar unser Einkommen, aber davon kann man keine großen Sprünge machen.

Bei den 500 Euro ist es dann allerdings nicht geblieben: Herr Heylmann hat Sie nach der Sendung angerufen und mit Ihnen über die Sendung gesprochen.

Genau, Herr Heylmann hat mir auch noch 500 Euro dazu geschenkt. Wir haben kurz telefoniert und er hat mich gefragt, ob ich an seiner Stelle die Antwort genommen hätte.

"Wofür wird vielfach eine elektrische Zahnbürste als Hilfsmittel empfohlen?" Die Antwort war 500.000 Euro wert. Loch in die Wand bohren, Spülmaschine entkalken, Knöpfe annähen, Tomaten züchten?

Ich meinte dann, ich hätte sie auch nicht genommen und wäre lieber mit den sicheren 125.000 Euro nach Hause gegangen.

Das hat Herr Heylmann auch so gesehen: Man geht mit keinen Erwartungen in die Sendung und hat danach eine so große Summe auf dem Konto. Er hat sich darüber auch sehr gefreut, auch wenn es in der Sendung zunächst anders rüberkam. Er ist wirklich sehr sympathisch und nett.

Wissen Sie schon, was Sie mit dem Geld anfangen?

Ja, ich freue mich richtig darüber. Meine Kinder haben bald Geburtstag, die Taufe meiner kleinen Tochter steht nächste Woche an und bald ist Weihnachten.

Und es gab in letzter Zeit auch ein paar Anschaffungen, die ich machen musste. Mein Auto ist relativ alt, da musste etwas repariert werden, da ich hier auf dem Land auch darauf angewiesen bin. Ich hätte mir sonst etwas leihen müssen. Da kam das Geld wie ein Segen.

Haben Sie schon darüber nachgedacht, sich selbst als Kandidatin bei "Wer wird Millionär?" zu bewerben?

Ja, das mache ich regelmäßig, immer, wenn ich nach einer Sendung daran denke. Aber ich glaube, ich bin dafür nicht spektakulär genug. Ich würde mich aber auf jeden Fall sehr darüber freuen.